Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 52

Positive Erwartungen…. Placebo……..keine Ahnung

 

Wenn eine Krankheit einen unerwarteten Verlauf nimmt, sich auf eine Weise entwickelt, die sich nicht mehr allein auf die ärztlichen Interventionen zurückführen lässt, bezeichnet man dies als „spontan. Mit diesem Wort verbergen wir unser Unverständnis – genauso wie der Begriff der „Generatio spontanea“ (Urzeugung) die Unwissenheit der spätmittelalterlichen Wissenschaft verhüllen sollte: Man konnte sich damals noch nicht erklären, auf welche Weise, etwa Maden, in nicht lebende Materie, zum Beispiel in verdorbenen Lebensmitteln, entstanden, und sprach deshalb von „spontaner Entstehung“. ( Erst 1765 bewies der italienische Naturforscher Lazaro Spalanzani, dass sich in Lebensmitteln, die man in einem luftdicht verschlossenen Gefäß aufbewahrt, keine lebenden Organismen entwickeln. Also mussten die Larven auf irgendeine Weise durch die Luft transportiert werden.)  ………. Ebenso ist die „spontane“ Heilung oder Veränderung auf Prozesse oder Mechanismen zurückzuführen , die wir noch nicht verstehen. O.C. Simonton.

Wie ich schon in einem meiner letzten Beiträge beschrieben habe, entwickelt sich die Knochen-Metastase nicht weiter. Sie ist singulär. Üblicherweise teilen sich die Krebszellen und auf vielerlei Wegen, bilden sich an anderen Stellen ebenfalls Metastasen. Bei mir nicht! Wieso? Die Ärzte , selbst im so berühmten und renommierten Memorial Sloan and Kettering Cancer Center in NY, können es nicht erklären und bezeichnen es als glücklichen Umstand, der andere als die üblichen Behandlungsmöglichkeiten eröffnet.

Ein wirksames Behandlungsprogramm muss sich mit dem menschlichen Wesen in seiner Ganzheit befassen und darf nicht ausschließlich mit der Krankheit befasst sein. Genau das tue ich seit ich meine Krebsdiagnose erhalten habe. Das Phänomen meiner Erkrankung ist, dass ich nichts spüre. Keinerlei Schmerzen, die von bösen Krebszellen verursacht werden, keine Einschränkungen  der Funktionen meines Körpers. Es gab im letzten Jahr nur einen einzigen Hinweis, dass etwas nicht stimmen würde. Ich musste relativ oft pinkeln. Harndrang nennt mann das auch, und für viele Männer, die darunter leiden, gibt es Mittel in der Apotheke. Und oft geht es ihnen besser. Bei löste die Diagnose  eine Lawine von  Behandlungen aus. Der Harndrang ist mehr oder weniger geblieben, also keine wirkliche Besserung. Ich habe mich damit arrangiert .  Die Auswirkungen der ärztlichen Interventionen sind allerdings fxcm gravierend und schränken mich in manchen Bereichen ein. In anderen  sind sie quälend und manchmal sehr belastend. Mit den  Auswirkungen dieser Nebenwirkungen auf Geist und Seele lassen mich die Mediziner allein. Wie leicht wäre es, zu jammern um Mitgefühl zu erhalten. Oder aber  sich als Opfer zu fühlen und damit die  Widerstandskraft zu schwächen. Genauso einfach wäre es, die körperliche Schwäche als Grund zu nutzen, sich gehen zu lassen. Fatal wäre es, würde dies zulassen. Anders herum ist mein Leben viel schöner und, ganz wesentlich, es hilft mir auf meinem Weg , wieder gesund zu sein. Die wesentlichen Heilfaktoren sind immer noch ein Geheimnis. Dennoch habe ich eine Menge gelernt über meine Verantwortung für die Heilung, und ich habe erfahren, dass es bestimmte Techniken und Fertigkeiten gibt, um die Kräfte , die ich in mir habe, wie übrigens jeder andere auch, zu entfalten. 

