Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 24

Normalität??

Eigentlich geht es mir ganz gut. wobei das Wort „eigentlich“ schon ausdrückt, dass es auch ein „aber“ gibt.

Der Reihe nach:  Seit meiner OP am 26.Mai hatte ich nun eine lange Phase der allmählichen Erholung. Eine Stunde laufen schaffe ich wieder gut, mein Bauch hat noch nicht ganz die alte Form, ist aber auf dem Weg dorthin. Ich bin wieder in meinem normalen Arbeitsrhythmus. Ganz sicher bin ich mir nicht, doch ich habe das Gefühl, besser zu arbeiten als vor meiner Erkrankung. Irgendwie gelassener. Die Beschäftigung mit den möglichen psychischen Ursachen meiner Krankheit hat mich zu tiefgreifenden Erkenntnissen geführt. Meine Selbstwahrnehmung und Selbstverantwortung haben sich entscheidend vertieft. Susanne unterstützt mich in vielerlei Hinsicht, und die Partnerschaft mit ihr erfüllt mich und tut mir einfach gut. Die Brisanz meines Krebses ist ein ganzes Stück in den Hintergrund getreten. An seine Stelle ist wieder eine gewisse Normalität und damit Ruhe eingekehrt. Eine Ruhe, die mich normal leben lässt und meine ursprüngliche Anspannung besänftigt.  Aus diesen Gründen gehr es mir eigentlich ganz gut.

Durch verschiedene Begebenheiten habe ich jedoch gemerkt, dass die Bedrohung durch den Tod im Hintergrund  meines mittlerweile eben  normalen Lebens noch sehr aktiv ist. Im letzten Eintrag schrieb ich, wie sehr mich die STERN-Geschichte über den Krebstod eines 17-jährigen Mädchens mitnahm. Meine Entspannung-und Meditationsübungen fallen mir schwer. Manchmal funktionieren sie überhaupt nicht. Alpträume von Tod und Einsamkeit, wie ich sie bisher nicht kannte, begleiten mich durch manche Nächte. Am Wochenende habe ich mich mit dem Fahrrad überschlagen, weil ich nicht aufgepasst habe. (Außer Hautabschürfungen und Prellungen nichts passiert) Susanne meinte, ich würde weniger lachen. Mir selbst war das nicht bewusst. Seit drei Tagen habe ich eine Erkältung, mit Gliederschmerzen, Ohrenrauschen, Halsschmerzen, laufender Nase usw.   Letzte Woche sah ich im Fernsehen ein Interview mit den Roth-Zwillingen. Das sind die beiden Brüder, die, ehemals Handball-Nationalspieler, mit 47 ebenfalls an Prostata-Krebs erkrank waren. Anlass für dieses Interview war der 5-Jarhres-Zeitraum ohne erneute Krebsdiagnose. Gemeinhin gilt man dann als geheilt. Sie erzählten, dass sie dieses Datum mit einer großen Party mit ihren Freunden gefeiert hätten. Am Schluß meinte einer der beiden: „Glücklicherweise ist unser Krebs, bei uns beiden, nicht durchgebrochen!“ Sofort schoss mir durch den Kopf, „Aber bei schon!“ Ein unerwarteter, sehr unangenehmer Gedanke.               Wenn ich das Ganze so betrachte, scheint mir, dass ich etwas weniger stabil, etwas weniger zuversichtlich und stattdessen unmerklich etwas angespannter und ernsthafter wurde. Irgendwie zittrig. Dabei frage ich mich, ob es einen realen Hintergrund in sich trägt oder einfach das normale Auf und Ab des Lebens ist. Ich habe kein wirkliches Wissen darum. Feststellen kann ich nur, dass ich mich selbst wesentlich intensiver beobachte und wahrnehme.  Möglicherweise höre ich auch nur die Flöhe husten. 

