Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 42

BAD NEWS

Nachdem vor 2 Wochen der so erfreuliche PSA-Wert festgestellt wurde, sollte noch ein PET/CT durchgeführt werden. Ziel war, sicherzustellen, dass wenn ich nach NY fliege, ich den neuesten Zustand  meines Gesundheitszustandes  mitbringe.  Ein PET/CT ist eine Kombination aus Positronen Emissions Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) in einem Gerät. Dadurch kann festgestellt werden, ob sich noch Krebszellen in meinem Körper befinden und der Stoffwechsel innerhalb dieser Zellen.

Entspannt und mit einem guten Gefühl fuhr ich ins Krankenhaus um diese Untersuchung, die ca. 3 Stunden in Anspruch nimmt, durchführen zu lassen.  Insgeheim hatte ich gehofft, dass die Knochenmetastase , die im November letzten Jahres diagnostiziert worden war, nicht mehr auffindbar sei. Zumindest ging ich davon aus, aufgrund meines so überaus positive PSA-Wertes, dass sie ausgetrocknet ist.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Metastase ist sichtbar, 2 Zentimeter groß, und aktiv!

Wie sagte meine Bruder, der als Arzt die Gespräche für mich führte: „Peter, das ist richtig Scheiße!“

Es folgten intensive Gespräche mit verschiedenen Ärzten. Ergebnis: Unerklärlich!      Es soll  versucht  werden, diese einzelne Metastase zu bestrahlen. Das hat man anscheinend noch nie oder kaum je gemacht. Also ein echtes Novum. Voraussetzung dafür ist, dass ich noch eine sogenannte Strahlenreserve habe. Jeder Krebspatient verträgt nur ein bestimmtes Quantum an Bestrahlung. Dieses Quantum wird individuell berechnet und ist die Grundlage für mögliche weitere Bestrahlungen. Da ich bereits eine 8-wöchige Bestrahlung hinter mir habe, muss eine solche  mögliche Strahlungsreserve noch geprüft werden.      Sollte eine weitere Bestrahlung nicht mehr möglich sein, würde man versuchen die Metastase heraus zu operieren. Ebenfalls ein Novum. Mögliche Nebenwirkungen sowohl der Bestrahlung als auch der Operation unbekannt. Der Ansatz dieser beiden Therapien ist kurativ, also heilend. Das finde ich sehr positiv.

Zusätzlich ist es möglich, dass sich einzelne Krebszellen bereits in anderen Regionen meines Körpers eingenistet habe, Dies lässt sich augenscheinlich zu jetzigen Zeitpunkt nicht verifizieren. Als Konsequenz wird nun angedacht, zusätzlich zur bestehenden Anti-Hormonbehandlung eine gleichzeitige Chemotherapie zu beginnen.

Bisher war es so, dass man versucht war, immer noch möglichst viele Pfeile im Köcher zu behalten und jeweils die nächste Behandlung zu beginnen, wenn die vorherige nicht mehr griff.  Also zunächst Anti-Hormonbehandlung und anschließend, falls notwendig, eine Chemotherapie. Das hat sich geändert. Nach den allerneuesten Studien ist die Überlebenszeit höher, falls man bestimmte Behandlungen gleichzeitig macht. (Unglaublich über was für Themen ich mir mittlerweile Gedanken mache!!) Deshalb werden nun wohl beide Therapien bei mir gleichzeitig durchgeführt.  Dieser Ansatz  besitzt allerdings lediglich palliativen Charakter, wäre also nur nur herausschiebend und nicht mehr heilend.    Die Reise zur Begutachtung meines Krankheitstandes und einer möglichen noch anderen Therapie nach NY war kurzfristig auf Mitte Juni verschoben worden. Nunmehr erfährt die Dringlichkeit dieser Maßnahme  ein  „Upgrade“ und wir versuchen einen Termin innerhalb der nächsten zwei Wochen zu bekommen. Mal sehen. Mein Bruder würde mich begleiten.

Die nach diesem Befund folgenden Tage waren nicht gut. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr, weiter zu ackern. Eine große Erschöpfung hatte mich im Griff, einhergehend mit enormer Müdigkeit. Mir schien es, als hätte all das, was ich bisher so getan hatte, nichts genützt. Auch die Ärzte kamen mir zunehmend ratlos und vor. Was also tun? 

Ich tat das, was ich in solchen Situationen immer tue, nämlich nichts. Na nicht ganz. In die Luft gucken, warten auf eine Eingebung,  meine geliebte Stille ist schließlich auch etwas. Begleitet wurde diese  Zeit durch viele Gespräche mit meiner Susanne und der sich langsam entwickelnden Überzeugung, dass meine innere Kraft und Zuversicht schon bald wieder da sein würden. Sport(entgegen dem Rat  meines Physiotherapeuten) , das neue Segelboot, diese Stille für mich, meine Brüder, viele gute Freunde, mein Psychoonkologe  und eben Susanne haben dazu geführt, dass es mir wieder besser geht. Ich bin wieder in das Leben zurückgekehrt.  Ich entscheide.

Bald mehr.

 

Alles Liebe für Euch!

 

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