Die letzten Worte von Steve Jobs über sein und das Leben im Ganzen.

BITTE LESEN, NACHDENKEN UND TEILEN!

„Ich habe den Gipfel des Erfolgs in der Geschäftswelt erreicht.

In den Augen der Menschen gilt mein gesamtes Leben als eine Verkörperung des Erfolgs. Jedoch abgesehen von meiner Arbeit, habe ich wenig Freude in meinem Leben. Letztendlich gilt mein Reichtum nur als Fakt des Lebens, an den ich gewohnt bin. In diesem Augenblick, wo ich in einem Krankenbett liege und auf mein ganzes Leben zurückblicke, verstehe ich, dass all die Anerkennung und all der Reichtum, worauf ich so stolz war, an Wert verloren haben vor dem Gesicht des kommenden Todes. In der Dunkelheit, wenn ich die grünen Lämpchen der Lebenserhaltungsmaschinen beobachte und mir das mechanische Brummen dieser Maschinen anhöre, fühle ich die Atmung des Todes immer näher auf mich zukommen.

Jetzt weiß ich, dass wir uns komplett andere Fragen im Leben stellen müssen, die mit Reichtum nichts gemeinsam haben…

Es muss dort noch etwas sein, das uns als viel Wichtigeres im Leben erweist: womöglich ist es eine zwischenmenschliche Beziehung, womöglich Kunst, womöglich auch Träume in unserer Kindheit…
Non-Stop im Erreichen des Reichtums macht einen Menschen zu einer Marionette, was auch mir passiert ist. Der Gott hat uns solche Eigenschaften wie Gefühle für das Leben mitgegeben, damit wir in jedes Herz das Gefühl der Liebe überbringen können. Es darf keine Illusion bestehen bezüglich des Reichtums.

Das Reichtum, das ich im Verlaufe meines Lebens angehäuft habe, kann ich jetzt nicht mitnehmen. Was ich jetzt noch mitnehmen kann, sind Erinnerungen, die auf der Liebe basieren und mit Liebe erschaffen worden sind. Das ist der wahrhafte Reichtum, der euch jedes mal folgen muss, euch begleiten muss, der euch Kraft und Licht gibt weiterzugehen. Die Liebe kann wandern und reisen, wohin sie will. Denn genau wie das Leben, kennt auch die Liebe keine Grenzen.

Geht dorthin, wo ihr hingehen wollt. Erreicht Höhepunkte in eurem Leben, die ihr erreichen wollt. Die ganze Kraft dafür liegt in euren Herzen und euren Händen. „Welches Bett gilt als das reichste Bett der Welt?“ – „Es ist das Bett eines Kranken“ …

Ihr könnt euch vielleicht einen Chauffeur leisten, der für euch das Auto lenken wird. Oder ihr könnt euch Mitarbeiter leisten, die für euch das Geld verdienen würden. Niemand aber wird für euch all eure Krankheiten mittragen können. Das müsst ihr ganz alleine. Materielle Werte und Sachen, die wir mal verloren haben, können wiedergefunden werden. Es gibt aber eine Sache, dass wenn sie verloren geht, kann sie nicht wiedergefunden werden – und das ist DAS LEBEN.

Wenn ein Mensch sich einem Operationstisch zubewegt, dann versteht er auf einmal, dass es noch ein Buch gibt, das er noch nicht zu Ende gelesen hat – und das ist „Das Buch über ein gesundes Leben“.

Es ist nicht wichtig, in welcher Lebensetappe wir uns gerade befinden. Jeder von uns wird früher oder später zu diesem Moment kommen, wo der Vorhang für ihn fallen wird.

Dein Reichtum – das ist die Liebe zu deiner Familie, das ist die Liebe zu deiner Frau und deinem Mann, das ist die Liebe zu deinen Nächsten.
Passt auf euch auf und sorgt euch um die anderen.“

– mit Dirk Nocker.

Peters Weg, Beitrag 78. Von Susanne

Soeben habe ich Peters Entwurf veröffentlicht, an dem er zuletzt am 19.03. gearbeitet hat.

Zu lesen, wie es ihm zu der Zeit ging, trotz der zunehmenden Luftnot voller Optimismus, innerer Kraft und Zuversicht, zerschneidet mir das Herz und macht mich gleichzeitig glücklich und stolz. Mein geliebter Mann.

Wir waren ahnungslos. Dass Peter einen guten Monat nach diesem Beitrag für immer gehen würde, war undenkbar. So große Hoffnung hatten wir auf Piqray, dieses unglaublich teure Medikament aus den USA, gesetzt – In Deutschland noch nicht zugelassen, dankenswerter Weise genehmigt durch seine Krankenversicherung..

Aber dennoch nahmen die Symptome zu. Im Vordergrund die Luftnot. Eines Tages, Anfang April, fuhr ich spontan los, um ein mobiles Sauerstoffgerät zu holen. Peters Hausarzt hatte ihm inzwischen ein eigenes verschrieben, darauf konnten wir jedoch nicht warten. Der Sauerstoff machte das atmen einfacher, scheißegal, dass dieses Gerät ziemlich laut und schwer war!

