Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 71

Der Krebs, er ist wieder da…………!!!

Gefährlicher und ernster als zuvor .

Schon seit langem habe ich immer wieder Schmerzen in der rechten Leiste. Vor allem wenn ich beim Sport eine falsche Bewegung machte. So während unseres Urlaubes auf Lanzarote im August letzten Jahres. Beim Windsurfen mit viel Wind und Welle überdehnte ich mein Bein ein wenig. Das tat weh und ich beendete meinen Ausflug auf das Wasser für diesen Tag. Letztlich bezahlte ich mit 4 Wochen Schmerzen und der Einnahme von Schmerzmittel. Solche Maleure ereilten mich seitdem in verschiedenen anderen Situationen. Hier in Hamburg fahre ich seitdem lediglich Fahrrad und gehe zum Schwimmen.

Ich schob diese Empfindlichkeit auf einen Beckenbruch vor anderthalb Jahren durch einen Sturz. Durch die Bestrahlungsschäden in diesem Bereich heilte er nicht, bereitete mir aber auch sonst keine Probleme. Doch seit Mai veränderten sich diese Schmerzen rapide. Komischerweise war es nachts beim Liegen besonders unangenehm. Jedoch waren es ausstrahlende Muskelschmerzen in die Beinmuskulatur und nicht so sehr im Hüftbereich. Ein Orthopäde vermutete eine Arthrose in der rechten Hüfte und verordnete ein MRT zur genauen Diagnose. Gesagt getan. Am Dienstag dieser Woche legte ich mich, wie schon so oft, in die Röhre. Susanne wie immer an meiner Seite . Beim anschließenden Befundgespräch mit dem Radiologen dann der Schock: „Herr Krankenberg, Ihre Hüfte ist altersgemäß völlig in Ordnung. Aber schaue Sie mal hier“, er vergrößerte das Bild auf dem Monitor, „hier haben Sie eine große Metastase von 5,5 cm Durchmesser und im Vergleich zum letzten MRT eine massive Zunahme von Metastasen im Knochenbereich des rechten Beckens. Es sind streuende Krebszellen zu erkennen. Sie laufen Gefahr, dass der Knochen brechen kann. Es tut mir Leid, Ihnen nichts anderes sagen zu können.“

Es ist mir nicht möglich meine Gefühle in diesem Moment zu beschreiben. So eine Art ungläubige Leere……………… Susanne stellte noch ein, zwei Fragen. Was genau, weiß ich nicht mehr.

Auf der Fahrt nach Hause schwiegen wir, brachen immer wieder in Tränen aus. Irgendwann meinte ich: “ Ich fühle gar nichts, bin leer, aber meine Gedanken rasen!“ Susanne ging es genauso. Ich rief dann meinen Zwillingsbruder an, genau wie damals im Mai 2015 bei der Erstdiagnose, und er meinte nur: „Ich komme so schnell ich kann.“ Auch das wie damals. Wir saßen dann zusammen, Susanne, Hans und ich, erinnerten uns an damals und waren miteinander verbunden. Was tun? Bei einer solchen Diagnose. Mein PSA-Wert ist seit mehr als 3 Jahren bei 0. Dies ist der entscheidende Wert bei meiner Erkrankung, der angibt, ob Krebs da ist oder eben nicht. Wie passt das zusammen? Erste Schritte wurden besprochen. Am nächsten Morgen ein Gespräch zusammen mit meinem Bruder bei meinem Urologen. Anruf bei einem befreundeten Urologie-Professor der Martini-Klinik des UKE, mit dem ich zufälligerweise gemeinsam im Dezember über den Atlantik gesegelt bin. Mir war klar, ich habe wenig Zeit, alles muß nun möglichst schnell gehen. Anruf bei meinem Freund aus Leipzig, der mir 2016 die Begutachtung der Experten in New York ermöglicht hatte. Alle versprachen schnellstmögliche Hilfe. Nun mußte der schriftliche Befund des Radiologen abgewartet werden, die MRT-CD in mehreren Exemplaren besorgt werden, meine ganze Kranken-Akte für die Universitätsklinik Eppendorf kopiert werden. Beim Termin am nächsten Morgen mit meinem Urologen, dem der schriftliche Befund bereits vorlag, meinte er nur, dass er keine Erklärung hätte. Schon zu früheren Zeiten hatte er uns versichert, dass ein erneutes Auftreten des Krebses bei einem Wert von 0 „labortechchnisch“ nicht möglich sei. Welch ein fehlerhafter Irrtum. Später am Abend riefe mich dann mein Bruder, als auch er den Befund hatte, an und meinte nur: „Peter, der Befund ist katastrophal.“ Mit all dem ging es mir schlecht. Kein Elan, immer müde, nur schlafen, nichts denken und tun. Am Mittwochnachmittag, also dem nächsten Tag, beschloß ich das für den nächsten Tag schon lange geplante Segeln mit einem Freund abzusagen. Jetzt segeln zu gehen, erschien mir wie eine große Last. Zu nichts hatte ich Lust und fühlte mich einfach nur kraftlos. Als ich dann abends telefonisch absagen wollte, zögerte ich. Wo würde das hinführen? Urplötzlich begriff ich, wie wichtig es für mich ist, wieder ins aktive Handeln zu kommen. Ansonsten hätte ich keine Chance. Und meine Entschlossenheit, meine Entscheidungskraft , meine Kreativität und meine Zuversicht würden mich unterstützen. Und wir segelten am Donnerstag!! Es war wunderschön.

Ich bin wieder dran und damit geht es mir gut.

Alles Liebe Für Euch!