Von der Krankheit zur Gesundheit – Mein Weg  11

Grundsätzliches
Eigentlich wissen die meisten Menschen, inwiefern Körper, Geist und Seele zusammenhängen.  Wie das nun genau geht und welche Ursachen welche Auswirkungen haben,  ist jedoch im allgemeinen unbekannt. Nun hat dieses Thema durch meine Krebserkrankung eine derart unmittelbare Brisanz und Bedeutung für mich gewonnen, dass ich anfing, mich intensiv damit auseinanderzusetzen.

Natürlich wissen wir alle, dass Rauchen ungesund ist, Bewegung in der Regel nicht nur guttut, sondern auch gesund ist und auch gesunde Ernährung zu einem langen Leben beiträgt. In jeder Zeitschrift lesen wir, was wir tun müssen, um fit in den Sommer, attraktiv in der Partnerschaft und glücklich im Leben zu sein. Es wird suggeriert, dass wir das nur beachten müssen und dann scheint den lieben langen Tag  die Sonne. Und falls wir dann noch die neueste „Brigitte-Diät“ mitmachen…………

Ich bin fit gewesen. Schon seit langer Zeit. Ich laufe seit vielen Jahren regelmäßig, bis hin zu einigen Marathons, fahre Rennrad, surfe im Sommer, während ich im Winter viel Ski fahre und in den Zwischenzeiten gehe ich ins Fitnesscenter. All das tue ich aus Neigung und mit Freude.        Darüber hinaus esse ich eher mäßig, rauche nicht und Alkohol trinke ich eher wenig. In meinem Beruf als Seminarleiter, systemischer Coach geht es mir ausgesprochen gut und ich erfahre sehr viel Anerkennung.  Alles gut, oder?

Und jetzt habe ich Krebs.

Wieso? Woran liegt das?    Zufall?    Umwelt?        Die Gene?     Begründet in meinem bisherigen Leben?     Immerhin schon fast 60 Jahre lang.      Oder Zufall?       Einfach nur Pech gehabt?      Direkt nach der schockierenden Diagnose hatte ich schon den Gedanken, dass es etwas mit meinem bisherigen „Way of Life“ zu tun haben muss. Ein zu diesem Zeitpunkt, zugegebenermaßen, durch nichts Konkretes herzuleitender Gedanke. Dennoch war meine Vermutung für mich mehr als nur eine Möglichkeit. Dabei spielte eine Überlegung von Anfang eine wesentliche Rolle. Nämlich, falls es Gründe in meinem bisherigen Leben geben sollte, die zumindest für eine Krebsanfälligkeit förderlich gewesen sein sollten, ich diese auch ändern könnte. Dadurch wäre ich also in die Lage versetzt, mich selbst aktiv an meiner Genesung zu beteiligen und dazu beizutragen. In früheren Jahren, vor mehr als 20 Jahren, hatte ich ein wenig darüber gelesen. Mehr als rudimentäre Kenntnisse waren mir von dieser Literatur nicht geblieben. 

In „Wer wird Millionär?“ schließen die Kandidaten, wenn sie keine Ahnung haben, zunächst aus und versuchen sich dadurch der richtigen Antwort zu nähern. Genau das geschah auch jetzt. Mein Zwillingsbruder, wir sind eineiige Zwillinge, ließ sich ebenfalls untersuchen. Sollte uns das gleiche drohen wie den Roth-Zwillingen? Diese beiden Brüder, einige Zwillinge, beide Handball-Nationalspieler,hatten beide Prostata-Krebs (mit 47) und darüber ein Buch geschrieben, in dem sie auf berührende und eindringliche Weise über ihren gemeinsamen Weg zur Gesundung und ihre Erkenntnisse berichten.        Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass mein Bruder gesund ist. Welch eine Erleichterung!!!! Meine Angst, er könnte ebenfalls erkrankt sein, hing wie eine pechschwarze Wolke über mir. Es wäre für mich schwer zu ertragen gewesen. Nun wusste ich ungefähr, wie es ihm mit mir ergehen musste.                       Bei uns spielten also die Gene zumindest nicht die Hauptrolle.