Peter wurde immer dünner. Er wog 71 kg und fand es auch einerseits ganz cool, wieder so schlank zu sein, nachdem er durch die Anti-Hormontherapie irgendwann bei 91 kg gelandet war. Jetzt mochte er einfach nichts mehr essen. Die genussvollen Abende mit Käse und Rotwein gehörten der Vergangenheit an. Ich versuchte ihn mit ungewöhnlichen Leckereien – wie Spargel im März – zu begeistern, und hier und da gelang es, dass Peter mit Appetit etwas zu sich nahm.

Das Wetter war traumhaft zwischen Mitte März und Mitte April und mein Sonnenanbeter lag jeden Tag einige Stunden auf der Terrasse, wo ich ihn gut einpackte, wo er schlief, las, nachdachte , träumte. Ich in meinem Büro – Homeoffice ( Danke Corona!) und immer ein Ohr bei Peter.

Wir haben trotz allem in dieser Zeit so viel gemeinsam bewegt. Unser Hausbau: der Baumfällantrag war noch nicht durch, bald begann die Schutzfrist wegen der Nistzeit. Wir trafen uns auf dem Grundstück mit unseren lieben Doppelhauspartnern, Basti und Katy und umwickelten die zu fällenden Birken mit Alufolie und hängten CDs in die Äste, damit die Vögel keinen Bock hatten darin zu nisten. Für Peter hatten wir einen Regiestuhl dabei-Peter saß da und moderierte unser Tun – so lustig und kraftvoll-eine herrliche Aktion!

Wir trafen Familie und Freunde-trotz Corona Lock down (und Peter war sehr vorsichtig, was das anging! „Wenn ich Corona bekomme, bin ich tot“). Hans und Annegret, Julia und Hartwig. Schöne Stunden bei uns. Voller Liebe und Harmonie. Wir alle sind dankbar und glücklich, dass diese Zusammenkünfte stattfanden. Wenn ich mir die Fotos aus dieser Zeit anschaue (und ich werde einige hier teilen), erscheint es mir so unwirklich, dass es dann alles so schnell ging.

Immer hatte ich mich davor gefürchtet, den Moment zu verpassen, an dem es klar sein würde, dass es ab jetzt KEINE andere Aufgabe mehr gibt , als bei Peter zu sein. Und dann war doch so, dass es nicht klar war. Es ging von einem Moment auf den anderen, dass Peter ins Krankenhaus musste. An dem Freitag, 17. April 2020, bin ich nach meinem Arbeitstag noch eine Runde laufen gegangen. Als ich zurückkam, ging es Peter so schlecht, dass ich den Notarzt gerufen habe. Peter wollte eigentlich nicht ins Krankenhaus, also rief ich Dicki an, und dass sein Zwilling bekräftigte, dass das der einzig richtige Weg sei, war es in Ordnung und Peter war bereit dafür.

Als diese unglaublich nette Notärztin und Rettungssanitäterin Peter übernahmen, breitete sich in mir ein Gefühl der Gewissheit aus. Peter würde nicht mehr in die Schemmannstrasse 74 zurückkommen. In unser Zuhause. Ich hatte große Angst, dass Peter an diesem Tag noch sterben würde, es ging ihm auf einmal so wahnsinnig schlecht. Und ich blieb allein zurück. Es ist Corona. Niemand darf mit.

Ich schreibe dieses zu Ende und zeige Euch Fotos aus dieser Zeit. Aber für heute kann ich nicht mehr.

Alles Liebe für Euch! (So behalte ich es bei)

Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 77

Man muss das Mögliche vollbringen, um das Unmögliche zu berühren. Simone Weil

Tja, was schreibe ich nun in meinen Blog? Wie gehe ich mit der augenblicklichen Situation um? Viele Aspekte, die zu bedenken und zu entscheiden sind. Gut, ist es, jetzt hier an meinem Mac zu sitzen und so langsam breiten sich die Themen in mir aus. Sehr unterschiedlich und vielschichtig, und irgendwie ist alles miteinander verwoben. Mein Gesundheitszustand, das letzte CT, dies neue Medikament, auch das Corona Virus, meine Risiken, mein Verhalten, meine Visionen und zukünftigen Projekte.

Eine banale Wahrheit: Keiner weiß, was die Zukunft bringen wird. Und doch führt dieser Gedanke zu einer Festlegung meiner Vorgehensweise im Jetzt. Ich erkenne, was los ist, beschäftige mich damit und akzeptiere es zunächst. Vor einigen Tagen stieß ich auf diesen Satz von Simone Weil, der mich nicht mehr losließ, geradezu fesselte in seiner Einfachheit und Klarheit. Was ist also möglich? Zunächst ein Erkennen meines Zustands und meiner Möglichkeiten. Inwiefern spielen äußere Aspekte eine Rolle? Aber der Reihe nach……………… Unmittelbar nachdem ich mit dieser neuen Therapie begonnen habe, die ich in Tablettenform (2 Stück pro Tag nach dem Essen) wurde bei mir ein Oberkörper-CT gemacht, um den Status einer möglichen Veränderung durch die Therapie zu erkennen. Dabei stellte sich heraus, dass auch in meiner Leber, in den Lympfknoten der Lunge Metastasen zu sehen waren. Meine Lunge sieht durch die Metastasen wie ein Flickenteppich aus. Die lange Wartezeit, bis die richtige Diagnose feststand! Bis die Zusage der Behandlung durch meine Krankenversicherung erfolgte, hat die Warterei also leider nochmals zu einer Verschlechterung geführt. Ich bekomme schlecht Luft, kann manchmal nicht flüssig reden. Dazu kommt ein zeitweise quälender Husten.

