Von der Krankheit zur Gesundheit – Mein Weg 14

VISIONEN     –  Magie          – Himmel und Hölle

 

Visionen sind schöpferische Gestaltung.                Das, was ich mir vorstelle, trifft ein.
Oder anders ausgedrückt, etwas abgeschwächt für diejenigen, denen diese Aussage zu krass ist. Unsere Vorstellungen sind nützlich und unterstützend für die Erreichung, dessen was wir uns vorstellen. Dabei ist es bedeutungslos, ob diese Bilder im Kopf für uns überhaupt gut sind oder nicht.  Entscheidend ist im Leben , was wir uns vorstellen.
Es gibt drei Zeiten, in denen wir leben:  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft . Machmal fast zeitgleich. So banal dies klingt, so wesentlich ist es , sich mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: „Die meisten Menschen verbringen ihre Zeit damit, ihre Vergangenheit zu bereuen und sich Sorgen um die Zukunft zu machen! Damit verbringen sie einen Großteil der Gegenwart. “ Ich vermag nicht beurteilen, inwieweit das wirklich zutrifft. Will ich auch gar nicht. Was ich jedoch genau weiß und kenne, ist meine Gewohnheit in diesen Kategorien zu denken. Natürlich tue ich das nicht immer, aber doch relativ oft und dann auch sehr intensiv.
Zeit meines erwachsenen Lebens habe ich folgenden Satz in mir herumgetragen: “ Ich schaffe es nicht, das was mir wirklich wichtig ist, umzusetzen. Ich bin zu bequem und habe Angst vor Mißerfolg. Aber morgen wird alles anders. Hoffentlich?!“ Gleichzeitig bin ich mir darüber im Klaren, dass ich in manchen Bereichen schon erfolgreich bin. So ist es mir geglückt, eine mir entsprechende Lebensform zu kreieren, die ein großes Maß an eigenverantwortlicher Selbständigkeit beinhaltet. Ich übe einen Beruf aus, der mir enorm viel Freude, Befriedigung und Anerkennung bringt. Ich reise viel, habe einen großen Freundeskreis, sowie einige wirkliche, enge Freund. Dazu bin ich in einer Partnerschaft, die mich beglückt.   Im Hinterkopf nagte dennoch der Gedanke, dass ich die darüber hinausgehenden Ziele, die ich im Grunde schaffen könnte, nicht angegangen bin und auch zukünftig nicht angehen werde. Je tiefer ich in die Mechanismen meiner inneren Gedankenwelt eintauche, desto deutlicher verstehe ich, dass solche Sätze, wie der obige: „Ich schaffe es nicht………., dafür ursächlich für meinen jetzigen Zustand verantwortlich sind. Ich habe eine ganze Reihe solcher inneren aussagen.  Dieser Satz, „Ich schaffe es nicht…“, bezieht sich auf die Zukunft. In jedem Moment meiner Gegenwart, in der ich diese Worte in mir zu mir sage, kreiere ich eine Zukunft, in der wirklich große Ziele für mich nicht vorkommen. Oder zumindest nur partiell. Gut gehen tut es mir mit dieser Überzeugung nicht! Und deshalb habe ich mich auch so wenig wie n möglich damit beschäftigt. Lieber lenke ich mich ab, tue etwas, was ich kann oder sogar, was mir Spaß macht. und, wie mit Zauberhand, sind diese Visionen meiner Unzulänglichkeit verschwunden.      Von wegen! In Wirklichkeit wirken sie weiter und schaffen eine zukünftige Wirklichkeit, die ich eigentlich gar nicht will. Überhaupt nicht! Das gefährliche, dieser, ach so schönen, Ablenkungen liegt darin, dass sie mich von einer wirklichen Reflexion meiner eher negativen Visionen und deren Auswirkungen abhalten. Solcherart habe ich mir quasi selbst eine Bein gestellt. Allerdings gibt es einen Aspekt, der noch wesentlich bedeutsamer und, wie sich nun mit aller Deutlichkeit zeigt, ungleich gefährlicher ist. Visionen dieser Art schwächen. Sie sind, zumindest für mich, ganz eindeutig, eine der Ursachen für meine Krebserkrankung. Während ich dies schreibe und dabei nochmals den obigen Satz, „Ich schaffe es nicht…….“, leise lese, merke ich sofort, wie die Worte mich herunterziehen und mir Energie rauben. Augenblicklich entsteht in mir eine leichte Form von Müdigkeit. Selbst jetzt verspüre ich den Drang, mich mit etwas Angenehmeren zu beschäftigen. Verdammt, in dieser Hinsicht habe ich mich nie wahrgenommen.                           Aber: Es jetzt zu erkennen, mich damit zu beschäftigen, zu sehen, was los ist und zu verändern, inspiriert und beschwingt mich. Ein intensives Gefühl von Lebensfreude, Zuversicht und Energie breitet sich in mir aus. Lebendigkeit.