Am Mittwoch hatte ich dann meinen neuen Termin zur Blutentnahme. Es sollte gemessen werden, ob der vor ca. 3 1/2 Wochen gemessene PSA-Wert von 0,52, weiter fällt oder stabil bleibt oder eventuell sogar steigt. Sollte er weiter fallen, wäre das, zwar kein Beweis, jedoch ein deutlicher Hinweis darauf, dass keine Krebszellen mehr in mir sein würden.  Aus irgendeinem Grund hielt ich ein Steigen oder auch nur einen gleichen Wert  für unmöglich!  Ich hatte mich, unabhängig vom Wert, entschiede auf jeden Fall im Herbst, also ungefähr Anfang November, eine prophylaktische Strahlentherapie durchführen zu lassen.  Heute morgen sprachen Susanne und ich noch darüber, ob es notwendig sein würde, mich zu begleiten. Meiner Einschätzung, ich könne allein hingehen, hielt sie entgegen, dass bei der Besprechung der späteren Bestrahlung es besser sei, wenn sie ebenfalls zuhören würde. Das leuchtete mir und so fuhren wir heute Nachmittag gemeinsam zum Urologen. Lachend, Susanne war eine U-Bahn-Station zu weit gefahren, sodass ich beim Abholen auf sie warten musste, gingen wir nichtsahnend in die Praxis. Saßen dann auf der Sonnen-Terasse des Wartezimmers bis und der Arzt holte. Kaum hatten wir in seinem Zimmer Platz genommen, teilte er uns mit, dass der PSA-Wert gestiegen sei. Von 0,52 auf 0,76! Weiterhin Er meinte dann, dass die Operation im Mai also nur der erste Schritt gewesen sein und es in meinem Körper noch Krebszellen geben würde, die sich inzwischen auch schon teilen würden. Wie  ursprünglich geplant, würde nun eine Bestrahlung folgen, nur eben schon ab der nächsten Woche. Täglich über 6 Wochen. Ein vernünftiges, sachliches Gespräche, bei dem ich mich in der Lage sah, ihm die richtigen Fragen nach Nebenwirkungen etc. zu stellen. Susanne war ganz ruhig. Ein Indiz dafür, dass meine Fragen ausreichten. Gleichzeitig spürte ich, wie ein Gefühl von „Ich will hier raus, ich  muss schreien“ in mir immer stärker wurde. Wieder mal stand die Welt still, gab es kein Außen mehr. Der Krebs ist weiterhin in mir. Was soll ich sagen? Mir fehlen die Worte.             Draußen nahm Susanne mich in den Arm, und ich konnte meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Wie dankbar ich bin, dass sie mich begleitete. 

Alle guten Nachrichten der Vergangenheit haben sich als Luftblasen entpuppt. Bisher wurde es, mal schneller mal langsamer, immer schlechter. Doch noch ist nicht aller Tage Abend! Es wird einen Zeitpunkt geben, an dem ich über wirklich gute Nachrichten spreche!!

Der Kampf geht weiter!

 

Alles Liebe für Euch!

 

Von der Krankheit zur Gesundung    Mein Weg 23

Dankbarkeit und wie sie sich für mich auswirkt

Meine Krebserkrankung ist kein Zuckerschlecken, Diagnose, Untersuchungen, Operation, anschließende Behandlungen und so weiter…….. Darüber hinaus gibt es Zeiten, in denen ich ängstlich oder deprimiert bin und mich auch schwach fühle. Gedanken an Tod, eine nur noch vergleichsweise kurze Lebenspanne voller Krankheit, sozialer Abstieg und Ähnliches erfüllen mich dann und wann. Glücklicherweise nur sporadisch. Wirklich die Kontrolle verloren habe ich nur zwei Mal. Hätte jemand mir vorher prophezeit, dass  ein Gefühl von Dankbarkeit gerade aus der Existenz dieser Kontrollverluste  entstehen würde, ich hätte es nicht für möglich gehalten. 

Das erste Mal, dass ich die Kontrolle komplett verlor, war, als mir die Diagnose Krebs mitgeteilt wurde. Damit trat  Undenkbares mit überwältigender Wucht in mein Leben. Etwas, das ich für mich als vollkommen ausgeschlossen ansah. Ich doch nicht! Vielleicht im Alter von 90, aber doch nicht jetzt. Auch wenn ich mir jetzt sage, dass das Leben für manche Menschen etwas bereithält, mit dem sie überhaupt nicht rechnen, so ging damals im Mai die Heftigkeit des Schocks über meine Kräfte.  Selbst jetzt, mehr als 3 Monate später, ist dieses Gefühl, wenn ich es zulasse, immer noch gegenwärtig.

Das zweite Mal erlebte ich diese Gefühl der kompletten Überforderung, als mir die Ärzte in den der Operation nachfolgenden Gesprächen mit sich ständig verschlechternden Aussagen ankamen. Jede dieser Aussagen bedeuteten, dass die Informationen des Vortages falsch waren. Sie zerstörten die Hoffnungen, ja die Gewissheiten des Vorherigen. Wem sollte ich den vertrauen, wenn nicht den Ärzten? Sie sollten mich doch retten. Mehr und mehr verlor ich den Boden unter den Füßen.