Also habe ich die Wahl: Entweder ich mache mir Sorgen, lasse die mich lähmende Angst zu, verkrieche mich, versuche mich abzulenken, die Normalität zu leben. All das, und vieles Ähnliche dieser Art ist MÖGLICH. Oder ich beschäftige mich mit anderen MÖGLICHKEITEN. Und ganz vielleicht berühre ich dadurch das Unmögliche !? Ich verspüre eine große Sehnsucht danach, das Unmögliche zu berühren.

Ich entscheide mich ganz klar für den zweiten Weg. Etwas anderes ist für gar nicht machbar. Immer wieder höre ich von Menschen, die mir nahe stehen: „Peter, es ist bewundernswert, wie Du das machst. ich weiß nicht, ob ich das auch so könnte!?“ Und meine Antwort ist immer gleich. „Du kannst es auch. Jeder Mensch kann es. Doch wir sehen in unserem täglichen Einerlei nicht die akute Notwendigkeit einer Veränderung. Erst wenn etwas für uns wirklich wichtig ist, haben wir die Chance zu neuen Wegen. Und ganz viele Menschen sehen dann mehr die Sorgen und Nöte. Da sind sie dann sehr kreativ, aber auch limitiert. In Wahrheit geht es auch anders. Für jeden, uns alle.

Nun nehme ich also diese zwei Pillen pro Tag. Frage mich jeden Tag: „Hat sich schon etwas verändert? Wie geht es mir? Horche in mich hinein. Wie geht es mir heute im Vergleich zu den letzten Tagen?

Eindeutig ist, dass meine Schmerzen fast ganz verschwunden sind. Tagsüber nehme ich überhaupt keine Schmerzmittel und für die Nacht nur soviel (sehr wenig) dass der geringe Restschmerz mich nicht weckt. Halleluja, eine neue Lebensqualität, die mir so gut tut. Bedeutet es nun, dass sich was zurückbildet oder die Metastasen nur ruhig sind? Keine Ahnung. Ich freue mich, dass es so ist und genieße diesen Zustand. Frau S., meine Naturopathin, wertet es als Zeichen, das in die richtige Richtung führt. Ja……..!! Was sich noch nicht verbessert hat ist mein Husten und meine Luftnot. Also der Zustand meiner Lunge. Manchmal kann ich kaum reden, weil ich einfach nicht genügend Luft bekomme, und manchmal quält mich der Husten schon sehr. Doch schlimmer wird es nicht. Was tue ich? Inhalieren mit ganz Salzwasser, heiße Umschläge mit Schwarzsenf-Mehl, heiße Salzwasser- Bäder und, ganz besonders, wenn es mal besonders anstrengend ist legt Susanne ihre Hände auf meine Brust und, wie durch Zauberhand, wird es sofort besser. Eigentlich doch unmöglich, oder? Und dennoch ist es so. Eindeutig. Das Unmöglich berühren…….. Ich liebe es.

Trotz immer noch bestehender Krebserkrankung ist mein Leben wunderbar.

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 76

Teil 2 Familie, Liebe und Unterstützung

Nachdem nun klar geworden war, welche Therapie mir möglicherweise helfen würde, stellte die Universitätsklinik Eppendorf am 20. Januar 2020 einen Eilantrag bei meiner Krankenversicherung. Auf 5 Seiten wurde ausführlich begründet, weshalb diese neue und bisher in Deutschland bei meiner Erkrankung unbekannte Therapie unbedingt angewandt werden muß.

Ein Eilantrag, der ewig bis zur Entscheidung benötigte

Und nun passierte ……………nichts. Eine Woche verging, eine zweite Woche……..Mir war klar, dass ich diese Therapie brauchte und die Zeit, meine Zeit, lief. Selbst bei einer schnellen Zusage der Versicherung würde die Bestellung aus den USA nochmals 2 Wochen dauern. Seit der so negativen Diagnose im Juli letzten Jahres war ich zumindest schulmedizinisch ohne jegliche Behandlung. Verdammt!! Eines frühen Morgens im Februar, ich war nach München geflogen um einen Workshop zu leiten, erwischte mich meine Schwägerin mit dem Handy in der S-Bahn, um sich nach meinem Befinden und dem Stand der Dinge zu erkundigen. Während wir sprachen, brach ich in Tränen aus, verlor meine Fassung ob dieser Situation von machtlosem Warten. Mir wurde deutlich, wieviel Angst ich vor dem „zu spät“ hatte. Als sie daraufhin sagte, sie würde mal mit meinem Bruder sprechen, ob und inwieweit sie sich einbringen können, war ich maximal berührt und die Leute fingen an zu gucken.

