Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 45

Das Gleiche  ?    oder immer weiter…!!

 

Gestern unterhielt ich mich mit einem Klienten, der mir wie ein Freund sehr nah steht und erzählte so, wie sich mein Leben seit meiner Erkrankung verändert hat. Ich meine damit die positiven Veränderungen, wie mehr Elan, mehr direktes Angehen von Problemen, mehr Zuversicht, mehr Lebensfreude, mehr Projekte, aber auch mehr Disziplin. klare Erkenntnisse und wunderbare Pläne und Visionen in die Zukunft hinein. Ich zeigte ihm meine vollgeschriebenen Hefte und Bücher der letzten Jahre und las einiges, was ich bereits 2011 geschrieben hatte, vor.IMG_3550Meine Notizhefte

 

Und während wir so sprachen, war ich fröhlich, lebendig und ganz begeistert von dieser Tätigkeit des um 6 Uhr Aufstehens, des Nachdenklichsein und des daraus resultierenden Schreibens.   Plötzlich machte er ein komisches Gesicht und ich hielt in meinem Redefluss inne.

„Peter, es klingt verrückt, aber gerade dachte ich, ich würde gern mit Dir tauschen!“

Welch ein Kompliment!! Eine unerwartet von aussen kommende Anerkennung, die mich mitten ins Herz traf. Wir hatten auch über die körperlichen Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen meiner Krebserkrankung gesprochen und auch über die, aus schulmedizinischer Sicht, Wahrscheinlichkeit meine Sterbens.  Und dennoch diese Aussage…..

Eine wunderbare Bestätigung, dessen, was ich in mir selbst wahrnehme. Es erfüllt mich mit echter Freude, diesen Weg zu gehen. In dem Buch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ sagt der Protagonist Dan Millmann: „Es gibt keine alltäglichen Momente.“ Vor mehr als 20 Jahren las ich diese Worte und auch wenn sie mir zwischenzeitlich aus dem Bewusstsein entwischten, so blieben sie doch in einer hinteren Hirnwindung erhalten. Mit Macht kehrten diese Worte im Laufe des letzten Jahres in mein erlebtes Leben zurück.Das Leben ist eine Abfolge des Gegenwärtigen, ein ewiges JETZT. Diesem JETZT gilt es sich  aufmerksam und gestaltend zu widmen. 

Die Arena ist das tägliche Leben. Die Methode ist einfach - wir können etwas tun. Der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt, in diesem Augenblick. Der Weg beginnt dort, wo wir gerade stehen. Wir können ihn auf jeder Stufe gehen.  Dan Millmann

 Kein wiederkehrender Groll mehr über mich selbst, keine Selbstkritik, kein Kneifen oder Zögern, keine Schuldzuweisungen.

Es gibt so viele STATTDESSEN!  So unvergleichlich viel schöner…..

Ich bin dabei, das zu lernen und peu à peu zu leben.

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 43

„Dem Ungewissen sind wir nur ausgeliefert, wenn wir zulassen, dass es uns im Griff hat.

Über das, was wir tun, haben wir immer die Kontrolle.“

Was für eine Aussage!    Als ich diesen Satz las, hielt ich inne und ließ ihn auf mich wirken. Unvermittelt durchströmte mich ein Gefühl von  Zuversicht und Kraft und zugleich begriff ich die Verantwortung, die ich für mich  habe und dann übernehmen kann oder eben auch nicht. Wie leicht es ist, mir selbst zu sagen „jetzt nicht“, „später“, oder aber bei dem Erkennen einer neuen Möglichkeit,  mich unsicher zu fühlen und auszuweichen, manchmal geradezu zu kneifen. Dann ist die Krise meistens nicht weit. Schwindendes Vertrauen in die eigene Kraft, gefühlter Kontrollverlust können dann einhergehen mit Ablenkungen, die ich mir dann  eher im Außen suche. Oft führte dieses Verhalten zu einer unreflektierten Schwächung. Ein wirklich erfülltes Leben ist das jedoch wohl nicht, und  meiner Heilung komme ich auch nicht  näher.    Genauso wenig, wenn ein Arzt mir sagt: „Ihre Heilungschancen sind begrenzt!“                                                                                                             Eine gute Freundin aus früheren Zeiten schrieb mir: „Nimm Deinen Körper an wie er jetzt gerade ist, mit Deiner ganzen Liebe. Sende deine Liebe und dein Licht in jede Zelle deines Körpers. So oft wie möglich. Gute Nacht, ich umarme Dich, danke für dein Vertrauen in mich. o:) xxxx“