So gut ich das alles erinnere, so gut kann ich wahrnehmen , wie sehr ich das heute mit ganz anderen Augen sehe. Aus der retrospektiven Betrachtung kann ich viel Gutes erkennen! Insbesondere der Satz, „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, hat sich für mich als wahrlich zutreffend erwiesen. Denn: Die blitzartige Dunkelheit des ersten Augenblicks ist nicht mehr als eine Momentaufnahme gewesen. Das Leben, mein Leben, geht weiter. Gerade jetzt in diesem Augenblick bin ich auf Sylt und mache Urlaub. Susanne ist mit ihren lieben Kindern bei mir. Gleich treffe ich meinen Freund Nico. Wir gehen eine Stunde laufen, dann kaufen wir Kuchen, schauen uns einen Video an ( extra für schlechtes Wetter mitgenommen) und heute Abend gehen wir schön essen. All das genieße ich mehr als vorher und nicht, weil mir eventuell weniger Zeit bleibt, sondern, weil ich es früher einfach nicht so zu würdigen wusste. Die Gegenwart war mir nicht so präsent. Das Ende der Welt war mit dem Krebs eben doch  nicht eingetreten. Zusammengefasst sage ich für mich: Angst projiziert mein Denken in die Zukunft und die Gegenwart, also das Jetzt, findet gar nicht oder nur noch sehr eingeschränkt statt. Die Gegenwart zu erleben erfüllt mich jetzt mit echter Dankbarkeit. Und das hoffentlich noch sehr lange Zeit. 

Die zweite Erkenntnis, die mich mich mit Dankbarkeit erfüllt, ist die Erkenntnis, dass nicht die Geschehnisse im Aussen, die auf mich einstürmen, für meinen geistigen und seelischen Zustand verantwortlich sind. Entscheidend ist vielmehr, wie ich mit diesen Geschehnissen umgehe. Natürlich freue ich mich, wenn ich gute Nachrichten bekomme, und wenn die Nachrichten negativ sind, schreie ich nicht Hurra. Sehr genau schaue ich mir jedoch an, was dies Situation mit mir macht. Gewinnt sie Macht und Einfluss auf mich, auf mein Gemüt, meinen Elan, meine Ansicht der Dinge, ja mein Leben? Falls das so ist, dann bestimme nicht ich, wie es mir geht, sondern das Äußere! Das kann ja wohl nicht sein!! Es würde geradezu bedeuten, dass ich meine eigene Willenskraft, meine Gestaltungsmöglichkeiten und meine Kontrolle über mich selbst weggeben würde. Meine Selbstbestimmtheit wäre nichts weiter als eine leere Hülle. Immer wäre ich in der Hoffnung, dass die Botschaften und Begebenheiten, die auf mich einströmen, möglichst positiv sein würden, damit es mir gut geht und ich meinen Optimismus behalten kann. Ich will mein Leben anders!!  Ich bin der Schöpfer meines Lebens .  So zu denken hatte ich jedoch damals, bei diesen sich ständig veränderten Aussagen der Ärzte vergessen. Doch nur für einen Moment. Dann begriff ich, dass nicht das Verhalten der Ärzte für meinen Gemütszustand verantwortlich sein kann, sondern ausschließlich ich selbst. Ließe ich zu, dass deren unreflektierten Aussagen mich richtig runterziehen und deprimieren würden, dann wäre mein daraus resultierendes Verhalten ein Verhalten der Schwäche, des Jammern und in letzter Konsequenz der Selbstaufgabe.  Das ist für mich nicht akzeptabel! Im Gegenteil, indem ich mir immer wieder bewusst mache, dass nur ich für meine Einstellung verantwortlich bin, kann ich sogar gestärkt aus Situationen dieser Art hervorgehen. Insofern bin ich für das damalige Situation dankbar. Die Ärzte mögen ja von der medizinischen Behandlung meiner Krankheit mehr verstehen, vom sozialkompetenten Umgang mit mir und wohl auch mit anderen Krebspatienten haben sie wenig Ahnung. Aus welchen Grunde sollte also dieses Verhalten Einfluss auf meine Seele haben? Pustekuchen!