Doch nun ging es ganz schnell, meine Brüder verständigten sich, die Behandlung für mich zu bezahlen, damit es, unabhängig von der Versicherung, endlich losgehen könne. Da Susanne und ich unser Geld gerade in einen Hausbau stecken, wäre es für uns extrem schwierig gewesen, diese monatliche Summe aufzubringen. Einige Tage später war das Geld bei der internationalen Apotheke, und die Bestellung ging vonstatten. Selbst meine 78-jährige Schwester beteiligte sich mit 2.00€! So etwas hatte ich noch nie erlebt. Selbst jetzt, während ich dies schreibe, weine ich . Meine Familie!!! Wie soll ich meine Gefühle beschreiben—- Dankbarkeit, Liebe, Freude, ach, es lässt sich nicht ausdrücken, nur fühlen. 14 Tage später nahm ich meine ersten 2 Tabletten (es ist eine Tabletten-Therapie) ein. Einige Zeit später erfolgte auch die Zusage der Versicherung. Nach 4 Wochen! Das von ihr beantragte Gutachten war positiv. Doch meine Familie war schneller!! Ohne Gutachten haben sie alle weit aus dem Fenster gelehnt und engagiert. Einfach aus Liebe!. Ich danke Euch. ICH LIEBE EUCH.

Jetzt nehme ich meine Tabletten immer zur Mittagszeit nach dem Essen. Es hat Nebenwirkungen, doch die halte ich gut aus. Ich kann meine geliebte Arbeit machen, bald fängt die Segel-Saison an, vorher gehts noch nach Lanzarote in die CASA ELISABETH. Auch alles, was Frau S. und ich besprochen haben, mache ich eisern weiter. Und Susanne und meine Familie sind an meiner Seite. Ich bin sehr glücklich.

Alles Liebe für Euch!

Von der Erkrankung zur Heilung Mein Weg 75

Viel passiert……………. 1.Teil

Lange Zeit habe ich nichts mehr geschrieben. Dabei ist so viel geschehen.

Nachdem die Chemotherapie nicht gegriffen hatte , war erst mal guter Rat teuer. Irgendwie ging alles in de falsche Richtung, doch was war richtig? Zunächst galt es, wie schon so oft, sich von dieser Nachricht zu erholen. Angst, Tränen, Mutlosigkeit und düstere Bilder erfüllten mich. Für diesen Wechsel in mir brauche ich immer ein, zwei Tage. Dann habe ich meine Energie und meine Zuversicht wieder. Aber die Gewissheit, dass die Luft dünner wird, war auch schon präsent. Was waren den nun meine Alternativen?

Im Grunde war ich gezwungen der Tatsache ins Auge zu schauen, dass alles, was ich bisher gemacht hatte, nicht zu meiner so sehr gewünschten Heilung geführt hat. Jegliche Schulmedizin hat es nicht vermocht. Meine Visualisierungen , die Änderung meiner Ernährung, mein Blog, meine sportlichen Aktivitäten, eigentlich egal was, ich stand vor dem Scherbenhaufen meines Kampfes gegen den Krebs. Oder? Immerhin wurde im November 2015 eine Knochenmetastase in meiner rechten Hüfte entdeckt. Das ist nun mehr als 4 Jahre her. Und ich lebe noch! Aber nun…..? Während ich die, wie ich nun weiß, nutzlose Chemotherapie erhielt, hatte ich auf einmal Schmerzen im rechten Fuß, die in die Wade ausstrahlten. Komischerweise traten diese Schmerzen nur Nachts auf, wenn ich im Bett lag. Schnell wurden diese Schmerzen so massiv, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Jede Stunde war ich gezwungen aufzustehen und hin und her zu laufen, bis es wieder einigermaßen ging. Dann eine Tablette 5 MG Morphium Akut. Wieder schlafen, bis es nach einer Stunde mit dem Schlaf wieder vorbei war. Egal wie ich mich hinlegte, die Schmerzen kamen sicher und unerbittlich. Tagsüber war es ok, doch dieser Zustand führte zu einer zu wachsenden Erschöpfung und geradezu Angst vor der nächsten Nacht, in der ich meinen Schlaf immer dringender brauchte und ihn nicht bekam. Eine, wie mir schien, ausweglose Situation. Doch es gibt immer einen Weg…….!

Meine Onkologin sprach von einem möglicherweise eingeklemmten Nerv, und man müsste doch mal ein MRT meiner Wirbelsäule durchführen. Und siehe da: Ich hatte eine Metastase im unteren Lendenwirbelbereich. Diese Metastase drückte im Spinalkanal auf einen Nerv, und der Druck auf diesen Nerv war der Grund für meine Schmerzen. Ein Scheißbefund, und gleichzeitig tat sich ein Weg auf. So etwas lässt sich operieren. Eine Art Bandscheibenvorfall-Operation, bei der möglichst viel von der Metastase entfernt , der Wirbel mit Titan-Haken fixiert und anschließend die Stelle bestrahlt wird, damit der erst der Metastase möglich klein bleibt. Gesagt getan, eine 4-Stunden-OP, eine Woche Krankenhaus, dann 10 Bestrahlungen. Die Schmerzen waren letztlich nicht komplett weg, doch ich konnte wieder schlafen. Hört sich vielleicht nicht nach viel an. Doch vorher war ich in einem Zustand von Verzweiflung, der nicht mehr lange zu ertragen gewesen wäre. Während ich diese Zeilen schreibe, wird mir bewußt, wie unbewußt und oft wenig wertschätzend ich in der Vergangenheit geschlafen habe. Lag ich nachts mal eine halbe Stunde wach, war es in meiner Wahrnehmung ein Gefühl von „schlecht geschlafen“ oder eben auch umgekehrt eben „gut geschlafen“. Erst jetzt ist mir bewußt, wie gut es tut, meinen erlebten Schlaf wahrzunehmen, genießen und zu wertschätzen.