Ich fing an, mich mit den Wechselbeziehungen zwischen Denken (mind), fühlen( Emoticons) und dem Krebs gründlich zu beschäftigen. Es gibt eine Menge wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema. Bereits in den frühen 1970-Jahren wurde eine der ersten Studien veröffentlicht, in der prospektiv die psychischen Eigenschaften von Menschen untersucht wurden, noch bevor eine Krankheit diagnostiziert wurde. Dabei handelte es sich um prospektive Daten, die über einen Zeitraum von dreißig Jahren gesammelt worden waren. Es wurde eruiert, dass folgende Eigenschaften einen Menschen krebsanfällig machen:

  • Die Reaktion auf Stress mit einem Gefühl von Hoffnungslosigkeit 
  • Das Runterschlucken von Gefühlsregungen oder der Mangel an Gefühlsventilen
  • Das Gefühl fehlender Nähe zu einem oder beiden Elternteilen.

Nun ist mir natürlich klar, dass bestimmte Dispositionen noch nicht zu Krebs führen müssen. So, wie Rauchen nicht zwangsläufig Lungenkrebs als Ergebnis hat. Siehe unser aller Bundeskanzler Helmut Schmidt, der mit 97 Jahren immer noch raucht wie ein Schlot.     Jedoch zwei der obigen Eigenschaften Treffen in sehr hohem Maße auf mich zu! 

In einer weiteren Studie Im Jahr 1989 versuchten Mediziner der Stanton University und der Unversity of California in Berkeley nachzuweisen, dass psychologische  Beratung die Überlebenszeit von Krebspatienten nicht beeinflusst. Freimütig räumten sie ein, dass sie, entgegen ihrer Annahme, genau das Gegenteil herausfanden. Vielmehr wurden durch bewiesen, dass psychologische Betreuung die Überlebenszeit signifikant verlängert, bzw. den Heilungsprozess erheblich unterstützt.                                                                                                                                  Solche Untersuchungen gibt es viele.         Eine besonders beeindruckende Studie ist eine, die mit einhundert Frauen mit Brustkrebs im Endstadium durchgeführt wurde. Fünfzig von Ihnen, die es vorzogen, für ihren fortgeschrittenen Brustkrebs keine Chemotherapie durchzuführen, wurden verglichen mit fünfzig anderen, die Chemotherapie bekamen. Die Überlebenszahlen sahen folgendermaßen aus:

  • Diejenigen Frauen, die überhaupt keine Behandlung bekamen, hatten eine mittlere Überlebenszeit von 11 Monaten
  • Bei denjenigen, die nur Chemotherapie bekamen, war die durchschnittliche Überlebenszeit 14 Monate 
  • Bei denjenigen, die ausschließlich psychologische Beratung bekamen, war die durchschnittliche Überlebenszeit 15 Monate 
  • Diejenigen Frauen, die sowohl Chemotherapie als auch Beratung bekamen, hatten eine mittlere Überlebenszeit von 22 Monaten.

All das interessierte mich neuerdings außerordentlich und bestätigte meine eigenen Gedanken über meine Krebserkrankung, deren Ursachen und Heilchancen. Voller Mitgefühl war ich gleichzeitig bei diesen mutigen und tapferen Frauen, die sich im Angesicht ihres eigenen Todes für diese Untersuchung zur Verfügung stellten. 

Ich glaube, dass viele Patienten von diesen Dingen nichts wissen oder vielleicht auch nichts wissen wollen. Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten rapide weiterentwickelt. Krankheiten, die früher als unheilbar galten, sind heutzutage heilbar. Die Patienten sind krank, gehen zum Arzt und wollen ihren Körper flicken lassen. Die Ärzte wiederum sind darauf spezialisiert, solche Reparaturen durchzuführen. Oft klappt das auch. Scheinbar!?

 Ich glaube: Die beste Krebstherapie ist eine Kombination der modernsten medizinischen Methoden (in einer menschlichen und unterstützenden Methode angeboten) mit der bestmöglichen psychologischen Betreuung. Das Ergebnis wird besser ausfallen als für Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie allein oder als für psychologische Betreung allein. 

Aus  dieser Überzeugung heraus handele ich. 

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