Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 62

Achterbahn;  Gürtel und Hosenträger

Lange nichts geschrieben.  Dabei ist soviel passiert.

Irgendwie fehlte mir der Elan, mich um meinen Blog zu kümmern.  In gewisser Weise führt mich diese Krebserkrankung an die Wurzeln meines Seins. Immer weiter tauche ich ein in meine Gefühlswelt, meine Glaubenssätze, in meine gesamte Existenz. Die Beschäftigung mit dem Außen,  dem Bedürfnis  „mich mitzuteilen“ wird geringer.  Immer mehr konzentriere ich mich auf die Dinge meines Leben, die akut wesentlich sind, die mich aktuell interessieren und mir Freude bereiten. Dabei gibt es so vieles, dass neu und interessant ist, dass ich, zunächst unbewusst, dann jedoch absichtsvoll, manches schiebe.  Dazu gehört eben auch dieser Blog.  Trotz des Wissens, dass viele Freunde und mittlerweile auch viele mir unbekannte Menschen mitverfolgen, wie es mir geht, empfand ich es für mich als wichtiger,   einen anderen Weg zu gehen. Alle, die meinen bisherigen Weg begleitet haben und die ich in der Luft hängen ließ: Verzeiht mir?!!

Wie ist denn nun der aktuelle Stand? 

Nachdem ich mich von der Information, wie im vorherigen Beitrag beschrieben, erholt hatte, wurde ich wieder aktiv. Wunderbarerweise erfahre ich dabei geradezu lebensrettende Unterstützung von lieben Menschen.

Einige Tage später saß ich im Wartebereich eines noch relativ jungen onkologischen Chirurgen in der Nähe von Berlin. Diesen so kurzfristigen  Termin hatte mir mein Leipziger Freund besorgt, der seine einzigartigen Beziehungen dafür nutzte. Er hatte mich auch in die Klinik nach NY begleitet.

Es ging bei diesem Gespräch darum, zu besprechen, ob eine chirurgische Entfernung der Knochenmetastase im Schambein möglich sei. Im Vorweg hatte ich den Arzt gegoogelt. Habe ich wichtige Termine, tue ich dies, um mich, soweit es möglich ist, gefühlsmässig auf den Termin  vorbereiten.  Ein knochentrockener Typ, der auf meine Bemerkung, „Von Ihnen wird ja nur Gutes berichtet“ nur erwiderte „Das will ich hoffen“. Auch als ich ihm zu seiner erst vor kurzem erfolgten Ernennung zum Chefarzt und einer nun eigenen Abteilung gratulierte, waren seine Worte:“Wurde auch Zeit!“        Doch so knapp er sich dazu äußerte, so klar und prägnant waren seine Aussagen zu vorliegenden Pet-CT. 

Zusammengefasst teilte er uns, Susanne war mitgekommen, mit, dass aus seiner Sicht meine Schmerzen und das schlechte Knochenbild lediglich ein Ergebnis der hohen Strahlungsdosis sei. Eine Dosis, die weit über der Strahlungsreserve liegen würde , die ich noch zur Verfügung gehabt hatte.  Es hätte nun, aus seiner Sicht, zu einer Nekrose, auf Deutsch, einem Absterben des Knochens geführt.  Zusammen mit einer Fibrose (Vernarbung) der anliegenden Muskeln würde zu den Schmerzen führen. Auch dass diese Schmerzen je nach Art meiner Bewegungen unterschiedlich seien, spräche dafür. Dass es im CT immer noch leuchten würde, sei ein Ergebnis der hohen Strahlendosis. Aber kein Krebs. 

Überrascht, etwas zittrig, fragten wir ihn, ob dass denn sicher sei. Lakonische Antwort: „Kein Arzt auf der Welt kann Ihnen das sicher sagen. Aber ich operiere Sie nicht!“ Da saßen wir nun. Wagten kaum, ihm zu glauben. Es klang zu schön, um wahr zu sein. Ob denn zur Absicherung eine weitere Knochen-Biopsie sinnvoll wäre?  Er wieder: “ Wenn Sie zum Gürtel zusätzlich Hosenträger brauchen, dann machen Sie das.“ 

So gingen wir. Das Gespräch hatte vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Stück für Stück wagten wir es, uns zu freuen. Was er gesagt hatte, klang schlüssig und klar. Auch mein Urologe, dem ich am nächsten Tag davon berichtete, stimmte dieser Einschätzung zu. Wir beschlossen die Anti-Hormon-Behandlung abzubrechen und nunmehr monatlich (bisher vierteljährlich) meinen PSA-Wert zu checken.  Mein persönlicher Einsatz, zu meiner Gesundung beizutragen, intensivierte sich weiter. Jetzt machte es erst richtig Spaß. Was Freude und Zuversicht doch bewirken können!

Einen Monat später der erste PSA-Wert ohne jegliche medikamentöse Behandlung.   Bei  0 !!  Uff, welche Erleichterung. 5 Wochen später der nächste. Wieder bei 0. Zu sagen, mir wäre ein Stein vom Herzen gefallen, ist wohl die Untertreibung des Jahres. Zu genau wußte ich, was es bedeuten würde, wäre der Wert auf einmal bei 0,5 .  Ist er aber nicht!!  

Nun beschäftige ich mich mit den Knochen-  und Muskelschmerzen in der Leiste. Davon berichte ich in den nächsten Tagen. 

Alles Liebe für Euch

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.