Nun sind diese OP und die nachfolgende Bestrahlung keine Therapie, die mir bei meiner Genesung helfen. Denn die Metastasen im Becken und genauso die Metastasen in der Lunge waren nach der erfolglosen Chemo weiterhin ohne jegliche Therapie und haben die Chance, sich zu vermehren und zu wachsen. Dennoch wäre ich ohne diese schmerzauflösende OP sehr viel weniger in der Lage gewesen, mich mit Zuversicht, Klarheit und Kraft weiter meiner Genesung zu widmen.

In der Onkologie wurde mir dann vorgeschlagen, statt der bisherigen erfolglosen, ambulanten Chemo mit einer 6-maligen, stationären Therapie zu beginnen. Stationär wegen der massiven Nebenwirkungen wie Halluzinationen, extremer Übelkeit, Schwäche und einiges mehr. Gleichzeitig wurde eine Heilung ausgeschlossen! Lediglich ein Versuch, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Was also entscheiden? Wieder mal eine Situation, in der ich mich erstmal überfordert fühlte. Ich war nicht klar im Kopf. Dabei gab noch eine andere Möglichkeit.

Denn seit vielen Monaten werde ich von einer Naturopatin begleitet. Naturopathie ist die Wissenschaft der natürlichen Gesundheit. Bei unseren regelmäßigen Treffen lerne ich von ihr, wie ich mit meiner Energie umgehe, spezielle Atem-Techniken, die mein Immun-System unterstützen. Ich trinke viele verschiedene Tees. Von dem einen pro Tag einen Liter, von dem Anderen einen Becher pro Tag, koche Amaranth-Brei (schmeckt ganz gut – aber immer nur wenige Löffel), nehme pro Tag 3 Esslöffel Leindotter-Öl zu mir, 5 mal Tag am 25 Tropfen eines unsagbar bitteren Öls und vieles mehr. Sie sprach sich mit aller Entschiedenheit gegen diese neue Chemo aus. Herr Krankenberg, Sie stehen eine Nano-Sekunde vor 12Uhr!! Wenn selbst die Ärzte sagen, dass es keine Heilungschance gibt, dann wird die Chemo Ihnen keinen guten, zeitlichen Aufschub geben. Vielmehr wird diese Behandlung dafür sorgen, dass es Ihnen währenddessen unglaublich schlecht gehen wird und Sie anschließend mit hohen Morphium-Gaben ins Hospiz eingeliefert werden. Das ist dann Ihr letzter Gang. Irgendeine Lebensqualität wird es für Sie nicht mehr geben. Oder aber wir gehen einen gemeinsamen Weg, der Ihnen für eine gewisse Zeit ein weitgehend gutes und normales Leben bietet bietet, selbst wenn schlußendlich am Ende das selbe Ergebnis stehen wird. Die Entscheidung treffen Sie allein. “ PUH!

Die Tragweite war mir sofort klar, aber ich fühlte mich erstmal außerstande eine solch bedeutsame Entscheidung zu treffen. Ein Kaleidoskop von Fragen geisterte mir durch den Kopf: Was ist, wenn die neue Chemo doch greift? Worum geht es wirklich, um Gesundung oder nur um einen Aufschub? Kann ich ihrer Kompetenz vertrauen? Wie kompetent sind die ärztlichen Vorschläge? Die Tragweite meiner Entscheidung hinderte mich an klarem Denken. Statt Klarheit nur Widerstreit zwischen Rationalität und Gefühl. Mir war deutlich, dass ich für mich in einen Zustand von kompletter Klarheit und Souveränität kommen wollte, ja mußte, und dann würde ich entscheiden können. Dafür nahm ich mir nun Zeit. Spaziergänge, Stille, Tagebuch, erhellende Gespräche mit Susanne, auch Tränen, Angst und Verzweiflung ob der Tragweite einer falschen Entscheidung. Doch bevor ich nicht in dieser inneren Ruhe sein würde, wäre ich immer in einem Zustand von unauflösbarem Zweifel gefangen. Es gab auf beiden Seiten so viele Für und Wider, die rational nicht lösbar waren. Also weg mit dem Thema, hin zu innerer Stärke. Dann war es auf einmal ganz einfach. Ich entschied mich gegen die Chemotherapie!! Es fühlte sich absolut richtig an. Ich war wieder in mir angekommen.

Nun ging los. Zunächst einmal war drei Tage Fasten angesagt. Die Krebszellen sollen nichts mehr zu essen bekommen. Wir entwickelten einen detaillierten Plan, an den ich mich eisern hielt. Manche machen eine Exel-Tabelle, ich hatte immer mein Ringheft auf dem Schreibtisch liegen und jeden verabredeten Tee, jede Nasendusche, alles trug ich ein. Schnell entwickelte ich ein Gefühl Pflichtbewusstsein und freudiger Zuversicht. Meine Achtsamkeit war auf einem, wie ich fand, hohen Niveau. Das Fasten machte mir nichts aus. Immerhin trank ich viel und die zwei Becher Gemüsebrühe schmeckten und reichten mir.

