Von der Krankheit zur Gesundung Mein Weg 77

Man muss das Mögliche vollbringen, um das Unmögliche zu berühren. Simone Weil

Tja, was schreibe ich nun in meinen Blog? Wie gehe ich mit der augenblicklichen Situation um? Viele Aspekte, die zu bedenken und zu entscheiden sind. Gut, ist es, jetzt hier an meinem Mac zu sitzen und so langsam breiten sich die Themen in mir aus. Sehr unterschiedlich und vielschichtig, und irgendwie ist alles miteinander verwoben. Mein Gesundheitszustand, das letzte CT, dies neue Medikament, auch das Corona Virus, meine Risiken, mein Verhalten, meine Visionen und zukünftigen Projekte.

Eine banale Wahrheit: Keiner weiß, was die Zukunft bringen wird. Und doch führt dieser Gedanke zu einer Festlegung meiner Vorgehensweise im Jetzt. Ich erkenne, was los ist, beschäftige mich damit und akzeptiere es zunächst. Vor einigen Tagen stieß ich auf diesen Satz von Simone Weil, der mich nicht mehr losließ, geradezu fesselte in seiner Einfachheit und Klarheit. Was ist also möglich? Zunächst ein Erkennen meines Zustands und meiner Möglichkeiten. Inwiefern spielen äußere Aspekte eine Rolle? Aber der Reihe nach……………… Unmittelbar nachdem ich mit dieser neuen Therapie begonnen habe, die ich in Tablettenform (2 Stück pro Tag nach dem Essen) wurde bei mir ein Oberkörper-CT gemacht, um den Status einer möglichen Veränderung durch die Therapie zu erkennen. Dabei stellte sich heraus, dass auch in meiner Leber, in den Lympfknoten der Lunge Metastasen zu sehen waren. Meine Lunge sieht durch die Metastasen wie ein Flickenteppich aus. Die lange Wartezeit, bis die richtige Diagnose feststand! Bis die Zusage der Behandlung durch meine Krankenversicherung erfolgte, hat die Warterei also leider nochmals zu einer Verschlechterung geführt. Ich bekomme schlecht Luft, kann manchmal nicht flüssig reden. Dazu kommt ein zeitweise quälender Husten.

Also habe ich die Wahl: Entweder ich mache mir Sorgen, lasse die mich lähmende Angst zu, verkrieche mich, versuche mich abzulenken, die Normalität zu leben. All das, und vieles Ähnliche dieser Art ist MÖGLICH. Oder ich beschäftige mich mit anderen MÖGLICHKEITEN. Und ganz vielleicht berühre ich dadurch das Unmögliche !? Ich verspüre eine große Sehnsucht danach, das Unmögliche zu berühren.

Ich entscheide mich ganz klar für den zweiten Weg. Etwas anderes ist für gar nicht machbar. Immer wieder höre ich von Menschen, die mir nahe stehen: „Peter, es ist bewundernswert, wie Du das machst. ich weiß nicht, ob ich das auch so könnte!?“ Und meine Antwort ist immer gleich. „Du kannst es auch. Jeder Mensch kann es. Doch wir sehen in unserem täglichen Einerlei nicht die akute Notwendigkeit einer Veränderung. Erst wenn etwas für uns wirklich wichtig ist, haben wir die Chance zu neuen Wegen. Und ganz viele Menschen sehen dann mehr die Sorgen und Nöte. Da sind sie dann sehr kreativ, aber auch limitiert. In Wahrheit geht es auch anders. Für jeden, uns alle.

Nun nehme ich also diese zwei Pillen pro Tag. Frage mich jeden Tag: „Hat sich schon etwas verändert? Wie geht es mir? Horche in mich hinein. Wie geht es mir heute im Vergleich zu den letzten Tagen?

Eindeutig ist, dass meine Schmerzen fast ganz verschwunden sind. Tagsüber nehme ich überhaupt keine Schmerzmittel und für die Nacht nur soviel (sehr wenig) dass der geringe Restschmerz mich nicht weckt. Halleluja, eine neue Lebensqualität, die mir so gut tut. Bedeutet es nun, dass sich was zurückbildet oder die Metastasen nur ruhig sind? Keine Ahnung. Ich freue mich, dass es so ist und genieße diesen Zustand. Frau S., meine Naturopathin, wertet es als Zeichen, das in die richtige Richtung führt. Ja……..!! Was sich noch nicht verbessert hat ist mein Husten und meine Luftnot. Also der Zustand meiner Lunge. Manchmal kann ich kaum reden, weil ich einfach nicht genügend Luft bekomme, und manchmal quält mich der Husten schon sehr. Doch schlimmer wird es nicht. Was tue ich? Inhalieren mit ganz Salzwasser, heiße Umschläge mit Schwarzsenf-Mehl, heiße Salzwasser- Bäder und, ganz besonders, wenn es mal besonders anstrengend ist legt Susanne ihre Hände auf meine Brust und, wie durch Zauberhand, wird es sofort besser. Eigentlich doch unmöglich, oder? Und dennoch ist es so. Eindeutig. Das Unmöglich berühren…….. Ich liebe es.

Trotz immer noch bestehender Krebserkrankung ist mein Leben wunderbar.

Alles Liebe für Euch!

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