Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 31

Augenblicklich…………dran bleiben

In der Zwischenzeit war ich 17 mal im Krankenhaus zur Bestrahlung.  Jeweils am Dienstag kann ich Terminwünsche angeben und am Freitag  bekomme ich dann jeweils meine Termine für folgende Woche.  Die Zeiten sin dabei immer unterschiedlich, mal morgens, mal mittags oder auch später an Tag. Dadurch bin ich in der Lage meine sowohl persönlichen als auch beruflichen Termine weiter wahrzunehmen. Na ja, meistens. In der Regel komme ich sofort dran, muss also kaum warten. Im hinblick auf meine volle Blase, mit der ich dort immer aufkreuze , bin ich heilfroh, unverzüglich bestrahlt zu werde.

Eine meiner Schwächen ist mein Terminmanagement. Schon immer, auch wenn es besser geworden ist. Ich bin da echt hinterher. Trotzdem kommt es vor, dass ich, wie am Freitag geschehen, denke ich habe um 10 Uhr meine Strahlentherapie. Ganz absichtsvoll bin ich also nur wenige Minuten vorher da, um zu erfahren, dass mein Termin bereits um 9.40h gewesen ist. Kurzer Blick in mein Handy: Stimmt! Verdammt, nun hatte ich ein Problem, zumal mir mitgeteilt wurde, dass sie mich in ca. 45 Minuten dazwischenschieben würden. Gut, dass ich mein eigenes Gesicht nicht sehen konnte, denn mir war klar, nun hatte ich eine schwierige Zeit vor mir.  Die folgende Stunde war eher eine der sehr unangenehmen Zeiten meines Lebens. Irgendwann dann in der Röhre liegend, schweißgebadet, zitternd und in höchstem Maße angespannt, drückte ich zum ersten Mal den Notfall-Knopf. Dieser Notfall-Knopf ist eigentlich für Menschen, die in einer solch engen  Röhre  in Panik geraten und es nicht mehr aushalten. Damit habe ich nun gar nichts zu tun. Ich musste nur extrem dringend pinkeln. Über Lautsprecher wurde ich dann gebeten, nur noch wenige Minuten auszuhalten, es wäre gleich vorbei. Also weiter. Die verbliebenen Zeiten wurden mir nun mitgeteilt: „Herr Krankenberg, noch zwei Minuten!“ „Noch eine Minute…..!“ Gleichzeitig redete ich ganz laut mit mir selbst: „GESUNDHEIT! JEDE MINUTE TUT MIR GUT! JEDE SEKUNDE! ICH SCHAFF DAS!  Und ich schaffte es. Kaum stoppte die Maschine, rannten sie schon herein und befreiten mich.                So richtig habe ich mich an diesem Tag von dieser Strapaze nicht erholen können.  Das passiert mir nicht nochmal. Meine Termine haben nunmehr meine höchste Aufmerksamkeit.

Ein anderer Aspekt hatte im Laufe der letzten 3 Wochen eine wesentlich höhere Priorität. Und zwar äußerte ich den Wunsch, ob es nicht möglich wäre die Strahlendosis zu erhöhen. Hintergrund dieser Überlegung ist die Aussage der behandelnden Ärzte, dass wenn die Strahlentherapie nicht erfolgreich sein würde, dies mein „letzter Schuss“ sein würde.  Alles weitere, was es noch anTherapie geben würde, könnte meine Erkrankung lediglich noch verlangsamen, aber nicht mehr heilen. Auch wenn ich davon ausgehe, dass mir doch noch weitere Optionen offenstehen werden, so möchte jede Behandlung so effektiv wie nur irgend möglich gestalten.  Das Gespräch mit dem zuständigen Arzt, bei dem ich ihm meinen Wunsch nach mehr Strahlung vortrug, tat mir nicht gut. Mit Hinweis auf den Strahlenskandal, der vor einigen Jahren das UKE erschütterte, meinte er, dass es schon sinnvoll sei, sich strikt innerhalb der vorgegeben Richtlinien zu bewegen. Ein Argument, dem ich mich nicht anschließen wollte. Daraufhin schilderte er mir, welche Nebenwirkungen eine zu hohe Strahlung haben könne. Da musste ich schon schlucken. So gravierend hatte ich mir das nicht vorgestellt. 港股开户 Ohne hier ins Detail zu gehen, war mir klar, dass ich diese sich langfristig auswirkenden Nebenwirkungen auf jeden Fall vermeiden will. Mit Ablehnung reagierte er jedoch auch auf meine Bitte, doch zumindest über eine, wenn auch nur geringfügige Erhöhung, nachzudenken. Wie selten in meinem Leben, war mir klar, dass ich jetzt nicht  nachgeben und aufgeben durfte. Also sprach ich einfach weiter. Erzählte ihm, dass ich wohl sehr genau um die zumindest medizinische schlechte Prognose wüsste, aber eben gern noch lange leben möchte und deshalb um jedes Prozent kämpfen würde, dass meine Chance ein wenig verbessern würde. Ein wenig offener wurde er erst, als ich noch massiver wurde und ihn bat doch zu verstehen, dass ich zu jung zum sterben wäre. Deshalb wäre ich ihm sehr dankbar, falls er nochmals über die Möglichkeit einer Erhöhung nachzudenken. Daraufhin meinte er dann , man könne es in der morgigen Frühbesprechung überlegen.                         Ich war zufrieden, doch gleichzeitig mental erschöpft und niedergeschlagen.  Nicht im Traum hatte ich angenommen, dass ich selbst um die Möglichkeit des Nachdenkens bei den Ärzten würde ringen müssen.

