Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 61

Bad News oder das Ende einer Täuschung

Es war nicht nötig, nach Heidelberg zu fahren. Es reichte ein Telefonat.

Nachdem Susanne dem Radio-Onkologen die Ergebnisse des Pet-Scans zugesandt hatte, rief er meinen Bruder an, um mit ihm seine Interpretation zu besprechen. Dabei stellte er zwei Dinge in den Vordergrund. Zum einen hat sich der Träser seit der letzten Untersuchung im April nicht verändert und zum anderen anderen ist eine deutliche Auflösung des Knochens zu erkennen. Der Träser ist die Substanz, die nach Verabreichung der Nuklearflüssigkeit injiziert wird. Er zeigt dann durch regenbogenartiges Leuchten die Stellen, an denen möglicherweise Krebszellen aktiv sind, an. Ich habe das Procedere schon an anderer Stelle erläutert. Die Größe und Aktivität ist gleich geblieben. Wäre es lediglich ein energetischer Abdruck der Bestrahlung vom September letzten Jahres gewesen, würde es sich langsam reduzieren. Dem ist leider nicht so. Das lässt nur den Schluss zu, dass es sich weiter um aktive Krebszellen handelt. Dazu kommt eben eine deutliche Aufweichung des Knochens. Im CT zeigt er sich wesentlich durchsichtiger als vorher. Der Grund dafür kann nur in einer erhöhten Aktivität der Knochen-Metastase liegen. Auch wenn der Heidelberger sich dahingehend äußerte, dass dies alles noch nicht wirklich sicher wäre. O-Ton: „Es gibt dafür keine sicheren Erfahrungen.“, so ist für mich alles eindeutig. Der Krebs ist wieder da. Er war nie weg. Seit einigen Wochen habe ich Schmerzen in der Leiste. Es sind exakt die gleichen Beschwerden, wie im November 2015, als die Knochen-Metastase zufällig entdeckt wurde.

Durch Studien ist belegt, dass Sport für den Heilungsprozess unterstützend wirkt. Im Februar diesen Jahres habe ich wieder mit dem Laufen begonnen. Als ehemaliger Marathonläufer hatte ich geradezu Sehnsucht, wieder zu laufen. Anfänglich fiel mir das unglaublich schwer. Wirklich sehr langsam mit Gehpausen und schmerzender Lunge. Doch ich machte weiter, und peu á peu ging es besser. Im Mai, als ich ein einwöchiges Seminar in Bayern besuchte, lief ich jeden Tag. Doch vor ca. 6 Wochen kamen die Schmerzen. Nach jedem Laufen schmerzte meine Leiste. Mehr und mehr. Bis ich das Laufen wieder einstellte. Doch der Schmerz, zwar geringer, blieb.

Un nun dieses Ergebnis. Im Grunde wußte ich es schon, wollte jedoch meine Hoffnung, dass der Krebs weg ist, nicht aufgeben. Das diese Hoffnung nun vorbei ist, ist gut für mich. Denn diese Hoffnung beruhte nicht auf Tatsachen, sondern auf Spekulationen. Es war eine Täuschung. Im Ergebnis habe ich dadurch in meiner Konzentration auf Heilung etwas nachgelassen. Doch mal Schokolade, doch mal ein Glas Wein mehr, doch mal nicht zum Schwimmen gehen, doch mal eine Heilungsmeditation auslassen, kleine Nachlässigkeiten beim Essen………………….. Ist man „enttäuscht“ ist es das Ende einer Täuschung! Die Täuschung ist vorbei. So schwer das auch ist, ist es gut so. Zwei Tage habe ich gebraucht, mich von dieser Nachricht zu erholen. Dieses Gefühl, die Zeit steht still, wie eingefroren, diese pechschwarze Wolke, die mich berührt, dies ungeheure Entsetzen. Es ist in Teilen da und auch schon wieder vorbei. Jetzt kann ich mich wieder voll und ganz auf meine Heilung konzentrieren. Bin konzentriert. Habe wieder begonnen, mein Netzwerk von Unterstützer zu aktivieren. Sloan-Kettering in NY, der Urologie-Professor in Greifswald, eventuell ein chirurgischer Eingriff, Chemotherapie , die ganze Palette. Viele liebe Menschen unterstützen mich. Welch ein Glück!!! Und meine innere Bereitschaft, aktiv zu sein, ist wieder da. Ich werde weiter berichten.

Alles Liebe für Euch!

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