Von der Krankheit zur Gesundung    Mein Weg 35

Das spricht mir aus der Seele.

Zur Genüge hörte ich von den Ärzten, dass die Entwicklung meiner Krebserkrankung mittlerweile in ein gefährlicheres Stadium erreicht hat. Verbunden sind diese Statements mit den entsprechend bedeutungsschweren Mienen und ernsten Blicken. Man könne meine Chancen nur bei 30% einschätzen und Knochenmetastasen sind nur noch palliativ, also nicht mehr heilend sondern aufhaltend und verlangsamend  zu behandeln. Insbesondere nach dem folgenden Artikel habe ich mich entschlossen, diese Fragen nach Prognosen, Chancen etc. komplett zu lassen.  Aber lest selbst:

„Angenommen ein Arzt sagt: „Neun von zehn Menschen, die Symptome wie Sie haben, leben noch 6 Monate oder weniger!“ Dan würden meine Gedanken etwa wie folgt lauten.“Der Doktor hat bestimmt statistische Tatsachen richtig aufgeführt. Aber ich bin nicht wie die meisten Menschen. Ich bin ich. Vielleicht hatten die anderen, die diese Krankheit hatten, keinen Lebenswillen. Den habe ich. Vielleicht haben die anderen nicht kräftig an ihrem geistigen und seelischen Wohlbefinden gearbeitet. Ich tue das aber. Dieser Arzt weiß nichts über den geistig-spirituellen Zustand derer, die gestorben sind oder derer, die überlebt haben.“      Reid Hanson in seinen Briefen in „Auf dem Wege der Besserung“ Carl O. Simonton  

Jeder Kommentar dazu ist überflüssig. 

Momentan beschäftige ich mich sehr damit, was ich tun kann damit mein Unterbewusstsein mich mit guten und schöpferischen Ideen versorgt. Da lasse ich mir auch, unter anderem mit geführten Meditationen, helfen. Dies „Mir helfen lassen“ wäre in früheren Zeiten völlig unmöglich gewesen. Da hätte ich ja gezeigt, dass ich eine Schwäche habe. Undenkbar. Heutzutage erlebe ich, dass Freunde einfach für mich da sind und mich unterstützen. Meine Dankbarkeit für diese erlebte Zuneigung kann ich in Worten nicht ausdrücken.  Nach dieser Metastasen-Diagnose habe ich beschlossen,  keinerlei Zucker mehr zu mir zu nehmen. Also weder Schokolade, Kekse, Kuchen, Marmelade oder ähnliches.  Ich liebe Kuchen, doch überraschenderweise fiel mir die Marmelade zum Frühstück am schwersten. Jetzt, nach 2 Wochen ist es schon leicht. So einfach hatte ich es mir nicht vorgestellt. 

Gestern gab es nach der Beendigung der Bestrahlung ein Abschlußgespräch mit dem behandelnden Arzt. Dabei bat er mich, mir in 2 Wochen bei meinem Urologen einen neuen PSA-Wert zu besorgen und dann am 7.12. wieder bei Ihm vorstellig zu werden. Blitzartig zuckte Angst hoch. Was würde sich dann wieder herausstellen? Eigentlich hatte ich mich doch auch auf eine Pause gefreut. Andererseits ist auch gut, wenn wir jetzt nichts dem Zufall überlassen und dranbleiben. Diese Angst spürte ich dann noch beim Verlassen der Klinik, und gleichzeitig war ich mir sicher, dass es am morgigen Tag schon wieder anders sein würde. Das entlastete mich. Und siehe dar:  Heute sieht die Welt wieder gut aus.  

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Gesundung      Mein Weg  34

Wie ist eigentlich mein Weg?