Meine Aufgaben-Liste

Doch diese 3 Tage Fasten waren nur der Aufgalopp für ein letztlich 3-wöchiges Nichts-Essen. Meine Naturopatin, ich nenne sie jetzt Frau S, verlängerte diese Zeit auf eine sehr geschickte Art und Weise. „Es wäre prima, falls Sie das Fasten noch bis zum nächsten Wochenende weitermachen könnten!“ Hab ich natürlich gemacht, und so wurden aus den 3 Tagen stückchenweise 3 Wochen. Natürlich nahm ich ab, mein körperliches Wohlbefinden litt kaum. Schon verwunderlich, wenn man es nicht kennt. Und ich kannte es nicht. So viele Dinge in unserem Leben kennen wir nicht, haben aber ein festes Urteil darüber! Ob es wirklich der Wahrheit entspricht, überprüfen wir kaum, sondern nehmen es als Tatsache hin. Nur wenn die Umstände besonders sind, sind wir bereit, ganz neue Wege zu gehen. Und ich war bereit, mich dem Gedanken zu verpflichten, meinen Krebszellen die Ernährung so schwer wie möglich zu machen, sie irgendwie auszuhungern.

Dennoch war ich aufgeregt und neugierig, wie es nach dieser langen Zeit denn nun mit dem Essen losgehen würde. „Keine Butter, keine Mayonnaise, keine Milch, kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, kein Käse, kein Brot, keine Nudeln, kein Reis, kein Obst, keine Linsen, keine Süßkartoffeln!!“ Also nur Gemüse und Salat!! Die erste Gemüse-Pfanne>>>>>ein Hochgenuss! So vergingen die nächsten 4 Wochen, und manchmal war es echt öde und manchmal köstlich. Susanne war wie immer sehr kreativ. Nach Ablauf dieser 4 Wochen war ich bei 73 Kilo angelangt. Morgens im Spiegel sah ich schon komisch aus. Aber egal, Hauptsache der Krebs bekam nichts zu essen. Und ich fühlte mich weiterhin ziemlich gut. Meine Haare wuchsen wieder. Das freute mich sehr. Stück für Stück kam ich wieder in mein altes Aussehen.

JA, WIR SIND,TROTZ SCHWIERIGER ZEITEN, SEHR GLÜCKLICH MITEINANDER

Im Laufe dieser Wochen wurde mir, auch durch zusätzliche, neue Informationen, immer klarer, dass meine Entscheidung, die stärkere Chemotherapie abzulehnen, goldrichtig war. Durch Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und der Abteilung für Human-Genetik der Uni Tübingen stellte sic, In Absprache mit einer Klinik in NY heraus, dass es wohl ein Gen gibt, das für meine Erkrankung verantwortlich ist. „Aufgrund der sehr schlechten Wirksamkeit der zuletzt durchgeführten Chemotherapie und der nachgewiesenen aktivierenden PIK3 Mutation im Tumor bei Herrn Krankenberg ist dabei in erster Linie an eine zielgerichtete Therapie mit einem PIK3CA Inhibitor zu denken.“ Was heißt das jetzt? Ich habe einen Prostata-Krebs, der keinen PSA-Wert zeigt. Das ist über mehr als 3 Jahre nicht festgestellt worden! Darüber hatte ich im vorherigen Beitrag berichtet. Nun weiß man, welches Gen wohl dafür verantwortlich ist. Eben diese aktivierende PIK3 Mutation, die nun mit einem PIK3CA Inhibitor angegangen wird. Die vorher angeratene Chemo hätte nichts genützt. Im Gegenteil!!! Einzig eine enorme Schwächung wäre das Ergebnis gewesen. Nun ging es darum, diese Behandlung, die es bisher in Deutschland für nicht gibt, zu beschaffen. Leider ist sie sehr teuer, nämlich ca. € 28.000 mtl.! Dazu gibt es keine Erfahrung mit diesem Medikament. Was nun passierte, war eine der schönsten, berührensten Erfahrungen, die ich in meinem Erwachsenen-Leben gemacht habe.

Das beschreibe ich in den nächsten Tagen im 2. Teil dieses Beitrages.

Alles Liebe für Euch!

Von der Erkrankung zur Heilung Mein Weg 74

Zwischenbericht

Gestern hatte ich erstmals den Gedanken: „Ich schaffe es nicht.“

Endlich, nach zwei Monaten, lag der Befund aus Heidelberg vor. Außerdem gab es die Bilder aus dem PET-CT, das tags zuvor angefertigt wurde. Mein Zwillingsbruder und Suse begleiteten mich. Während des ganzen Gesprächs mit der Ärztin hielt Suse meine Hand und mein Bruder hatte seinen Arm um mich gelegt. Ich fühlte mich gehalten und geliebt!.

