Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 29

Immer weiter…….

 

Nun habe ich die ersten Bestrahlungen hinter mir.

Hätte man mir vor 6 Monaten, also am 1.Mai gesagt, wie mein Leben sich verändern würde und dass es mir trotz allem gut gehen würde, ich hätte es in beiderlei Hinsicht nicht für möglich gehalten!! 

Jeden Tag wandere ich nun durch die langen Gänge der Uniklinik Eppendorf zu meiner lebenserhaltenden Behandlung.   Genau betrachte ich die Menschen, die mir begegnen. Sind es Patienten oder Besucher? Schaue in in ihre Gesichter, versuche wahrnehmen, wie sie drauf sind. Ist es Lebenshunger, Resignation, Freude, Ängstlichkeit, Stärke oder Schwäche? Manche sind gelangweilt, manche gehetzt, manche zeigen nichts. Die vielen Raucher erschrecken mich. Oft übergewichtig,  vertun sie ihre Gesundheit, ohne darüber nachzudenken.  Oft verspüre ich den Wunsch sie anzurufen, wachzurufen. Das tue ich natürlich nicht. Es steht mir nicht zu. Wir alle führen unser Leben auf unsere ureigenste Weise. Doch sie zu sehen, motiviert mich noch zusätzlich, wieder gesund zu werden. Die Lust und Freude zu leben ist riesengroß und erfüllt mich. Ich fühle mich gut, bin entspannt und zuversichtlich.

So war es jedoch  zunächst beim ersten Mal nicht .                                                               Ich lag am Eingang der großen Röhre und wurde vorbereitet. Dann hieß es: „Jetzt gehts los. Nicht mehr bewegen. Sie werden nun reingefahren.“ Die beiden Schwestern verließen den Raum und ich fuhr automatisch in die Röhre. Nur ein Rauschen, wie von einem lauten Gebläse war zu hören. Eine mich bedrückende und irgendwie bedrohliche Atmosphäre. Sofort fing mein Herz an zu rasen, und ich bekam im wahrsten Sinne des Wortes von Kopf bis in die Zehenspitzen eine  eine Gänsehaut. Ohne es gewahr zu werden, war ich komplett auf Ablehnung und Widerwillen eingestellt. „Es ist schrecklich. Ich will weg. So allein!“     Zwei oder drei Minuten war ich von diesem Zustand erfüllt.       Dann, nach einem Moment wurde ich mir bewusst, was ich da gerade tue!! Die Maschine ist doch nicht für meinen Zustand verantwortlich. Im Gegenteil, sie hilft mir, wieder gesund zu werden. Dieser Apparat ist in Wirklichkeit mein Freund.  Eine Offenbarung!! Mann! Ja, so ist es. Wie gut, dass es so etwas gibt. Früher, ohne Bestrahlungsgeräte dieser Qualität, hatten  die erkrankten Menschen eine wesentlich geringere Überlebenschance.   Gänzlich durchdrungen und auch überrascht von der Klarheit dieser plötzlichen Gedanken fühlte ich mich sofort wohl und wäre am liebsten noch länger in der Röhre geblieben. Jede Sekunde der Bestrahlung ist für mich gut!   Doch auch dieses wirklich gute Gefühl hielt nur wenige Momente. Denn nun meldete sich mit Macht meine Blase. Wie ich schon schrieb, hatte man mir gesagt, dass eine volle Blase das umliegende, gesunde Gewebe 外汇交易平台 schützen würde und so hatte ich vorher sehr viel getrunken. Dabei hatte ich es, in meinem Drang alles richtig zu machen, offensichtlich übertrieben. Und wie.  Nach meiner Operation habe ich gelernt, dass es, wenn ich pinkeln muss, gut ist, zügig eine Toilette aufzusuchen. Das ist zwar im Laufe der vergangenen Wochen deutlich besser geworden. Aber bei der Menge, die ich in meinem Eifer getrunken hatte, hatte ich ein extrem unangenehmes, akutes Problem. Nun bekam ich, wieder von Kopf bis Fuß, eine Gänsehaut, durfte mich null bewegen und hatte abzuwarten. Eine echte Qual! Wirklich geordnetes Denken war nicht mehr möglich. Höchstwahrscheinlich waren es nur 6 oder 7 Minuten, aber….. Na ja, letztlich habe ich es geschafft. Jetzt, wenn ich lese, was ich gerade schreibe, kann ich lachen und doch …….   Nun bin ich achtsamer und lerne so langsam mich im genau richtigen „Zustand“ zur Behandlung einzufinden. Was ich alles lerne!

Bis zum 20. November gehe ich jeden Tag, bis auf die Wochenenden, dahin. Gut so. Am liebsten wäre es mir, falls man die Bestrahlungsdauer noch verlängern könnte. Mal sehen, ich frage mal.

Die Nebenwirkungen sind überschaubar. Anfangs spürte ich gar nichts. Mittlerweile ist mir 2 oder 3 Sunden später etwas übel und schubweise überkommt mich bleierne Müdigkeit. Alles wirklich kein Problem. Selbst wenn es mehr werden sollte, nehme ich das gern in Kauf.     Mein Leben ist schön.  

Am Wochenende habe mein Zwillingsbruder und ich eine große Geburtstagsparty gefeiert. (Wir sind 60 Jahre alt geworden) Eine schöne Location. gutes Essen, gute Musik.  Das Schönste aber waren die vielen Freunde, die zu uns beiden gekommen sind. Welche unglaubliche Freude.  Durch sie wurde es erst eine schöne, wunderbare Party.  Wir sind megadankbar.

Alles Liebe für Euch!

Eine Antwort auf „Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 29“

  1. Lieber Peter,
    Nachträglich noch einen ganz herzlichen Glückwunsch.

    Entspannen und Loslassen ist richtig und dabei schauen auf neue Impulse, neue Begegnungen und Freundschaften. Du darfst / kannst wählen welcher, vielleicht neuer Weg, du wirklich anfangen möchtest.

    Naturlich ist Entspannen richtig aber auch den nicht ganz bewusste Stress der Teilweise noch im Unterbewustsein schlummert an zu schauen hilft mehr basisch zu werden und sicher auch neue Wege und Impulse zu bekommen.
    Diese und die dazu gehörige Ängste in Vertrauen, Dankbarkeit und sich Gehalten empfinden zu wandeln ist auch sehr hilfreich.

    Deinen riesig großen Erfahrungsschatz um zu wandeln in eine reiche Dauer-Ernte ohne viel Anstrengung kann Dir auch viel Kraft und Lebensfreude bringen. Ich begleite Dich gerne.

    Mir hat Vertrauen in der Zukunft und das loslassen von mein altes Leben mich damals sehr geholfen aber mein Thema war Magen-Darm Krebs und bei Dir ist es eine andere Art.

    Ich glaube ganz fest an Dich. Du schaffst es sicher!

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