Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 48

Umgang mit Krisen……..

Vor einigen Tagen schrieb ich folgendes in mein Arbeits-und Tagebuch:

Mein Elan wir augenblicklich geringer. Im Gegensatz dazu steigt meine Kraftlosigkeit. Seit einiger Zeit bemerke ich das an mir. Auch  meine Zuversicht ist eingeschränkt.  Sätze wie: Die Umsetzung meiner Vorhaben ist der Big Point, bewirken nur wenig.  Immer bin ich müde und möchte mich hinlegen. Meine To-Do-Listen schaffe ich nicht. Alles ist verflogen. Meine Krankheit deprimiert mich. Mein Bein wir überhaupt nicht besser. Jetzt kommt wieder der nächste Termin beim Urologen auf mich zu. PSA-Wert, Anti-Hormon-Spritze. Ich mag nicht. Mich dem stellen und weitermachen fällt mir schwer. Scheiße, ich schaffe meine Aufgaben nicht! Mutlos ist der richtige Ausdruck. Meine Tochter ist wieder da. Nach 2 Jahren! Sie ist in einer für sie sehr schwierigen Phase ohne echte, klare Orientierung. Verschiedene Themen, die sie elementar 影梭 betreffen. Ich bin so froh und unglücklich zugleich. Reicht es, sie zu lieben? Auch hier keine innere Stärke und Stabilität. Was ist los? Auf einmal keine innere Sicherheit. Ausgelaugt! Meine „5 Tibeter“ werden mir zu viel. Jede Kleinigkeit, die nicht funktioniert, lähmt mich. Susanne kann ich nicht das bieten und geben, was sie braucht. ICH HABE DAS GEFÜHL ZU VERLIEREN! Ich kneife……    Meine Ordnung zu Hause läuft komplett aus dem Ruder. Totale Unordnung. Die Blumen auf der Terrasse sind total ungepflegt, Funksprechzeugnis fürs Segelboot lasse ich schleifen, ewiger Ärger mit der Krankenversicherung, Vertragsverhandlungen mit Kunden, Homepage…………………. Alles schiebe ich. Aktivität ist besorgniserregend.        Ich habe Angst. Angst vor Ablehnung. Angst vor Nicht-Gelingen.  Angst vor dem Tod.  Angst,  Susanne könnte meiner überdrüssig werden, wenn ich so bin und  nicht schaffe, es zu  ändern.  Angst vor Konfrontation, dem Absinken in Lethargie, vor Verurteilung, vor Resignation und davor, dass andere mich so sehen, wie ich bin.  Wie bin ich eigentlich?  Fühle mehr meine Schwäche als meine Stärken.  So viele Themen: Hausverkauf, meine Tochter, Arbeit, Umzug, Krankheit/Gesundheit, Lympfdrainage, Kompressionsstrumpf, Anti-Hormon-Therapie, Schwitzen, Frieren, anstrengende Ernährung, Übergewicht, neuerliche Bestrahlung,  gut für Susanne sein,………..alles unter einem Hut.  Was tun?

Susanne von all diesen Gedanken und Gefühlen erzählen. Alles! Vertrauen schaffen.  Dies aufzuschreiben, bringt mich mit meinen Gedanken und damit mir selbst in Verbindung.  Es tut gut all dies aufzuschreiben.

Direkt danach hatte ich einen guten Tag. Rauslassen anstatt alles in mir halten, um möglichst nicht damit in Berührung zu kommen.  Das habe ich gut gemacht!!

In dem Buch „PROGNOSE HOFFNUNG“ las ich, dass in einer wissenschaftlichen Studie festgestellt wurde, „dass diejenigen, die mit ihrem Kummer allein fertig zu werden versuchen, im Durchschnitt eine höhere Krankheitsrate aufwiesen, während diejenigen, die ihre Sorgen mit jemandem teilen, keine zusätzlichen Gesundheitsprobleme hatten.“ Schon während des Lesens begriff ich, wie bedeutsam und wesentlich es für mich sein würde, all das aufzuschreiben und mit anderen Menschen zu teilen. Insbesondere mit Susanne.  Ganz deutlich fühlte ich, dass darin der Weg aus meiner Sackgasse bestehen könnte.  Das Aufschreiben war dann zunächst sehr schmerzhaft und emotional. Doch schon währenddessen begann sich etwas in mir zu lösen. Welche wunderbare Erfahrung. Nicht immer nur stark sein, oder zumindest so zu tun, als wäre alles bestens. Nein, ich werde achtsam sein und mich konzentrieren, genau diesen Weg weiterzugehen. Daraufhin notierte ich in den  folgenden Tagen:

„Seit diesem Aufschreiben auf der vorigen Seite geht es mir deutlich besser. Es hatte eine enorme Wirkung. Meine Gefühle wahrzunehmen, sie zu beschreiben, ist gut und ich teile sie zusätzlich mit Susanne.

Diese Umzüge, heute bei Susanne und anschließend bei mir, sind etwas total Gutes! Ein neuer Lebensabschnitt. Das Leben entwickelt sich weiter. In gewisser Weise schwingen wir dabei den Taktstock und schauen, was sich daraus entwickelt. Auf jeden Fall ist es spannend. Ich fühle eine unruhige Vorfreude. Xavier Naidoo nennt es in seinem Song „Was wir alleine nicht schaffen….“ die „Vorhut auf kommenden Frohmut“! Welch schöne Worte.

Die letzte Nacht in Suses Haus. Eine schöne, intensive Zeit! Der Beginn und Aufbau von etwas völlig Neuem, völlig Unbekanntem. Eine Wendung, die sich nun entwickelt.  Jede Zeit hat ihr Wunder! Jeder Augenblick um zu lieben. Glück, Verständnis,  Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Einfühlung, Träume, Verwirklichung, Mut.     Jetzt geht’s los. Und gleich geht’s los und noch so viele Jetzt und Gleich.   Gesund sein.

 

Alles Liebe für Euch!

 

Eine Antwort auf „Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 48“

  1. Lieber Peter,
    zu diesem Text möchte ich folgendes schreiben:
    Du hast vor einiger Zeit damit angefangen, mir zu schreiben „Dein Freund Peter“. Das hat mich sehr überascht, das Du das so siehst. Und ich möchte Dir gerne mitteilen, was das für mich bzw. mir bedeutet!
    Es bedeutet für mich einen „Gefährten“ zu haben, mit dem ich mich austauschen kann, der für mich da ist, wenn ich mal jemanden brauche oder einfach mal einen Rat einholen möchte.
    Und natürlich gilt das auch umgekehrt!
    Denn Du musst nicht mit allem alleine fertig werden. Manchmal dürfen wir auch solche Gedanken zulassen und mit jemandem teilen. Wie sagtest Du mir erst letztens : „Den Gedanken solange zulassen, bis Du keine Lust mehr hast.“ 😉
    Und wenn Du meinst, ich bin ein Freund für Dich, dann bin ich da, wann immer Du mich brauchst. Denn dafür sind Freunde da!
    Ob Du dieses „Angebot“ in Anspruch nimmst oder nicht, entscheidest Du alleine. Mir ist es nur wichtig Dir zu sagen: Du bist nicht alleine und ich bin da, wenn Du mich brauchen solltest!

    Alles Liebe für Dich!

    Dein Freund Niels 🙂

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