Dennoch gilt es für mich wachsam zu sein. Manchmal bin ich es nicht.    Letzte Woche war ich in München und hatte einen, durch die dortige Hitze, ziemlich anstrengenden Tag. In einem Workshop erarbeitete ich mit den Teilnehmern eines Unternehmens, welche Bedeutung Teamzusammenhalt hat  und welche gemeinsamen Handlungen sich daraus ergeben. In einem Konferenzraum, in dem mehr als 35 Grad herrschten! Den ganzen Tag.    Abends in der S-Bahn Richtung Flughafen war ich dann erschöpft und unreflektiert. Ich blätterte im „STERN“ und las dann, eben ohne nachzudenken, einen Bericht über ein 17-jähriges Mädchen, das an Krebs erkrankt war und schlußendlich starb. Extrem berührend und aufwühlend. Ihr Kampf ums Leben, ihr Optimismus, ihre zunächst guten Ergebnisse und dann ihr  qualvolles Sterben im Kreise ihrer sie liebenden Familie.  Ich brach in der S-Bahn in Tränen aus und versuchte, erfolglos, es zu verhindern. Obwohl es ein gänzlich anderer Fall war, eigentlich nicht zu vergleichen, erschütterte es mich vollkommen.  

Ich hatte nicht aufgepasst! Wie leicht es dann passiert, in Ängste und und damit einhergehenden schwächenden Gedanken zu verfallen!!  Genau kann ich mir ausmalen, wie es wäre, würde ich in diesem Zustand verbleiben. Meiner Genesung wäre es nicht zuträglich! Trotzdem passieren solche Dinge auch in der Zukunft wieder. Ich werde lernen damit umzugehen und meinen Weg weitergehen.


Alles Liebe für Euch.






 

Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 22

Richtig oder falsch?

 

Vor einigen Tagen verfolgte ich einen Bericht im Fernsehen, bei dem es um den Sinn oder Unsinn von Krebs-Vorsorgeuntersuchungen ging. Vorsorgeuntersuchungen sind lebensrettend.  So denken viele und so wird es auch in den meisten Medien verbreitet. Scheinbar ist dies nur die halbe Wahrheit und muss sehr viel differenzierter betrachtet werden. Dieser Betrachtung steht allerdings ein Phänomen gegenüber, nämlich der berechtigten und gleichzeitig übertriebenen Angst vor Krebs. Mir ging es genauso. Es geht dabei um die irrationale Befürchtung, das allein schon die intensive Beschäftigung des Für und Wider von solchen Untersuchungen uns in die Nähe von Krebs rückt und der Schrecken einer Erkrankung deshalb näher rückt, also wahrscheinlicher wird. Diese Gedanken lösen also bei vielen Menschen Stress aus. Wie viel einfacher ist es dann doch, diese Themen zu verdrängen. Frei nach dem Motto: „Woran ich nicht denke, das ist auch nicht da.“  Der vermeintliche Stress  ist dann übrigens auch verschwunden. Scheinbar.

Es ist eine durch große Studien erwiesene Tatsache, dass Stress eine der Hauptfaktoren für die Entstehung von Krebs ist. Bei den vielfältigen Ursachen, die diese von allen so gefürchtete Krankheit auslösen, spielt unsere heutige Lebensform des Miteinanders und des Umgangs mit uns selbst eine zentrale Rolle. Das Leben in unserer modernen Gesellschaft macht es  manchmal erforderlich, dass wir verdrängen. Unsere unwillkürlichen Reaktionen, wenn uns jemand ungerecht behandelt, uns abwertet oder wir mit Wut und Agression konfrontiert werden, versuchen wir mal mehr mal weniger zu unterdrücken und möglichst „gute Miene zum bösen Spiel“ zu machen.  Keine Gefühle zeigen. Keine Schwäche!  Wenn sich jedoch die physiologische Stressreaktion nicht frei äußern kann – wegen der sozialen Konsequenzen- dann hat das eine negative, kulminierende Wirkung auf den Körper zur Folge.  Durch diese ständige Hemmung entsteht chronischer Stress – Stress, der sich im Körper staut und nicht abreagiert werden kann. Wer kennt nicht die Situation, in der er JA sagt, obwohl er NEIN meint.   Damit verschaffen wir uns jetzt Ruhe und täuschen uns selbst, denn das dicke Ende kommt später.