„Die bisherige Chemotherapie hatte keinen Effekt.“ „Die Metastasen in der Lunge sind gewachsen.“ „Es sind weitere Metastasen hinzugekommen.“

Das waren die Kernaussagen. Was jetzt? Im weiteren Verlauf ging es um den Abbruch der bisherigen ambulanten Chemotherapie, Kontaktaufnahme mit DER Spezialistin für meine Form der Krebserkrankung, die in Houston,USA arbeitet, eine nunmehr stationäre Chemo mit erheblich stärkeren Nebenwirkungen und, und, und…….. Obwohl ich geradezu an den Lippen der Professorin hing, war ich erfüllt von dem Gedanken: „Es klappt nicht!!“ Sie versuchen, wirklich mit Einsatz und auch großer Kompetenz, alles, doch es reicht nicht! All die medizinischen Behandlungen, meine eigenen Bemühungen sind nicht in der Lage den Krebs aufzuhalten. Werden die neuen Therapien es schaffen? Zumal doch gesagt wurde, dass es nicht mehr heilbar ist. Ich spüre bereits eine Veränderung in meinem Brustkorb, in der Lunge. Auch die Schmerzen im Hüftbereich nehmen zu. Die bisherigen Chemotherapie hat mich geschwächt. Wohin geht dieser Weg?

„Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts.“

Dieser Spruch hat mich über viele Jahre meines Lebens begleitet und gelenkt. Oft war er der Beginn einer elementaren, grundsätzlichen neuen Ausrichtung. Es ist notwendig, etwas komplett zu verändern………!!! Was das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich werde in mich gehen, in mein Innerstes und eine Antwort suchen. Die ultimative Veränderung? Ich weiß noch gar nichts!

Alles Liebe für Euch!

Von der Erkrankung zur Heilung Mein Weg 73

Chemotherapie………….. Das Schreckgespenst

Am 16. August war es so weit, meine erste Chemotherapie. Morgens um 10 Uhr hatte ich den Termin in der onkologischen Ambulanz der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Ich reihte mich in die Schlange im Flur vor der Anmeldung ein. Diskretions-Abstand war die Devise. Mindestens 10 Patienten warteten darauf, hereingebeten zu werden. „Der Nächste bitte!!“ Erst nach der erfolgten Anmeldung konnten wir im Wartezimmer Platz nehmen. Bis dahin war für alle warten im Stehen angesagt. Im Klartext: Es war offensichtlich, dass die meisten Wartenden krebskrank waren, einige an Krücken, manche leichenblass. Eine begleitende Ehefrau fragte ihren Mann sorgenvoll: „Kannst Du noch?“ Mit zusammengepressten Lippen nickte er nur. Ich versuchte mich mental von dieser bedrückenden Situation zu lösen, mich ausschließlich auf mich selbst zu konzentrieren. Gar nicht so leicht, angesichts dieser herzlosen Gedankenlosigkeit.. Wie ich das hasse!

Nach einigen Vorbereitungen, wie Blutabnahme, Legen eine Zugangs für die nun folgenden Infusionen ging es dann in den Raum mit den vielen Liegesesseln. Wie oft hatte ich solche Räume schon in Filmen gesehen, und sie strahlten für mich jedes Mal eine Aura des Todes aus. Endzeitstimmung. Mit äußerster Konzentration versuchte ich meine Gedanken und Gefühle zusammen zu halten. …… „Es ist gut jetzt hier zu sein! Die Chemotherapie unterstützt mich im Gesundwerden. Ich bleibe ganz bei mir, schließe die ganze Atmosphäre aus.“ Es gelang mir ganz gut,

Ich begann meine mentalen Übungen zu machen, um damit alles, was nun passierte zu unterstützen. Meine nur selten benutzten Noise-Reduktion-Kopfhörer waren nun Gold wert. In meiner Vorstellung bekam jede Krebszelle einen Tropfen vom Gift injiziert und starb ab. Gleichzeitig visualisierte ich Bilder vom Windsurfen und das Bewusstsein und Gefühl von völliger Heilung. So verging die Zeit ganz gut. Nach knapp 4 Stunden war alles vorbei. Ich fühlte mich weder benommen, noch war mir übel. Alles wie immer. Doch das änderte sich, wenn auch nicht in dem Maße, wie ich es von anderen, die ebenfalls eine Chemotherapie erhalten hatte, gehört hatte. Übelkeit , Benommenheit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit stellte sich dennoch ein. Ich entschloß, mich zunächst all meine Termine zu verschieben und überlegte, welche Termine mir schon seit längerem keine richtige Freude mehr machen würden. Diese Termine sagte ich endgültig ab. So etwas hatte ich nie zuvor gemacht. Ich verspürte anfänglich Angst davor, es mir nicht leisten zu können, doch schnell stellte sich eine große Erleichterung ein. Gut gemacht! Einige Tage später flogen Susanne und ich für 14 Tage in unser Haus nach Lanzarote. Ruhe und Erholung waren angesagt. Wir waren davon ausgegangen, dass ich viel Zeit für Rekonvaleszenz brauchen würde. Doch dem war nicht so. Eigentlich war es wie immer. Jeden Morgen eine halbe Stunde im Meer schwimmen, über die Insel fahren und die Tag an den schönsten Stränden verbringen, abends essen gehen oder auch wunderbar selbst kochen, einen neuen Tisch kaufen, ins Haus transportieren und zusammenbauen. Außer der Tatsache, dass ich urplötzlich an Haarausfall litt und Susanne mir half, meinen Kopf zu rasieren, war es ein herrlicher Urlaub.