In einigen meinen Seminaren bitte ich die Teilnehmer um die Mitarbeit bei einer Übung, in der sie für sich selbst feststellen können, inwieweit Gedanken eine Auswirkung auf ihre Körperkräfte haben. Dabei bitte ich zunächst einen Teilnehmer, sich freiwillig für eine Übung zur Verfügung zu stellen. Dieser Teilnehmer und ich stehen gemeinsam vor der ganzen Seminar-Gruppe. Nun bitte ich den Freiwilligen, sich an eine Situation in seinem Leben zu erinnern, die für ihn ganz besonders schön gewesen ist. Vor seinem inneren Auge erschafft er also aufs Neue, er erinnert sich also , eine vergangene Begebenheit und fühlt so gut wie damals. Jetzt fordere ich ihn auf, seinen rechten Arm soweit zu heben, bis dieser waagerecht seitlich vom Körper wegsteht und alle Kraft einzusetzen, seinen Arm dort zu halten. Er tut also in diesem Augenblick zwei Dinge gleichzeitig, nämlich die Visualisierung einer wunderschönen Episode seines Lebens und seinen Arm unter Mobilisierung seiner Kräfte in der waagerechten Position zu halten . Diesen Arm fasse ich nun am Handgelenk und drücke ihn nach unten. In aller Regel geht das nur mit einer erheblichen Kraftanstrengung von mir. Vor allem große, kräftige Männer, die sie sich ungern besiegen lassen wollen, entwickeln enorme Kräfte. Es ist dann notwendig, sich beinahe an den Arm zu hängen, bevor dieser sich senkt. Im Anschluss an diesen ersten Teil der Übung bitte ich den Teilnehmer, sich nunmehr an eine Situation zu erinnern, die für ihn wirklich sehr unangenehm gewesen ist. Unangenehme Gefühle sind etwa Hilflosigkeit, Unsicherheit, Angst, Peinlichkeit etc. Wenn er nun eine Situation , die mit solchen Gefühlen verbunden is, vor seinem geistigen Auge erschaffen hat, bitte ich ihn, wiederum den Arm zu heben und denselben mit aller Kraft oben zu halten. Obwohl er alle Kraft einsetzt und aus dem ersten Teil der Übung eine genaue Vorstellung seiner schieren Kraft hat, kann ich den Arm mit Leichtigkeit mit einer Hand herunterdrücken. Denn die Kraft, die den Arm oben hält, ist wesentlich geringer. Nachdem alle Teilnehmer dieser Demonstration beigewohnt haben, fordere ich sie auf, in 2-er Gruppen das Gleiche zu probieren. Alle erleben genau das gleiche Ergebnis. Verblüffend war für die meisten, in welchem Maße sich ihre körperliche Kraft veränderte, in Abhängigkeit von der Qualität ihrer Gedanken und den daraus resultierenden Gefühlen.                     Nun haben sich während dieser Übung  alle mit Situationen befasst, die in ihrer jeweiligen Vergangenheit lagen und diese Erinnerungen haben ihre Gegenwart massiv verändert. Wenn das so ist, dann können Gedanken, die sich mit der Zukunft beschäftigen in gleicher Weise ebenfalls die Gegenwart beeinflussen. Mache ich mir also Sorgen,  z.B Arbeitslosigkeit oder Geldsorgen, oder verlassen werden, Krankheit und  was zukünftig alles Schreckliches passieren könnte, so schwächt mich das. Und aus diesem Grunde hat mich dieser Satz „Ich schaffe es nicht, das was mir wirklich wichtig ist, umzusetzen. Ich bin zu bequem und habe Angst vor Mißerfolg. Aber morgen wird alles anders. Hoffentlich?!“ an vielen Tagen meiner vergangenen Gegenwart geschwächt!

Umgekehrt gilt genau so! Male ich mir meine Zukunft in für mich wirklich bunten Visionen, die mir gefallen, die mich wirklich berühren, dann, ja dann geht es mir in der jetzigen und den zukünftigen Gegenwarten besser. Oder anders ausgedrückt: Ich lächle und  bin kräftiger.  Lächeln macht Spass! Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass diese Visionen sich in der Zukunft erfüllen. Doch: Zumindest in meiner Gegenwart geht es mir wesentlich besser und die Erreichung, dessen, was ich mir so sehnlich wünsche, wird dadurch, dass ich es täglich visualisiere wahrscheinlicher. Punkt!