Die  Bestrahlung gehen nun ihrem Ende entgegen. Nächste Woche noch zweimal, dann ist auch diese bewegte Zeit vorbei. Kein tägliches Fahren mehr in die Uniklinik. Kein Abstieg in die Katakomben der Strahlentherapie. Keine Konfrontation mit den Elendsgestalten im Wartezimmer. Aber auch kein Lachen mit den Pflegern und Schwestern vor und nach der Bestrahlung. Und wir haben oft gelacht und gescherzt. Keine laute Musik der „Toten Hosen“ durch die Lautsprecher, während ich in der Röhre liege. Die Texte gefielen mir immer und der Rhytmus des Schlagzeuges begeisterte mich. Erst jetzt beim Schreiben wird mir die Symbolik des Namens „Toten Hosen“ bewusst. Na, bin ich nun abergläubisch?  Mal ja, mal nein, jedenfalls hat mir die Musik gefallen. Wirklich fro bin ich, nicht mehr mit diesem empfohlenen, vermaledeiten „leichten Harndrang“ hinzufahren. Ein Eiertanz, den ich nur phasenweise gut geschafft habe. Das das vorbei ist! Halleluja!!! Mir ist auch jederzeit bewusst gewesen, dass die Strahlen, den ich mich aussetzte, reines Gift sind. Für meine Krebszellen, aber eben auch für meine gesunden Zellen.

Trotz all dieser Pro und Kontras, hätte ich mich dem dennoch gerne  länger ausgesetzt. Nochmal 2 Wochen weiter. Jede Möglichkeit nutzen. Die Frage, die ich am Dienstag in der Abschlussbesprechung stellen werde, ist, ob etwas mehr noch etwas mehr bringen würde. Bei der Antwort werde ich genau hinhören. Sollte es auch nur eine kleine Chance für „Mehr“ geben, werde ich mich dafür einsetzen.

Wie ich oben schrieb war es eine bewegte Zeit. Die Erkenntnis, dass die Röhre mein Freund ist,  hat mir gutgetan und sehr geholfen. Die Konfrontation mit eher gleichgültigen oder vielleicht besser lediglich routinierten Ärzten sowie die Begegnung mit kompetenten und fürsorglichen Ärzten und großartigem Pflegepersonal haben mich sowohl in die eine als auch in die andere Richtung aufs tiefste bewegt. Dies erfahren  und gelernt zu haben, damit umzugehen, erfüllt mich mit Dankbarkeit.

Als ich vor ungefähr 5 Wochen Schmerzen im rechten Oberschenkel bekam und im Anschluss daran, sowohl meine Leiste als auch mein Bein begannen anzuschwellen, nahm dies niemand so richtig ernst. Man konnte es sich nicht wirklich erklären und wollte mich lediglich zur Ultraschalluntersuchung zu meinem Hausarzt schicken! Nach Beratungen mit meinem Bruder ging ich gleich zu den entsprechenden Fachärzten und drang energisch darauf, dass herausgefunden wird, was denn nun los war.

Mein Glück, denn es stellte sich heraus, dass die Schwellung und die Schmerzen lediglich Folgeerscheinungen der Strahlentherapie waren. Nur weil ich diese Nebenwirkungen hatte, die keiner zuordnen konnte und wollte, wurde die Metastase entdeckt. Ansonsten hätte man sie frühestens 3 Monate später bei der ersten der Bestrahlung folgenden Untersuchung festgestellt. Schwein gehabt!!So konnte sie noch mit in das Bestrahlungsprogramm aufgenommen werden.

Insgesamt habe ich die bisherige Therapie, also Bestrahlung und Anti-Hormon-Behandlung gut überstanden. Die Horror-Geschichten, die mir natürlich erzählt wurden, habe ich selbst nicht erlebt. Zum Schluss eine größer werdende Erschöpfung und Müdigkeit, sowie ab und zu eine gewisse Antriebslosigkeit und leichte Übelkeit. Das war’s schon. Also auch in dieser Hinsicht Glück gehabt. Gleichzeitig war ich mir zu jeder Zeit bewusst, dass etwaige schlimmere Nebenwirkungen egal sind. Die Hauptsache ist und bleibt, dass ich wieder ganz gesund werde. 