Wir haben Einfluß auf das Geschehen in unserem Körper.                        Wie oft spüre ich, dass ich bei schwierigen Gesprächen meinen Körper anspanne. Wer kennt das nicht, dass das Denken an ein Problem uns in Schweiß ausbrechen lässt?   Wie viele Menschen werden rot, wenn ihnen etwas peinlich ist oder sie sich unsicher fühlen. Wobei gerade dies Rot werden so wunderschön sein kann. Nie werde ich vergessen, wie meine heutige Frau beim spontanen Kennenlernen am Flughafen rot wurde.Ich fand das das total süss und heute sind wir verheiratet. Wir bekommen Herzrasen oder werden blass. Jeder, der schon mal richtige Angst verspürte, weiß, wie sehr das lähmen kann. Glücklicherweise funktioniert das im Positiven genauso. Wie sind zuversichtlich und nehmen eine ganz andere  Spannkraft im Körper war. Wir freuen uns und machen Luftsprünge. Wir wissen um diese Dinge und nehmen sie im normalen Leben einfach so hin. Es passieret einfach. Dabei liegt es doch in unserem reflektierten und bewussten Denken, Fühlen und Handeln, welchen Auswirkungen ich mich damit aussetze. Hier liegt auch ein kausaler Zusammenhang für Krankheit und eben auch Gesundheit zugrunde – nur sind wir heute noch nicht in der Lage, ihn komplett zu verstehen. Mir ist das egal. Hauptsache es gibt ihn!  Kürzlich las ich folgendes:     „Die Tatsache, dass Ärzte die Einstellungen und Gefühle der Patienten nichtig in ihre diagnostischen und therapeutischen Arbeit einbeziehen, ist nicht gerechtfertigten in gewisser Weise überraschend, denn in dieser Haltung kommt die Vernachlässigung eines Mittels zum Ausdruck, das viele Ärzte als eine ihrer besten Arzneien ansehen: das Placebo.   Jeder Arzt weiß, wie wirksam die Verabreichung von reinen Zuckerpillen oder ähnlichen Präparaten sein kann, die nicht einen einzigen medizinischen Wirkstoff enthalten. Der „Placebo-Effekt!“ Dem Patienten wird erzählt, wie positiv sich das verordnete Medikament auswirken wird – und tatsächlich tritt diese Wirkung dann auch ein dann auch ein, obwohl die Pille nichts enthält, das sie hervorrufen könnte.    …… Wenn der Patient glaubt, dass das Placebo ( das er natürlich für eine „richtige“ Medizin hält) ihm hilft, und wenn der Arzt diese positive Erwartungen weckt und bestärkt, dann hilft diese Behandlung in vielen Fällen tatsächlich.“     Nur tun die meisten Ärzte das nicht!!  

Jedoch liegt es in meinem Ermessen, mich damit zu beschäftigen und und entsprechend zu handeln. Und das tue ich. Natürlich nehme ich keine Zuckerpille und rede mir ein, dass sie mich gesund machen wird. Nein, ich schaue schon genau hin und informiere mich, was unterstützen könnte. Ein Beispiel: In dem Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ las ich von dem  indischen Gewürz Kurkuma. Ein im Aussehen dem ockerfarbenen Curry ähnliches Pulver, das aus verschiedenen Gründen von Krebszellen nicht gemocht wird. In Verbindung mit Pfeffer soll es noch wirksamer sein. Also benutze ich es, schütte es in meinen grünen Tee, zusammen mit eine Prise Pfeffer, verteile es auf meinem Salat und füge es hinzu, wo es auch nur einigermaßen passt. Inwieweit es einen wirklich signifikanten Einfluss hat, weiß ich nicht. Doch es gibt mir ein starkes Gefühl von Zuversicht, und genau darum geht es. Also eventuell nur ein Placebo, doch vielleicht auch mehr. Also verwende ich es – Davon gibt es viele Beispiele.  Und in der Summe tut es mir einfach gut. Punkt.  

Aus diesem Grunde ist es für mich kontraproduktiv, alle Verantwortung den Ärzten zuzuschieben.  Mein Ziel ist, die besten Fachleute zu finden. Sie tun einiges und ich ebenfalls. Was dann der ausschlaggebende Faktor für nur eine Metastase oder auch meine Heilung sein wird, ist mir egal. 

Keiner weiß wirklich, ob ich diese Krankheit überwinden werde. Doch ich weiß, dass dieser Weg, den ich gewählt habe und nun gehe, mir gut tut und meine Lebensqualität enorm anhebt.   Geht es nicht immer nur um das Hier und Heute? 

Mein jetziges Leben ist unvergleichlich viel intensiver und voller!  (Welch ein Satz! Ich lese ihn nochmals und bin ganz erfüllt.)   

Ja, so ist es!!

