Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 71

Der Krebs, er ist wieder da…………!!!

Gefährlicher und ernster als zuvor .

Schon seit langem habe ich immer wieder Schmerzen in der rechten Leiste. Vor allem wenn ich beim Sport eine falsche Bewegung machte. So während unseres Urlaubes auf Lanzarote im August letzten Jahres. Beim Windsurfen mit viel Wind und Welle überdehnte ich mein Bein ein wenig. Das tat weh und ich beendete meinen Ausflug auf das Wasser für diesen Tag. Letztlich bezahlte ich mit 4 Wochen Schmerzen und der Einnahme von Schmerzmittel. Solche Maleure ereilten mich seitdem in verschiedenen anderen Situationen. Hier in Hamburg fahre ich seitdem lediglich Fahrrad und gehe zum Schwimmen.

Ich schob diese Empfindlichkeit auf einen Beckenbruch vor anderthalb Jahren durch einen Sturz. Durch die Bestrahlungsschäden in diesem Bereich heilte er nicht, bereitete mir aber auch sonst keine Probleme. Doch seit Mai veränderten sich diese Schmerzen rapide. Komischerweise war es nachts beim Liegen besonders unangenehm. Jedoch waren es ausstrahlende Muskelschmerzen in die Beinmuskulatur und nicht so sehr im Hüftbereich. Ein Orthopäde vermutete eine Arthrose in der rechten Hüfte und verordnete ein MRT zur genauen Diagnose. Gesagt getan. Am Dienstag dieser Woche legte ich mich, wie schon so oft, in die Röhre. Susanne wie immer an meiner Seite . Beim anschließenden Befundgespräch mit dem Radiologen dann der Schock: „Herr Krankenberg, Ihre Hüfte ist altersgemäß völlig in Ordnung. Aber schaue Sie mal hier“, er vergrößerte das Bild auf dem Monitor, „hier haben Sie eine große Metastase von 5,5 cm Durchmesser und im Vergleich zum letzten MRT eine massive Zunahme von Metastasen im Knochenbereich des rechten Beckens. Es sind streuende Krebszellen zu erkennen. Sie laufen Gefahr, dass der Knochen brechen kann. Es tut mir Leid, Ihnen nichts anderes sagen zu können.“

Es ist mir nicht möglich meine Gefühle in diesem Moment zu beschreiben. So eine Art ungläubige Leere……………… Susanne stellte noch ein, zwei Fragen. Was genau, weiß ich nicht mehr.

Auf der Fahrt nach Hause schwiegen wir, brachen immer wieder in Tränen aus. Irgendwann meinte ich: “ Ich fühle gar nichts, bin leer, aber meine Gedanken rasen!“ Susanne ging es genauso. Ich rief dann meinen Zwillingsbruder an, genau wie damals im Mai 2015 bei der Erstdiagnose, und er meinte nur: „Ich komme so schnell ich kann.“ Auch das wie damals. Wir saßen dann zusammen, Susanne, Hans und ich, erinnerten uns an damals und waren miteinander verbunden. Was tun? Bei einer solchen Diagnose. Mein PSA-Wert ist seit mehr als 3 Jahren bei 0. Dies ist der entscheidende Wert bei meiner Erkrankung, der angibt, ob Krebs da ist oder eben nicht. Wie passt das zusammen? Erste Schritte wurden besprochen. Am nächsten Morgen ein Gespräch zusammen mit meinem Bruder bei meinem Urologen. Anruf bei einem befreundeten Urologie-Professor der Martini-Klinik des UKE, mit dem ich zufälligerweise gemeinsam im Dezember über den Atlantik gesegelt bin. Mir war klar, ich habe wenig Zeit, alles muß nun möglichst schnell gehen. Anruf bei meinem Freund aus Leipzig, der mir 2016 die Begutachtung der Experten in New York ermöglicht hatte. Alle versprachen schnellstmögliche Hilfe. Nun mußte der schriftliche Befund des Radiologen abgewartet werden, die MRT-CD in mehreren Exemplaren besorgt werden, meine ganze Kranken-Akte für die Universitätsklinik Eppendorf kopiert werden. Beim Termin am nächsten Morgen mit meinem Urologen, dem der schriftliche Befund bereits vorlag, meinte er nur, dass er keine Erklärung hätte. Schon zu früheren Zeiten hatte er uns versichert, dass ein erneutes Auftreten des Krebses bei einem Wert von 0 „labortechchnisch“ nicht möglich sei. Welch ein fehlerhafter Irrtum. Später am Abend riefe mich dann mein Bruder, als auch er den Befund hatte, an und meinte nur: „Peter, der Befund ist katastrophal.“ Mit all dem ging es mir schlecht. Kein Elan, immer müde, nur schlafen, nichts denken und tun. Am Mittwochnachmittag, also dem nächsten Tag, beschloß ich das für den nächsten Tag schon lange geplante Segeln mit einem Freund abzusagen. Jetzt segeln zu gehen, erschien mir wie eine große Last. Zu nichts hatte ich Lust und fühlte mich einfach nur kraftlos. Als ich dann abends telefonisch absagen wollte, zögerte ich. Wo würde das hinführen? Urplötzlich begriff ich, wie wichtig es für mich ist, wieder ins aktive Handeln zu kommen. Ansonsten hätte ich keine Chance. Und meine Entschlossenheit, meine Entscheidungskraft , meine Kreativität und meine Zuversicht würden mich unterstützen. Und wir segelten am Donnerstag!! Es war wunderschön.