Das tut mir gut. Gut tut mir auch, wenn ich Susanne mit ihrer Kraft, ihrer Liebe, ihrem Optimismus und ihrer Fürsorge um mich spüre. Ein Gefühl wie ein Wunder, das um mich herum existiert, mich geradezu einhüllt und in mir wirkt.

Heute morgen las ich wieder in meinen früheren  Aufzeichnungen über meine Reflektionen und meine Ängste, meine Zuversicht und meine Vorhaben und Taten. Dabei stieß ich auf einen Satz, den ich, vor Wochen, unterstrichen, an den Rand  meines Arbeitsbuches geschrieben hatte, „Im Blog bin ich offen!“ , und erinnerte mich daran, wie gut es mir tat, ohne Rücksicht und Gedanken viel von mir preiszugeben.

Im Beitrag  25 hatte ich schon mal einiges daraus zitiert. Dieses sich frei zu äußern, hilft mir, einen noch klareren Zugang zu mir selbst zu finden.  Also:

„In dem Buch von C.Simonton ist von der Zeit die Rede. Er benutzt das Wort „beizeiten“. Es geht darum, die richtigen und wichtigen Dinge eben beizeiten zu erledigen. Ein wichtiger Punkt für mich. Im Grunde habe ich so vieles geschoben. Damit ist jetzt Schluss. Mir macht es Freude, ja Freude, heute zu machen! Ich weiß nicht, was ich schaffe oder ob ich alles schaffe, aber heute habe ich Freude.

Unterschied zwischen positivem und gesundem Denken. Positives Denken ist für mich manchmal wie ein irreales Wunschkonzert. Eher schwachsinnig. Im Gegensatz dazu spielt gesundes Denken eine Überzeugung wieder.   Positives Denken: In einem Jahr bin ich wieder ganz gesund. Na ja….     Gesundes Denken: Ich habe eine echte Chance gesund zu werden. Dafür setze ich mich ein.     Klingt ganz anders….

Ich brauche die Erkenntnis, welches meine Überzeugungen sind. Diese Überzeugungen kann ich dann reflektieren, ob gesund oder ungesund. Dann beginne ich unter Umständen, daran zu arbeiten. meine Devise lautet dabei: Jetzt, hier Freude und Intensität. Neugierig und optimistisch auf meine Zukunft schauen. Manche Überzeugungen sind leicht, manche schwer zu durchschauen und zu verändern. Puh! Es geht mir darum, durch diese Arbeit die Ausschaltung meines Krebses geistig zu beeinflussen.

Eine Sonnenfrage: Was kann ich hier und jetzt tun, um die Tatsache zu feiern, dass ich am Leben bin. Jetzt in diesem Augenblick?

Themen:                                                                                                                                    -Selbstkritik                                                             -mich loben und anerkennen                                 -Aufschieben                                                           – jetzt                                                                                     -Nichts tun                                                               -fleissig sein                                                                     -Kneifen                                                                    – offensiv sein                                                                   -abhängig von der Meinung anderer       -ich entscheide                               -Essgewohnheiten                                              .-gesund, anders, lecker

Meine innere Wahrheit ist zukünftig ein Dauerthema. Es ergeben sich daraus manchmal blitzschnelle richtige Entscheidungen.

Vor welchen Bedrohungen beschützt mich mein Schmerz??

