Von der Krankheit zur Gesundheit – Mein Weg 10

Aussen und Innen

Gestern hatte ich mich entschlossen, zunächst den rein medizinischen Bereich meiner Erkrankung  nicht weiter zu beschreiben. Denn es gab ja auch nichts Neues mehr zu berichten. Vielmehr war meine Absicht, endlich mehr über den Bereich zu schreiben, auf den ich selbst einen, wie ich glaube, großen Einfluss habe.    –   Denkste. Wie heißt es so schön? “ Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“

 

Montagvormittag  hatte ich einen Nachfolgetermin in der Praxis  meines Haus-Urologen. ( Was es für Begriffe gibt!) Also dem niedergelassenen Urologen, der ursprünglich meinen Krebs festgestellt und mich dann ins Krankenhaus überwiesen hatte.

Ich war bei seinem Partner und Kollegen, der meinen Fall ebenfalls kannte. Nochmals besprachen wir  ausführlich die jetzige Situation und währenddessen gab er er mehrmals seiner Verwunderung Ausdruck, wie fit ich doch wirken würde. Zur Erklärung: In der letzten Zeit war gutes Wetter, ich habe deshalb oft in der Sonne gesessen, bin entsprechend braun gebrannt und auch gut gelaunt, da ich mehr und mehr visualisiere, Entspannungsübungen mache und mich mit den Themen beschäftige, die in der Vergangenheit zumindest förderlich für eine Krebserkrankung sind. Es ist erstaunlich, was mir da alles begegnet und wie viele Lichter mir aufgehen. Die durch die Operation 搬瓦工  extrem angeschwollene  rechte Bauchseite und Hüfte kann ich glücklicherweise durch entsprechende Kleidung gut kaschieren.   Darum sehe ich scheinbar fit aus. Mein Bruder sagt übrigens immer, wenn er mich sieht: „Peter, grade gehen!“ Bezüglich meines Bauches wurde mir im Krankenhaus versichert, dass diese enorme Schwellung im Laufe der nächsten Wochen peu à peu verschwinden würde. Trotzdem: Immer wieder kam der Gedanke hoch, was wohl wäre, falls ich so dick bleiben würde. Ganz klar, es würde mich stören! Außer mit Susanne konnte ich mit niemandem darüber sprechen. Keiner verstand diesen Gedankengang, diese Sorge. Vielmehr hieß es dann immer wieder, wie egal das doch wäre, und die Hauptsache sei, dass ich wieder gesund werden würde. Ja, stimmt schon, natürlich will ich leben! Und dennoch, ich möchte ausserdem schlank sein.

Mal angenommen, ich würde morgen mein Portemonnaie mit Geld, Ausweisen und allen Karten verlieren, dann wäre das super nervig und ich würde mich richtig ärgern. Würde dann jemand sagen,“Ist doch egal, viel wichtiger für Dich ist es,  gesund zu werden“, wäre das schon eine blöde Antwort.     Es gibt nämlich neben meiner Krankheit noch andere Aspekte, die davon völlig losgelöst auch ihre Bedeutung haben.

So, zurück zum Haus-Urologen.

Die bisher unter Umständen in Erwägung zu ziehende Bestrahlung würde doch sicher stattfinden, meinte er. Auch eine sich daran anschließende Chemotherapie würde es wohl geben. Mal wieder eine Veränderung und wieder nicht zum Besseren.! Dieses scheibchenweise Draufsatteln mag ich nicht. Überhaupt nicht.   Es ging noch weiter.          Es gibt einen sogenannten V-Wert.  Dieser V-Wert sagt aus, inwiefern alles Krebsgewebe während der OP entfernt worden ist. V 0 bedeutet: alles entfernt.  1 und höher heißt, dass da noch etwas geblieben ist. Mein histologischer Wert aus der Pathologie nach der OP ist V 0. Also zunächst erstmal alles, was mit Krebs zu tun hat, bis ins Gesunde weg. Wie mir alle sagten, ein ganz wichtiges Indiz im positiven Sinne. Nun meinte der Arzt, die sei wohl eher ein geschönter V 1 !  Verdammt!!!! Hört den das nie auf? Was denn nun?

Dieses Ungewisse und sich ständig Ändernde macht mich mürbe. Ohne echte Orientierung habe ich ein Gefühl, als würde ich zwischen Mühlsteinen zerrieben. Viel lieber wäre es mir, man würde mir ganz klar sagen, ich hätte aus medizinischer Sicht eine 20%-ige Überlebensprognose. Das wäre dann eine klare Aussage. einige Tage würde ich mich zurückziehen, um das zu verdauen und dann würde ich angreifen und offensiv agieren. Aber so?  Diese von aussen kommenden Informationen machten mich fertig und nahmen mir meinen Elan. Alle, denen ich davon erzählte, konnten das gut verstehen und waren mitfühlend.  Während ich dies schreibe, wird mir wieder bewusst, wie sehr mir Mitgefühl guttut. Eine Falle………!

