Von der Krankheit zur Heilung 64

Jeden Monat

 

Immer um die Mitte eines jeden Monats lasse ich mir Blut abnehmen und den PSA-Wert prüfen. Bin vorher immer ganz ruhig. Erst wenn ich auf meinem Handy die Nummer meines Arztes sehe, verändert sich meine Gefühlslage abrupt.  Er ruft mich an, um mir meinen neuen, aktuellen Wert mitzuteilen. Die ganze Außenwelt verschwindet dann schlagartig. Es existiert nur noch das Handy und die Nachricht, die jetzt kommt. Die Zeit steht still. 

Ähnliches habe ich bei Henning Mankell, dem Schriftsteller und Erfinder von Kurt Wallander, dem Protagonisten seiner großartigen Kriminalromane, gefunden. Bei ihm wurde Anfang  2014 Krebs diagnostiziert. Aufgrund dieser Diagnose schreibt er ein ganz anderes, sehr persönliches Buch „TREIBSAND, Was es Heißt, ein Mensch zu sein“.  Er schreibt: Plötzlich kam es mir vor, als ob sich das Leben verenge. An diesem frühen Morgen kurz nach Neujahr 2014, an dem ich meine Krebsdiagnose erhielt: Da war es, als schrumpfte das Leben. Die Gedanken setzen aus, eine Art öder Landschaft schien sich in meinem Kopf auszubreiten.“                                                                                            Genau so ist es mir auch ergangen und es kommt bei diesen Anrufen  jedes Mal wieder. Doch beim letzten Test kam kein Anruf. Weder am gleichen Tag noch, wenn der Urologe sich meldet, um mir einen guten Wert zu vermelden, noch im Laufe des nächsten Tages. Das kam noch nie vor! Also beschloss ich am Nachmittag anzurufen. In dem Augenblick, als ich beschloss, dies zu tun, schoss, völlig überraschend in seiner brutalen Intensität, eine Welle blanker, schierer Angst in mir hoch. Herzrasen, nicht denken könnend, wählte ich die Praxis an. Und landete in der Warteschleife…… Nach einigen Minuten hieß es, ich solle doch zu einem späteren Zeitpunkt anrufen. Auf den Anrufbeantworter zu sprechen war ich nicht fähig. Das wiederholte sich dreimal. Beim letzten Anruf schaffte ich es dann doch, eine Nachricht zu hinterlassen. Erst am Abend, Susanne  und ich waren essen gegangen, rief der Urologe an und erzählte, dass sie zu viel zu tun hätten und es deshalb bis zum darauffolgenden Montag dauern würde, bis es den neuen Wert geben würde.  Doch auch am Montag gab es keinen Anruf!  Auf meine erneute, bange Rückfrage wurde mir nur lapidar mitgeteilt, sie wären wegen Krankheit unterbesetzt und vielleicht würde es  morgen klappen. Also tief durchatmen und weiter warten. Erst am Dienstag, gegen 11h kam dann der erlösende Anruf.

Weiterhin bei Null.  Welch eine Erleichterung!! Mir kamen spontan die Tränen.   

Gestern war ich wieder da. Blutabnahme und: „Wir rufen Sie morgen an.“ 

Darauf warte ich jetzt…………..

Übrigens: Die Schmerzen in der Leiste sind deutlich weniger geworden.  

 

Soweit für heute.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

 

Alles Liebe für Euch!