Durch meine Krebserkrankung bin ich absolut motiviert, mir meine Denkgewohnheiten und Ängste anzuschauen. Dadurch versetze ich mich in die Lage umzudenken,  also zu verändern und ein ungleich besseres Leben zu führen. Ab sofort.       In den letzten Tagen traf ich vermehrt auf Menschen, die mich seit dem Beginn meiner Krankheit zum erstem Mal wieder sehen.  Immer wieder wurde ich mit der Frage, „Hallo Peter, wie geht es Dir?“ begrüßt. Wenn ich ihnen dann lächelnd mitteilte, dass es mir ausgezeichnet geht, erntete ich in der Regel ein erfreutes und zugleich überrascht, fragendes Gesicht. Ich erklärte dann, dass mir nicht den  Umständen entsprechend gut gehen würde, sondern richtig gut. Denn ich könnte mir genau vorstellen, wie es mir gehen wird, wenn ich wieder vollkommen gesund bin. Nämlich viel bewusster, selbstbestimmter, selbstsicherer, mutiger, freudiger, zuversichtlicher und (das sage ich meistens nicht) selbstliebender. Und außerdem  sage ich denjenigen, die mich ja gerade nach meinem Befinden gefragt haben, dass es einen Zeitpunkt geben wird, an dem ich froh sein werde, diese Krankheit bekommen zu haben, denn dadurch wäre ich in die Lage versetzt worden, mein Leben auf eine neue Ebene zu heben.  Genauso fühle ich mich augenblicklich. Das ist meine Vision, die mir unglaublich gut tut.  Gleichzeitig ist mir klar, dass meine Krankheit in diesem Augenblick kein Zuckerschlecken ist. Ich bin sehr schnell müde, bekomme immer wieder Schmerzen, mein Bauch ist noch dick, auch wenn diese enorme Schwellung weg ist und einige Behandlungen, die zukünftig auf mich zukommen werden, na ja……..Doch all das ist ertragbar und tritt, für mich, hinter der aufregenden und spannenden Beschäftigung mit mir selbst, in der meisten Zeit in den Hintergrund.

Charlie Caplin schrieb anlässlich seines 70.Geburtstages am 16.April 1959 unter anderem:                                                                              „Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.“                                                                                                         „Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer herunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.“                                                  „Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.“                                                                                                                „Als ich mich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.“

Dazu kein weiterer Kommentar von mir. Er spricht mir aus der Seele.

Eins noch: Ich werde immer wieder von Freunden gefragt, ob sie diesen Blog auch anderen zugänglich machen dürfen.      Ja natürlich. Macht es so, wie es Euch gut geht!

Alles Liebe für Euch.

 

Eine Antwort auf „Von der Krankheit zur Gesundheit – Mein Weg 14“

  1. Lieber Peter,
    seit einigen Tagen lese ich Deinen Blog: immer wieder.
    Es berührt mich zutiefst, wie ehrlich Du mit Deinem Krebs umgehst … auch, dass Du all Deine Empfindungen und Überlegungen offen mit uns teilst: wie gut das tut. Es gibt Vieles, was schneller heilt, wenn Luft und Sonne rankommt.

    Ich lese seit 30 Jahren zu verschiedensten Symptomen das Buch von Rüdiger Dahlke „Krankheit als Weg“ – es ist gerade in einer Neuauflage erschienen. Wenn ich Deinen Blog lese, spüre ich, wie stimmig die Beschreibungen von Dahlke sind und wie sinnvoll und weiterführend sein theoretischer Ansatz.

    Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass Du gesund wirst: ich fühle es einfach wie die Navajo-Indianer Regen beten:
    sie hören das prasselnde Geräusch, sie fühlen den Regen auf ihrer Haut und wie er durch die Haare rinnt, sie schmecken ihn auf ihren Lippen und schließlich sehen sie vor ihrem inneren Auge, wie der Strom auf dem vertrockneten Boden immer stärker anschwillt.
    Ihre Gebete geben ihnen die Kraft und Stärke, harten Zeiten wie langen Dürreperioden gewachsen zu sein: es ist die Macht der Gedanken und Gefühle.
    Genau so, wie man Glück FÜHLEN kann, kann man Gesundheit fühlen: mit allen Sinnen.
    Seit vielen Jahren hängt in meiner Küche an der Lampe eine Karte mit einem Ausspruch von Voltaire: „Weil es gesund ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“
    Seitdem ich Deinen Blog lese, spüre ich, wie wichtig es ist, sich selber glücklich sein zu lassen … und wie viel das mit Mitgefühl für sich selber zu tun hat, und wie gut es tut, den eigenen Wurzeln und Prägungen nachzuspüren: Jeder hat sie und durch sie bestimmte blinde Flecken. Nur Wenige haben diesen Mut, ehrlich hinzuschauen und auszuhalten, was sie da sehen: denn wenn es bis in den Bauch durchsackt, wie sehr wir uns Zeit unseres Lebens durch diese Prägungen in der Kindheit selbst beschränken, ist das schon schmerzlich.
    Aber wie in so vielen Situationen entscheide ich auch hier ganz bewusst, lieber nach vorn zu schauen und das Gefühl zu genießen, nun bewusster und mit freierem Blick durch mein Leben zu gehen.

    Heute werde ich den ganzen Tag immer wieder ganz bewusst atmen und dabei fühlen, wie sich im ganzen Körper Gesundheit anfühlt: ich werde dieses Glücksgefühl mit Deinem Foto hier im Blog verbinden und fühlen, wie Du gesund wirst.

    Ich fühle mich durch Deinen Blog und alles, was er in mir auslöst, reich beschenkt: DANKE.

    Antje

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