Lediglich das Gehen fiel mir schwer, denn vorher, noch in Hamburg, wurde festgestellt, dass ich im linken Knie einen Innenmeniskusabriß hatte. Eine Verschleißerscheinung aufgrund einer 20 Jahre zurückliegenden Knieoperation. Die Schmerzen waren so, dass mir relativ schnell klar wurde, dass ich um eine Operation während der Chemotherapie-Zeit nicht herumkommen würde. Na ja, mal sehen……….. Direkt nach unserer Heimkehr erfolgte die zweite Chemo. Wieder kapselte ich mich vollständig ab. War nur bei mir in meinen Traumreisen. Wiederum 3 Wochen später dann die Dritte. Ging wiederum ganz gut. Bin nun gespannt, wie nun nach der Hälfte der insgesamt 6 Chemos das Ergebnis sein wird. Auch fehlt immer noch der Befund der Zweitmeinung vom Deutschen Krebsforschungszentrum aus Heidelberg. Zusammen mit einem neuerlich PET-CT wissen wir mehr. Ich bin vorsichtig optimistisch.

Alles Liebe für Euch!

Von der Erkrankung zur Heilung Mein Weg 72

Lungenmetastasen

Nach der in „Mein Weg 71“ beschriebenen Entdeckung von einer Ausbreitung der Knochenmetastasen im rechten Beckenbereich wurde schnellstmöglich ein PET-Ct gemacht. Damit kann festgestellt werden, ob und inwiefern eine weitere Streuung und Ausbreitung stattgefunden hat. In einem meiner früheren Einträge habe ich die Funktionsweise einer solchen Untersuchung bereits beschrieben. Dennoch nochmals kurz, wie es funktioniert. Zu Beginn wird mir eine radioaktive Substanz injiziert. Dann komme ich in einen Raum mit dicken Wänden und einer dicken Tür. Dort bleibe ich für 2 Stunden. In dieser Zeit verteilt sich diese Substanz in meinem ganzen Körper, unterstützt durch das Trinken von ca. 2 Litern Wasser. Die dicken Wänden schützen übrigens das Krankenhauspersonal vor einer Bestrahlungsschädigung durch mich.

 In der Röhre bekam ich dann ein Kontrastmittel und die Bilder werden gemacht.  

Nun ja, bei der Befundbesprechung am Folgetag, Susanne war wie so oft dabei, sah ich schon am Gesicht der Ärztin, dass es ein schlechter Befund sein würde. Und so war es dann auch.  Metastasen in der Lunge! Scheiße!! Schlechter könnte es nicht sein. Aus schulmedizinischer Sicht keine Möglichkeit der Heilung.  Jedes Mal löst eine solche Nachricht in mir zunächst schockartige Angst, Fassungslosigkeit und ein Gefühl von Ausweglosigkeit aus. Schaue ich dann meine Suse an, sehe, wie sie mit großen Augen und grau im Gesicht neben mir sitzt, weiß ich, wie ähnlich es uns beiden geht. nach einer solchen Nachricht. Nun geht’s los:   Chemotherapie, Anti-Hormom-Therapie, das voll Programm. Vor allem die Anti-Hormon-Therapie steht mir bevor, habe ich sie doch mehr als 2 1/2 Jahre „genießen“ dürfen.

Wieder mal brauche ich einige Zeit, um mich von dieser Nachricht mental zu erholen. Meine frühmorgendlichen Zeiten, in denen ich meditiere, lese, meine Gedanken wahrnehme, reflektiere und weiterentwickle, helfen mir dabei sehr. In dem Buch „Das heilende Bewusstsein“ las ich viel über die in uns allen innenwohnende Kraft der Handlungsfähigkeit. Ich denke, wirklich jeder Mensch hat diese Fähigkeit zu handeln. . Doch entscheidend ist es, diese Fähigkeit zu aktivieren, sie also quasi zum Leben zu erwecken. Die Beschäftigung mit diesem Thema gibt mir Zuversicht und auch Mut neue Wege zu gehen. Manchmal ist das schwer, aber es geht. Susanne an meiner Seite zu haben ist ein Geschenk des Himmels. Ohne sie……. Daran mag ich gar nicht denken. Dabei weiß ich genau, wie schwer es auch für sie ist. Vor etwas mehr als 3 Jahren hat sie einen Mann geheiratet, der damals bereits an Krebs erkrankt war. Nun wird mein Zustand schlechter und sie ist stets voller Liebe und Unterstützung an meiner Seite. Doch auch sie hat dunkle Zeiten voller Angst. Ich weiß es und bin voller Bewunderung, dass sie es mich nicht in einer Form wissen lässt, die mich schwächen würde. Ich liebe sie so sehr.

Mittlerweile habe ich die die erste Chemo, Kortison-Behandlung und Anti-Hormon-Injektion hinter mir. Davon berichte ich beim nächsten Mal. Nur so viel: Wirklich nicht angenehm, aber auch nicht so schlimm, wie es immer beschrieben wird.

Alles Liebe für Euch