Von der Krankheit zur Gesundung      Mein Weg  34

Wie ist eigentlich mein Weg?

Die  Bestrahlung gehen nun ihrem Ende entgegen. Nächste Woche noch zweimal, dann ist auch diese bewegte Zeit vorbei. Kein tägliches Fahren mehr in die Uniklinik. Kein Abstieg in die Katakomben der Strahlentherapie. Keine Konfrontation mit den Elendsgestalten im Wartezimmer. Aber auch kein Lachen mit den Pflegern und Schwestern vor und nach der Bestrahlung. Und wir haben oft gelacht und gescherzt. Keine laute Musik der „Toten Hosen“ durch die Lautsprecher, während ich in der Röhre liege. Die Texte gefielen mir immer und der Rhytmus des Schlagzeuges begeisterte mich. Erst jetzt beim Schreiben wird mir die Symbolik des Namens „Toten Hosen“ bewusst. Na, bin ich nun abergläubisch?  Mal ja, mal nein, jedenfalls hat mir die Musik gefallen. Wirklich fro bin ich, nicht mehr mit diesem empfohlenen, vermaledeiten „leichten Harndrang“ hinzufahren. Ein Eiertanz, den ich nur phasenweise gut geschafft habe. Das das vorbei ist! Halleluja!!! Mir ist auch jederzeit bewusst gewesen, dass die Strahlen, den ich mich aussetzte, reines Gift sind. Für meine Krebszellen, aber eben auch für meine gesunden Zellen.

Trotz all dieser Pro und Kontras, hätte ich mich dem dennoch gerne  länger ausgesetzt. Nochmal 2 Wochen weiter. Jede Möglichkeit nutzen. Die Frage, die ich am Dienstag in der Abschlussbesprechung stellen werde, ist, ob etwas mehr noch etwas mehr bringen würde. Bei der Antwort werde ich genau hinhören. Sollte es auch nur eine kleine Chance für „Mehr“ geben, werde ich mich dafür einsetzen.

Wie ich oben schrieb war es eine bewegte Zeit. Die Erkenntnis, dass die Röhre mein Freund ist,  hat mir gutgetan und sehr geholfen. Die Konfrontation mit eher gleichgültigen oder vielleicht besser lediglich routinierten Ärzten sowie die Begegnung mit kompetenten und fürsorglichen Ärzten und großartigem Pflegepersonal haben mich sowohl in die eine als auch in die andere Richtung aufs tiefste bewegt. Dies erfahren  und gelernt zu haben, damit umzugehen, erfüllt mich mit Dankbarkeit.

Als ich vor ungefähr 5 Wochen Schmerzen im rechten Oberschenkel bekam und im Anschluss daran, sowohl meine Leiste als auch mein Bein begannen anzuschwellen, nahm dies niemand so richtig ernst. Man konnte es sich nicht wirklich erklären und wollte mich lediglich zur Ultraschalluntersuchung zu meinem Hausarzt schicken! Nach Beratungen mit meinem Bruder ging ich gleich zu den entsprechenden Fachärzten und drang energisch darauf, dass herausgefunden wird, was denn nun los war.

Mein Glück, denn es stellte sich heraus, dass die Schwellung und die Schmerzen lediglich Folgeerscheinungen der Strahlentherapie waren. Nur weil ich diese Nebenwirkungen hatte, die keiner zuordnen konnte und wollte, wurde die Metastase entdeckt. Ansonsten hätte man sie frühestens 3 Monate später bei der ersten der Bestrahlung folgenden Untersuchung festgestellt. Schwein gehabt!!So konnte sie noch mit in das Bestrahlungsprogramm aufgenommen werden.

Insgesamt habe ich die bisherige Therapie, also Bestrahlung und Anti-Hormon-Behandlung gut überstanden. Die Horror-Geschichten, die mir natürlich erzählt wurden, habe ich selbst nicht erlebt. Zum Schluss eine größer werdende Erschöpfung und Müdigkeit, sowie ab und zu eine gewisse Antriebslosigkeit und leichte Übelkeit. Das war’s schon. Also auch in dieser Hinsicht Glück gehabt. Gleichzeitig war ich mir zu jeder Zeit bewusst, dass etwaige schlimmere Nebenwirkungen egal sind. Die Hauptsache ist und bleibt, dass ich wieder ganz gesund werde. 

In nächster Zeit werde ich nach Dresden fahren, um mir eine Zweitmeinung hinzu holen. Wie schon geschrieben, gehe ich nun verschiedene neue Wege. Werde Euch unterrichten. Gelernt habe, dass ich mich in erster Linie selbst kümmere. Es ist meine Verantwortung, weiterzugehen, mich zu informieren und vor allen Dingen selbst zu entscheiden.  Unterstützung gibt es von allen Seiten, sowohl in medizinischer als auch in alternativer Hinsicht. dazu kommt der große Bereich meiner geistig/mentalen Gesundheit. Wer weiß, wo mich das noch hinführt. Auf jeden Fall ist es total interessant und vieles macht sogar  Spass.

 

Alles Liebe für Euch!

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