Am nächsten Tag las ich, was ich so in den letzten Wochen in mein Tagebuch geschrieben hatte. Damit vermeide ich, dass mir etwas Wesentliches, dass ich vielleicht vor 14 Tagen aufgeschrieben habe, durchrutscht.  Da stand, von mir geschrieben: Krebsbehandlung ist körperlich, geistig und spirituell. Die Art der Betrachtung meiner Krankheit macht einen großen Unterschied bei der Genesung aus.

Das war es!

Diesen Satz hatte ich schon im 4. Blog geschrieben und wieder vergessen. 

Ich hatte um Mitgefühl zu bekommen, zugelassen, dass meine Stimmung, meine Kraft und meine Zuversicht  abhängig war von den zu diesem Zeitpunkt negativen Statements der Ärzte. Natürlich ist Krebs eine schreckliche Krankheit. Natürlich kann man da verzweifelt, hoffnungslos, voller Angst und apathisch sein. Natürlich bekommt man dann in der Regel Mitgefühl. Und natürlich tröstet das, und man fühlt sich verstanden und nicht so allein mit seinem Schicksal. NUR, so wird man nicht gesund. Dieses Denkmuster schadet!

Aber ich werde gesund.  

Entscheidend ist nicht, was passiert. Entscheidend ist vielmehr, wie ich damit umgehe.  Wie ich also meine eigene Einstellung gestalte. 

Wenn ich nichts ändere, ändert sich nichts. Eine Spruch, den ich tausendfach in meinen Seminaren und Coachings benutze. Von innen nach aussen. Nicht umgekehrt!

Meine Frankfurter Freundin sagte, dass jeder Patient anders ist und jeder Patient kann jede Prognose sowohl im negativen als ich im positiven beeinflussen.. Wie recht sie hat. 

Deutlich nehme ich die Achterbahn meiner Gefühle wahr. Und genauso deutlich sehe ich, dass immer, wenn ich ganz bewusst in mein Inneres eintauche, es mir sofort besser geht.

Ein Beispiel: 14 Tage nach der Operation war ein schon  im März verabredetes 3-Tage-Seminar geplant. Bereits im Krankenhaus fragte ich den Professor, ob ich das schaffen könne. Kein Problem, meinte er.  Als ich dann wieder zuhause war und die sich ständig verschlechternden Aussagen seitens der Ärzte mich überforderten, ich weiterhin starke Schmerzmittel nahm, wurde ich zunehmend unsicher. Gleichzeitig ging es mir trotzdem jeden Tag deutlich spürbar ein wenig besser.  Was tun? ich hatte ja noch eine Woche Zeit!?

Meine Freundin aus Frankfurt. Mal wieder. Ihre große Erfahrung war und ist mir eine wirkliche Hilfe. Ich fragte sie, was ich tun solle, ob sie einen Rat hätte. Wie aus der Pistole geschossen, antwortete sie: „ Peter, nimm Kontakt zu Deiner inneren Weisheit auf. Die hat jeder. Du wirst sofort wissen, was für Dich richtig ist.“ So war es ! Sonnenklar für mich: Ein Seminar über 3 Tage ist zu früh für mich! Punkt. Sofort rief ich die Geschäftsführerin an und teilte ihr meine Entscheidung mit. Sie meinte nur: „ Alles gut, Herr Krankenberg, werden Sie einfach nur wieder gesund. Wir brauchen Sie noch lange für viele Themen. Allein deshalb müssen Sie wieder gesund werden. Über finanzielle Auswirkungen durch die Absage machen Sie sich bitte keine Gedanken.“ Ich hatte ihr angeboten, die durch die Absage entstehenden Kosten, Hotel etc., zu ersetzen.     Ich war mehr als dankbar. Dankbarkeit war nur der Vorname. 

 

Seitdem bin ich ein Fan meiner eigenen inneren Weisheit geworden. Manchmal klappt das gut und manchmal ist das total schwierig. aber ich bin aufmerksam. Sehr sogar. 

Gleichzeitig merke ich ganz deutlich, dass ich bei bestimmten Themen Hilfe und Unterstützung brauche. Je mehr ich entdecke, desto mehr gute Impulse kommen von aussen.

So, bin jetzt müde. Heute habe ich etwas ganz Verrücktes getan. Ich habe an einen Foto-Shooting für Laufkleidung teilgenommen. Dabei musste ich  mit anderen 10 Mal über eine Brücke joggen. 

Darüber und wie sich Wege entwickeln, weil ein  Ziel völlig klar ist, beim nächsten Mal. Das ist geradezu magisch……….

 

Alles Liebe für Euch!

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