Wenn wir uns einer stressigen Lebenssituation stellen, mit ihr authentisch und reflektierend umgehen, haben wir die Möglichkeit diesen Stress zu durchlaufen und letztlich zu überwinden.  Selbstverantwortlichkeit und Klarheit im Inneren und im Außen sind, meiner Meinung nach, die Voraussetzung, um mit dem nötigen Mut seinen Stress abzubauen. Leider ist mir dies in der Vergangenheit in bestimmten, wiederkehrenden Situationen oftmals nicht gelungen. So wirklich erkannt habe ich das erst durch meine Krebserkrankung. Quasi gezwungenermaßen begann ich mir die Stressfaktoren der Vergangenheit anzuschauen und nach und nach begriff ich, wie sehr mir bestimmte Verhalten geradezu nicht anschauen wollte. Es jetzt zu begreifen, fühlt sich wie eine Offenbarung an und , die es mir in einem ganz anderen Ausmaß möglich macht, selbstverantwortlich zu handeln.  Gleichzeitig empfinde ich dieses Versäumnis auch als sehr, sehr schmerzhaft.  Wäre ich nicht so ängstlich gewesen, wäre meine Leben schon vor langer Zeit wesentlich erfüllter und glücklicher gewesen.  Na ja, geschehen ist geschehen. Noch lebe ich und habe alle Möglichkeiten der Veränderung.

Aber ich bin jetzt vom Thema abgekommen. Meine Absicht ist es, mich mit Vorsorgeuntersuchungen und deren Notwendigkeit oder Überflüssigkeit zu beschäftigen.  In der Tat werden durch diese frühen Untersuchungen Krebserkrankungen entdeckt.  Dadurch wird also Leben gerettet.  Ich erinnere ein Interview vor einigen Jahren bei Beckmann, in dem Udo Jürgens über seinen Bruder sprach, der an Darmkrebs starb, weil er zu spät zum Arzt gegangen war. Nun weiß ich nicht, ob sich dieser Bruder trotz Beschwerden nicht untersuchen ließ, oder ob er einfach nicht zu einer prophylaktischen Überprüfung gegangen ist.  Udo Jürgens redete damals vehement für diese Voruntersuchungen. Jedoch: In vielen medizinischen Studien mit großen Patientenzahlen wurde folgendes festgestellt: Die allergrößte Zahl der Menschen, die sich einer solchen Vorsorge unterziehen, sind gesund, also ohne Befund.  Gut so.  Eine sehr kleine Anzahl jedoch haben etwas. Bei ihnen wird also im Rahmen der Untersuchung Krebs festgestellt!  Durch die heutigen immer genaueren Methoden können heutzutage Krebserkrankungen in einem extrem frühen Stadium festgestellt      und       anschließend behandelt  werden.  Ob diese dann sehr frühen Stadien überhaupt behandelt werden müssen, ist zumindest  zuweilen sehr fraglich. Es ist bekannt, dass diese Früherkrankungen auch durch eine Änderung der Lebensführung behandelt und geheilt werden kann. Stattdessen wird von der Schulmedizin das ganze Arsenal der Waffen hervorgekramt und eingesetzt. Gerade bei Prostata-Patienten  fängt man an, von der unnötigen Verstümmelung tausender Männer pro Jahr zu sprechen!  Dieser Fernsehbericht wühlte mich logischerweise auf. Was bedeutete das den nun für mich? Dazu später.      Weiter zu den Inhalten der Sendung.  Eine, im Vergleich zu denen, bei denen wirklich Krebs diagnostiziert wurde, wesentlich höhere Anzahl von Menschen erleiden Verletzungen und Folgeschäden und auch Fehldiagnosen!  Durch diese frühen Vorsorgeuntersuchungen bei vollkommen gesunden Menschen. Das weiß kaum jemand, auch die wenigsten Ärzte. Auch mir war das alles relativ unbekannt. Natürlich habe ich auch schon mal davon in irgendeiner Form gehört, aber als vermeintlich Unbeteiligter, habe ich instinktiv nicht weiter nachgedacht.  Aber jetzt beschäftige ich mich damit und auch wenn ich für das, was ich gerade beschrieben habe, keine Antwort habe, so weiß ich nun doch, wie ich die Wahrscheinlichkeit  meiner Krebserkrankung hätte deutlich reduzieren können. Dieses Wissen nutze ich nun immerhin für meine Gesundung.     Direkt nach der Sendung sprach ich mit Susanne darüber, ob auch bei mir vielleicht zu früh operiert worden sei. Vielleicht bin ich ja auch einer derjenigen, bei den mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde.       In solchen Situationen kann ich, ganz offensichtlich, nicht wirklich rational denken.     Erst Susanne musste mich darauf hinweisen, dass ich nicht zu einer Früherkennungsuntersuchung gegangen bin, sondern  klare Beschwerden hatte und bei der darauffolgenden Operation wurden Metastasen gefunden. Punkt. Gut, dass sie manchmal für mich denkt!!