In nächster Zeit werde ich nach Dresden fahren, um mir eine Zweitmeinung hinzu holen. Wie schon geschrieben, gehe ich nun verschiedene neue Wege. Werde Euch unterrichten. Gelernt habe, dass ich mich in erster Linie selbst kümmere. Es ist meine Verantwortung, weiterzugehen, mich zu informieren und vor allen Dingen selbst zu entscheiden.  Unterstützung gibt es von allen Seiten, sowohl in medizinischer als auch in alternativer Hinsicht. dazu kommt der große Bereich meiner geistig/mentalen Gesundheit. Wer weiß, wo mich das noch hinführt. Auf jeden Fall ist es total interessant und vieles macht sogar  Spass.

 

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Gesundung     Mein Weg 33

Schwieriger als ursprünglich gedacht……..
In meiner Leiste wurden Metastasen entdeckt.

Für mich sowieso, aber auch für die Ärzte, wurde völlig überraschend am Schambein eine Knochenmetastase festgestellt. Vorausgegangen waren Schmerzen im Bein und eine Schwellung in der Leiste, die sich zunächst keiner erklären könnte. Vermutet wurden ein Leistenbruch oder auch eine Thrombose, da mein Bein immer dicker wurde. Oder auch nur eine Flüssigkeitsansammlung aufgrund der  nun schon lange andauernden Bestrahlung. Allgemeines Rätselraten. Letztlich wurden dann, nach einigem Hin und Her, doch ein MRT angefertigt, sowie der aktuelle PSA-Wert geprüft. Als Ergebnis zeigte sich dann eine Verdreifachung des PSA-Wertes und im MRT, deutlich sichtbar, ein enormes Anschwellen der Lymphknoten sowie ein großer schwarzer Schatten am Schambein. Beides zusammen, also PSA und Schatten ergeben leider einen eindeutigen Befund. Dabei sollte doch der PSA-Wert durch die Bestrahlung  eigentlich zurückgehen. Idealerweise bis auf 0. Das Gegenteil ist nun eingetreten. In dem Augenblick, als die Radiologin mir das Bild am PC zeigte, fühlte es sich für mich an, als würde ich meinem eigenen Tod ins Gesicht schauen. 

Glücklicherweise gelingt es mir mittlerweile relativ schnell, mich von solchen Botschaften zu erholen. Habe ich ganz bewusst gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar.  Bereits am nächsten Tag konnte ich wieder klar denken, auch das Schlafen ging, dank des homöopathischen Schlafmittels von Susanne ganz gut. 

Tatsache ist, dass dieser Krankheitsverlauf atypisch ist. Metastasen im bestrahlten Bereich?!! Tatsache ist weiterhin, dass die bisherige Medizin nicht wirklich gegriffen hat. Es geht also darum, neue zusätzliche Wege zu gehen. Eine zweite Meinung einholen. Dazu werde ich mich in einem anderen großen Krebszentrum untersuchen lassen. Mir Informationen über ganzheitliche Krebsklinken besorgen und mich dort behandeln lassen. Seit einer Woche habe ich, ohne zu wissen weshalb, meine Visualisierungen und Meditationen verändert.  Hier in Hamburg werden aufwendige Untersuchungen gemacht,um die Strahlentherapie der neuen Situation anzupassen. Mit einer zusätzlichen Anti-Hormontherapie habe ich neben der Bestrahlung bereits begonnen.     Meine morgendlichen Sitzungen, wie im vorherigen Beitrag beschrieben, erfüllen mich mit echter Freude und Zuversicht. Susanne an meiner Seite, mit ihrer ruhigen und kraftvollen Unterstützung ist, lässt meine Seele leben.

Der Weg ist  länger und schwieriger als ich damals  dachte.  Nun gut….   Doch meine Zuversicht, was meine Gesundung betrifft ist genauso wie zu Beginn.

Alles Liebe für Euch!