 

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 51

Abwarten und Tee trinken

Nun ist die Bestrahlung vorbei, und  und es gilt die nächsten Monate abzuwarten.     Wie schon im letzten Eintrag geschildert, hatten wir die Entscheidung getroffen, statt einer 4-wöchigen Bestrahlungszeit wurde alles in lediglich 6 Settings konzentriert. Wie mir die Radiologin erklärte wird ein Bestrahlungsäquivalent errechnet, sodass ich zwar eine insgesamt etwas geringere Menge bekomme, die jedoch in der Wirkung gleich ist. Na ja, von der Bestrahlung selbst spüre ich nichts. Nach anfänglichem Herzrasen rief ich mich selbst zur Ordnung, denn diese Therapie dient ja 福汇 meiner Heilung. Dies gelang mir glücklicherweise so gut, dass ich bei jeder Behandlung, sowie es losging, einschlief und es ganz gemütlich und wohlig schlummernd passieren ließ. Lediglich nach der letzten Bestrahlung ging es mir nicht gut. Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit ließen mich doch für einen Tag im Bett verschwinden. Doch das am Wochenende wunderschöne Segeln mit meinem Bruder fegten jedes Unwohlsein hinweg. Segeln scheint für meine Psyche eine ideale Therapie zu sein. Kaum habe ich meinen Fuss auf unser Boot gesetzt fällt alles , was vorher noch da war von mir ab. 

Auf meine Frage, ob denn nun eventuell alles weggebrutzelt sei, erklärte mit die Radiologin, dass die Funktionsweise der Bestrahlung eine ganz andere sei. Vielmehr wolle man mit dieser Behandlung die Fähigkeit der Krebszellen sich zu teilen und damit zu vermehren unterbinden. Die Krebszellen würden diese Teilung dann 3-5 Mal versuchen und anschließend aufgeben. Nach einer gewissen Zeit würden sie dann , wie alle anderen Zellen absterben. Ob das bei mir eintreten wird, wird man erst nach  frühestens 6 Monaten wissen. Deshalb gilt es nun abzuwarten, mich gesund zu ernähren, viel grünen Tee zu trinken und meine Zuversicht auf vielerlei Arten zu pflegen. Wie ich das mache und was genau, berichte ich beim nächsten Mal. Augenblicklich fehlt mir für diesen Bericht die Zeit, da ich enorm viel arbeite. Und diese Arbeit, macht mir unglaublich viel Spass und ist ebenfalls auf eine wunderbare Art und Weise Therapie für mich! 

 

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 50

Auf ein Neues

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich nun inmitten meiner zweiten Bestrahlung stehe und meine Anti-Hormon-Therapie, die damals überhaupt kein Thema war,  noch mindestens bis zum Mai 2017 läuft, ich hätte es nicht geglaubt. Und doch ist es so.

Was sich eigentlich, also auf den ersten Blick, wie der blanke Horror anhört, ist in Wirklichkeit eine  Chance. Ob diese Chance groß oder klein ist, vermag ich nicht zu sagen. Dazu waren die letzten 16 Monate waren zu wechselhaft, sowohl im Negativen als auch im Positiven. Jedenfalls wird jetzt versucht mit einer maximalen Strahlendosis diese Knochenmetastase „wegzubruzzeln“. Ursprünglich war geplant , mich 4 Wochen lang, jeweils fünf Tage mit einer geringeren Dosis zu bestrahlen. Nach einigen  Überlegungen und Gesprächen wurde diese kürzere und intensive Behandlung gewählt. Wie angenehm. 

Nach dieser Bestrahlung läuft die Anti-Hormon-Behandlung zunächst 9 Monate weiter. Sollte mein PSA-Wert die ganze Zeit bei 0 bleiben ( der Letzte vor 2 Wochen war wieder unterhalb der Messgrenze. Halleluja!) wird dann im Mai 2017 ein PET-Scan durchgeführt. Sollte dann nichts zu sehen sein, wird die Behandlung beendet. Dann erfolgen nur noch die vierteljährlichen Überprüfungen und nach Ablauf von 5 Jahren bin ich dann GESUND.  

Jetzt im Zeitfenster der Bestrahlung habe ich beschlossen, ganz normal zu essen. Also auch Schokolade, Kuchen, Fleisch usw. , einfach alles, was ich mir  seit langer Zeit versage. Augenblicklich wird mein Krebs maximal attackiert, sodass die Ernährung keinerlei zusätzlichen Einfluss hat. Das genieße ich total. Quasi eine Woche lang „Sonntagsessen“. Danach, also ab Donnerstag, ziehe ich die Zügel rigoros an. Absolut konsequente Ernährung (Ausnahmen wird es nicht mehr geben, Mental-Training, Yoga(damit beginne ich), Sport-Programm usw. Ich werde berichten, wie mein Programm aussieht. 

Komisch, obwohl ich mich auf diese „Schlemmer-Woche“ freue, fühlt sich die Zeit danach genauso gut an. Eigentlich fühlt sich alles gut an. Mein ganzes Leben. Gestern fragte mich ein Freund, ob ich mir etwas vormache. Damit brachte er mich sehr zum Nachdenken…..  Nein, ich bin sicher, mir nichts vorzumachen. Mein Leben ist, trotz vieler Einschränkungen, schöner und intensiver als zuvor. Das ist so!!

 

Alles Liebe für Euch!