Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 28

Attacke

Heute am 24.September 2015 beginnt die nächste Phase. Um 15.30h habe ich meinen ersten Bestrahlungstermin. Endlich! Wie froh ich bin! Die letzten Tage wurde meine Ungeduld immer größer, denn nachdem mir mitgeteilt wurde, dass sich die Krebszellen in mir teilen und vermehren, konnte ich es kaum abwarten, dass ihnen zu Leibe gerückt wurde. Etwaige Nebenwirkungen interessieren mich, zumindest augenblicklich, nicht einmal am Rande. Außerdem sollen sie nicht so gravierend wie bei einer Chemotherapie sein. Glück gehabt. Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und was da noch so kommen könnte, stelle ich mich gern. Hauptsache, ich besiege diesen Gegner!! 

Bevor es nun also so weit ist, waren wiederum umfangreiche Gespräche, Aufklärungen und Untersuchungen erforderlich. So sehr mir deren Bedeutung auch einleuchtete, so wurde mir aber auch die Zeit lang.  Nun ist alles bereit. Ich habe aufgemalte Markierungen am Körper, sodass ich nicht jedes Mal ausgemessen werden muss. Meine Ernährung ist anders als bisher. Viel Weißbrot, Nudeln, wenig Gewürze, kein Müsli, keine Hülsenfrüchte usw. Ein bisschen öde! 

Für mich persönlich ist es wesentlich, mich von der doch ziemlich bedrückenden Atmosphäre im Wartezimmer der Nuklearmedizin/Strahlenheilkunde zu befreien. Eine Karawane oder Ansammlung von Krebskranken, die vielfach mit einem kummervollen Ausdruck des Leides und der Hoffnungslosigkeit einfach dasitzen. Gerade beim ersten Mal, als ich zur Ausmessung meines Bestrahlungsfeldes ebenfalls dort warten musste, konnte ich mich nur zeitweise von deren Ausstrahlung lösen.  Um in meiner eigenen Welt zu bleiben, nehme ich ich heute und zukünftig ein gutes Buch mit, werde stehen bleiben und die ganze Zeit Wasser trinken. Man hatte mir gesagt, dass eine volle Blase, die angrenzenden Strahlungsschäden im Gesunden geringer hält. Insofern denke ich mir, dass die 10 Minuten der Bestrahlung vor allem deshalb unangenehm sein werden, weil ich in Wirklichkeit nötig auf die Toilette muss.  Danach dann im Laufschritt, falls möglich, auf das stille Örtchen. Während ich dies schreibe, muss ich schmunzeln. Was mir das Leben so bringt!! 

Diesen Montag hatte ich Geburtstag. Eine Welle von Mails, WhatsApp, SMS, Facebook, Xing, LinkedIn  und Anrufen überschwemmten mich. Und die ganze Zeit Susanne an meiner Seite, die mich mit ihrem Geschenk zu Tränen rührte. Ein unglaublich schöner Tag. So viele liebe Menschen. In Facebook schrieb ich:

Liebe Freunde,
so viele Glückwünsche! So viele liebe Worte. Ich bin sehr glücklich darüber! Gestern hatte ich ständig ein Lächeln im Gesicht. Wegen Euch. Ihr habt mir damit eine solche Freude gemacht. Wie soll ich es sagen? Einfach ein mein Herz berührendes Gefühl. Ich bin sehr dankbar für Euch in meinem Leben.
Das Leben ist schön!

So ist es!!  Übermorgen feiern mein Zwillingsbruder und ich mit ganz vielen Freunden ein Geburtstagsparty.  Ich freue mich total auf die Party und die Freunde. 

Alles Liebe für Euch!

 

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