Wie kann ich meinen Geist dazu bringen, meinen Körper richtig und wirkungsvoll zu beeinflussen?   Allein die Tatsache, dass ich mir solche Fragen stelle, gibt mir ein zuversichtliches Gefühl. Es gibt noch so viele Möglichkeiten!!           Visionen, Magie, Himmel und Hölle, Schuldthemen….

Manchmal erwarte ich nach dem Aufstehen im Badezimmer einen Wurm (unreflektiert) und dann sehe ich im Spiegel , dass ich gut aussehe.    Spirit, Heilung, Gesundheit, heilende Hände, Zukunft…   Heilung: Ich will still sein. Ich tue Stille!!!                                                       Vergangenheit: Bisherige Arbeit, bisherige Beziehungen,     jetziger Zustand,          zukünftige Arbeit, zukünftige Beziehungen.                                        

Außen ist wichtig. Wie denke ich darüber? Selten zufrieden.

Wenn Du Dich mit den Augen einer lieben Großmutter anschaust, was meinst Du, würde sie sagen, was Du brauchst?“

Zugang zu meiner inneren Weisheit, die weiß, was ich brauche, zum Beispiel 3x Tag die Simonton-Übung machen. In mich hinein hören. Es kommt etwas. Stille und aus der Leere kommt es!

Meine Reaktion ist immer entscheidend. Wie reagieren Menschen auf Probleme? Weglaufen, aggressiv, mich rausredend, hilflos, verdrängend. Mal das eine, mal das andere.                                                     Wie könnte ich auf Probleme  reagieren? Ich habe immer die Wahl. Nachdenken, fühlen, was mir hilft, was ist nützlich. Bin ich damit im Einklang. Fragen stellen.                                                                                            Wie reagiere ich bis jetzt meistens auf Probleme: Selten aggressiv, manchmal verdrängend , empfinde sie als druck und nicht als Chance, mich zurückziehend, manchmal auch lösungssuchend. Nicht bis zu Ende führend. Meistens nicht lernend. Wenn doch zu Ende Führend, dann mit einem sehr guten Gefühl. Fast immer>>ich muss.   Wie reagiere ich ab jetzt auf Probleme?       Abwägen ob ich muss oder will. Reflektieren. überlegen und fühlen. Zeit lassen, falls möglich, evtl. Notizen machen. Zuversichtlich konstruktiv. Falls nötig, darüber reden. Zuallererst mit Susanne.

Heute marschiere ich eine halbe Stunde!“

Alle diese Worte habe ich vor vielen Monaten geschrieben. Wie schön, es nochmals zu lesen.  Ich tue das Richtige. Und es gibt noch so viel!!  Zuversicht. Den Weg weitergehen.

 

Alles Liebe für Euch!

 

 

 

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 42

BAD NEWS

Nachdem vor 2 Wochen der so erfreuliche PSA-Wert festgestellt wurde, sollte noch ein PET/CT durchgeführt werden. Ziel war, sicherzustellen, dass wenn ich nach NY fliege, ich den neuesten Zustand  meines Gesundheitszustandes  mitbringe.  Ein PET/CT ist eine Kombination aus Positronen Emissions Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) in einem Gerät. Dadurch kann festgestellt werden, ob sich noch Krebszellen in meinem Körper befinden und der Stoffwechsel innerhalb dieser Zellen.

Entspannt und mit einem guten Gefühl fuhr ich ins Krankenhaus um diese Untersuchung, die ca. 3 Stunden in Anspruch nimmt, durchführen zu lassen.  Insgeheim hatte ich gehofft, dass die Knochenmetastase , die im November letzten Jahres diagnostiziert worden war, nicht mehr auffindbar sei. Zumindest ging ich davon aus, aufgrund meines so überaus positive PSA-Wertes, dass sie ausgetrocknet ist.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Metastase ist sichtbar, 2 Zentimeter groß, und aktiv!