Letztlich ist es bei der Höhe der ursprünglichen Bestrahlungsdosis geblieben. In mehreren Gesprächen, auch mit meinem Rostocker Urologie-Professor, wurde mir sehr klar und vernünftig erklärt, dass meine Strahlentherapie genau richtig dosiert ist. Ich war zufrieden.

Susanne fragte mich anschließend, weshalb ich denn nun zufrieden sei, obwohl sich nichts geändert hätte. Entscheidend für mich ist, dass ich mich um mich kümmere und die Dinge tue, die ich für mich als wesentlich erachte. Die Bestrahlung ist gleich geblieben, hätte ich jedoch geschwiegen und damit gekniffen, wäre in mir ein schlechtes Gefühl von „ich tue nicht, das, was ich für richtig und notwendig  halte“ übrig geblieben. Es hätte mich immer begleitet.  Ich war mit mir im Frieden.

Einige Tage später traf ich den Arzt, an den ich meinen Wunsch nach Reduzierung herangetragen hatte, auf dem Flur. Während er mir nochmals begründete, weshalb er so entschieden hatte, stand neben ihm eine Kollegin, die er mir nicht vorstellte, die aber alles mithörte. Im Gehen meinte er lapidar: „Tja Herr Krankenberg, Ihre Heilungschancen sind eben begrenzt. Schönen Tag noch.“    !!!!

Um mich von Aussagen dieser brutal gedankenlosen  Art zu befreien, brauche ich dann doch ein wenig Zeit. Zunächst sass ich auf dem Heimweg im Auto und konnte nicht klar denken. Nach einer gewissen Zeit greifen dann glücklicherweise meine Automatismen. Ich nehme dann, quasi von aussen, wahr, dass es mir schlecht geht, ich wie im Nebel bin und ohne Energie. Sobald ich also wieder reflektiere, ist im Grunde die halbe Miete getan. Mir wurde sofort klar, dass dieser Arzt mir eigentlich nur etwas gesagt hatte, das ich sowieso schon weiß, nämlich dass es aus medizinischer Sicht eben nur einen Wahrscheinlichkeit von ca 30% gibt. Auf eine ziemlich ungeschickte Art war das der Inhalt seiner Botschaft. Meine Ansicht ist aber, dass diese 30% eine gute Chance sind. Denn, in einem der früheren Beiträge hatte ich das schon geschrieben, zu diesen Personen mit einem Befund wie dem meinen, gehören Dicke, Alte, Unsportliche, Hoffnungslose, Ängstliche, Passive, Raucher usw. das sin die meisten. Immer wieder begreife ich, welche Chance ich habe, falls ich auf meine eigene Art DRAN BLEIBE. Je mehr ich darauf achte, dass Bemerkungen, Gespräche und Situationen im Außen wenig oder keine Macht und Einfluß auf mein Inneres haben, umso besser.

 

Alles Liebe für Euch!

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