Stück für Stück wird alles deutlicher.       Der Ursprung………..,                         mein Weg…………….., meine Entscheidungen.

 

Alles Liebe für Euch.

Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 21

Träume   …………….      Sehnsucht

Meine Einschätzung, ziemlich viel zu tun, um mich wieder vollständig von meiner Krebserkrankung zu befreien,  ist ausgeprägt. Wie Susanne mir  am Wochenende sagte: „Peter, Du hast viel verändert.“ Dieses Tun, dies Ändern, dies Aktiv-Sein ist, doch nur in Wellen vorhanden. Ganz deutlich ist zu manchen Zeiten mein ganz normales Leben angesagt und dann fällt es mir beispielsweise schwer,  die morgendliche Gesundheitsmeditation auch auf jeden Fall durchzuziehen. Oder auf  meine Ernährung zu achten. Oder, oder….. Eben das ganze Programm durchzuziehen, das ich mir aufgebaut habe……   Zu anderen Zeiten wiederum ist es ganz leicht, ganz natürlich, mich mit meinen gesundmachenden Aktivitäten  zu beschäftigen. Es beschwingt mich, macht Freude, erfüllt mich mit Zuversicht und lässt mich das Leben auf eine besonders intensive Art und Weise genießen.  Beides ist gut. Jede Form hat seine Berechtigung.  Doch wenn ich genau darüber nachdenke, dann ist die zweite Form besser und schöner. Ich liebe die Intensität des Lebens und in dieser Form empfinde ich sie als besonders stark. Dabei kommt mir der Gedanke, dass dieses „Sich Gehen lassen“ mir dabei hilft, die besondere Qualität der Zuversicht und des AktivSeins noch intensiver zu leben.  Es tut mir gut, diese Gedanken zu reflektieren, darüber nachzudenken und zu Erkenntnissen zu kommen.

In der letzten Zeit werde ich nachts von Alpträumen heimgesucht, die sich in verschiedenster Form mit meinen, wohl verborgenen, Ängsten beschäftigen.  Diese Träume  handeln von „verspäteten Operationen, die unbedingt gestern hätten durchgeführt werden müssen“, über „neue negative  Befunde, mit denen keiner rechnen konnte“, bis hin zu „es scheint zu spät zu sein“. Völlig überraschend überkommen mich diese Träume und es fällt mir dann schwer, mich des morgens von deren negativer Energie zu lösen. Ich bin dann so voller Entsetzen, dass es schon einer gezielten Willensanstrengung bedarf, mich halbwegs davon zu lösen. Was mir wirklich hilft, ist, es Susanne sofort zu erzählen, also nicht allein mit diesen Gefühlen zu bleiben. Zweisamkeit ist etwas Schönes! In solchen Situationen ein echter Trost.  Ich hatte es ganz vergessen, dass Trost suchen und Trost finden etwas ganz Besonderes ist. Lange Jahre meines Lebens habe ich mich nicht  oder mich  nur sehr sporadisch getraut. Dabei brauchen wir doch alle zuweilen ein wenig Trost und Zuspruch. Falls wir es zulassen, kann sich die dabei entstehende Nähe wie ein Geschenk des Himmels entpuppen.

Gleichzeitig spüre ich, wie sehr diese Träume in mir eine Sehnsucht nach Leben auslösen. Eine Sehnsucht, die mich im Alltäglichen begleitet und jeden Sonnenstrahl, jede liebevolle Geste, alle meine Gedanken geradezu durchtränkt und mich beschwingt.  Es gelingt mir dann ganz leicht, alle Aufgaben und Themen meines täglichen Lebens mit einem Lächeln, Gelassenheit und heiterer Zielstrebigkeit anzugehen. Viel bewusster  kann ich andere Menschen wahrnehmen, ihre Sorgen und Nöte fühlen, aber auch ihre Einzigartigkeit und Talente. In mir entsteht dann ein inspirierendes  Gefühl von Verbundenheit. In dieser Art und Weise durch den Tag zu gehen fühlt sich an, als hätte jemand ein zusätzliches Licht angeschaltet.

 

Alles Liebe für Euch!