Wie sagte meine Bruder, der als Arzt die Gespräche für mich führte: „Peter, das ist richtig Scheiße!“

Es folgten intensive Gespräche mit verschiedenen Ärzten. Ergebnis: Unerklärlich!      Es soll  versucht  werden, diese einzelne Metastase zu bestrahlen. Das hat man anscheinend noch nie oder kaum je gemacht. Also ein echtes Novum. Voraussetzung dafür ist, dass ich noch eine sogenannte Strahlenreserve habe. Jeder Krebspatient verträgt nur ein bestimmtes Quantum an Bestrahlung. Dieses Quantum wird individuell berechnet und ist die Grundlage für mögliche weitere Bestrahlungen. Da ich bereits eine 8-wöchige Bestrahlung hinter mir habe, muss eine solche  mögliche Strahlungsreserve noch geprüft werden.      Sollte eine weitere Bestrahlung nicht mehr möglich sein, würde man versuchen die Metastase heraus zu operieren. Ebenfalls ein Novum. Mögliche Nebenwirkungen sowohl der Bestrahlung als auch der Operation unbekannt. Der Ansatz dieser beiden Therapien ist kurativ, also heilend. Das finde ich sehr positiv.

Zusätzlich ist es möglich, dass sich einzelne Krebszellen bereits in anderen Regionen meines Körpers eingenistet habe, Dies lässt sich augenscheinlich zu jetzigen Zeitpunkt nicht verifizieren. Als Konsequenz wird nun angedacht, zusätzlich zur bestehenden Anti-Hormonbehandlung eine gleichzeitige Chemotherapie zu beginnen.

Bisher war es so, dass man versucht war, immer noch möglichst viele Pfeile im Köcher zu behalten und jeweils die nächste Behandlung zu beginnen, wenn die vorherige nicht mehr griff.  Also zunächst Anti-Hormonbehandlung und anschließend, falls notwendig, eine Chemotherapie. Das hat sich geändert. Nach den allerneuesten Studien ist die Überlebenszeit höher, falls man bestimmte Behandlungen gleichzeitig macht. (Unglaublich über was für Themen ich mir mittlerweile Gedanken mache!!) Deshalb werden nun wohl beide Therapien bei mir gleichzeitig durchgeführt.  Dieser Ansatz  besitzt allerdings lediglich palliativen Charakter, wäre also nur nur herausschiebend und nicht mehr heilend.    Die Reise zur Begutachtung meines Krankheitstandes und einer möglichen noch anderen Therapie nach NY war kurzfristig auf Mitte Juni verschoben worden. Nunmehr erfährt die Dringlichkeit dieser Maßnahme  ein  „Upgrade“ und wir versuchen einen Termin innerhalb der nächsten zwei Wochen zu bekommen. Mal sehen. Mein Bruder würde mich begleiten.

Die nach diesem Befund folgenden Tage waren nicht gut. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr, weiter zu ackern. Eine große Erschöpfung hatte mich im Griff, einhergehend mit enormer Müdigkeit. Mir schien es, als hätte all das, was ich bisher so getan hatte, nichts genützt. Auch die Ärzte kamen mir zunehmend ratlos und vor. Was also tun? 

Ich tat das, was ich in solchen Situationen immer tue, nämlich nichts. Na nicht ganz. In die Luft gucken, warten auf eine Eingebung,  meine geliebte Stille ist schließlich auch etwas. Begleitet wurde diese  Zeit durch viele Gespräche mit meiner Susanne und der sich langsam entwickelnden Überzeugung, dass meine innere Kraft und Zuversicht schon bald wieder da sein würden. Sport(entgegen dem Rat  meines Physiotherapeuten) , das neue Segelboot, diese Stille für mich, meine Brüder, viele gute Freunde, mein Psychoonkologe  und eben Susanne haben dazu geführt, dass es mir wieder besser geht. Ich bin wieder in das Leben zurückgekehrt.  Ich entscheide.

Bald mehr.

 

Alles Liebe für Euch!