Ich bin wieder dran und damit geht es mir gut.

Alles Liebe Für Euch!

Von Krankheit zur Heilung Mein Weg 70

Gewohnheit? Aufgepasst!

Gestern war mein PSA-Wert wieder bei 0. Der Ablauf war wie folgt: Am Freitag beim Urologen wurde mir wie üblich einmal im Monat Blut abgenommen und das Ergebnis für den darauffolgenden Dienstag per Telefon avisiert. Am Dienstag erfolgte jedoch kein Anruf. Ich merkte es nicht, vielmehr wurde es mir erst bewußt als Suse mich abends danach befragte. Kurze gemeinsame Überlegung, ob dieser Nichtanruf wohl ein schlechtes Zeichen sein könne. Suse beruhigte mich. Der erwartete Anruf kam dann am Mittwochvormittag. Schon Erleichterung bei mir, doch anders als bei früheren Malen. Kein Stein, der mir vom Herzen fiel, sondern eben nur eine gewisse Erleichterung. Diese Veränderung ist für mich sehr angenehm. Nicht mehr diese drohende pechschwarze Wolke, die mich geradezu verschlingen droht. Stattdessen das beruhigende Gefühl von „alles gut“. Doch wie die meisten Dinge hat auch dieses Thema zwei Seiten. Nämlich, dass ich in meiner Aufmerksamkeit nachlasse. Es ist nun fast 4 Jahre her, dass meine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Und ich lebe noch. Die Krise scheint vorbei, scheint überwunden zu sein. Möglicherweise !? Doch ich weiß es nicht wirklich. Eigentlich weiß ich nur sehr wenig. Meine letzte schulmedizinische Behandlung erhielt ich im Juni 2017. Schon davor und auch jetzt noch ist mein PSA-Wert bei 0. Das ist gut. Dieser Zustand führt bei mir zu einem gewissen Nachlassen im mich einsetzen für meine Heilung. Jedoch geht es bei dieser Heilung um eine ganzheitliche Genesung. Was meine ich damit?

Viele Aspekte meine früheren Lebens haben zu meiner Erkrankung geführt. Manche sind mir, glaube ich bekannt, andere bis heute nicht. So ist mir nicht klar, ob die Umwelt meine Erkrankung mit verursacht hat und wenn ja und in welchem Ausmaß. Andere Bereich wie beispielsweise meine Lebensführung, Ängste, die mich mein Leben begleitet habe, meine Ernährung, meine Einstellung zu mir und zu vielen Situationen meines Lebens und anderes mehr sind für mich zweifelsohne ursächlich mitverantwortlich. In welchem Ausmaße jeweils weiß ich jedoch nicht genau. Das ist auch nicht so entscheidend. Ich habe mich damals einfach entschlossen, alles in Frage zu stellen und mich all diesen Bereichen zu widmen. Mit voller Absicht und sehr viel Aufmerksamkeit. Das ist mir bis heute gelungen, und die Ergebnisse zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dazu kommt, dass diese neue so andere Form der Lebensführung und Bewusstheit mir Freude macht. Ursprünglich hatte sie ich sie lediglich als Mittel zum Zweck gesehen, nämlich dem Tod von der Schippe zu springen und zu genesen. Doch daraus, im jeweiligen Augenblick meiner anderen Lebensführung, Freude und eine wesentlich intensivere Zeit zu erfahren, ist ein Glück, mit dem ich nicht gerechnet habe. Aus meiner Erkrankung ist etwas Neues entstanden, nämlich ein gänzlich neues Leben, reicher und vielfältiger, als ich ich es vordem für möglich hielt.

Und dennoch…………

Ich ertappe mich dabei, dieses neue Leben als Normalität , als etwas Selbstverständliches anzusehen sehen. Und das ist auch gut so. Denn diese Normalität ist wahrlich selbst erfunden und entwickelt. Sie entspricht meinem Bedürfnis, wie ich leben möchte. so lange ich mir dessen bewußt bin und gleichzeitig wachsam bleibe ist alles gut. Doch ich falle auch in alte Gewohnheiten zurück. Jedenfalls manchmal. Täte ich dies bewußt und absichtsvoll, so wäre es prima. Doch so ist es nicht. Mehr Schokolade, also Süßes, mehr Selbstkritik, mehr Schieben von Aufgaben, die mir eigentlich wichtig sind, weniger Reflektion, Bequemlichkeit, nach dem Motto, es geht schon, und so weiter…… Im Grunde fühle ich mich damit eher unwohl. Ich liebe es doch, bewußt zu leben und zu gestalten. Heute morgen las ich folgenden Spruch: „Zu wissen, dass Veränderung möglich ist, und der Wunsch, Veränderungen vorzunehmen, dies sind zwei große erste Schritte.“ Virginia Satir

Schon während ich dies schreibe verspüre ich wieder große Lust, mehr Aufmerksamkeit und Lebendigkeit zu gestalten. Ich liebe diese Intensität und Leidenschaft. Alles andere ist kalter Kaffee!! Wer mag das schon? Ich nicht.

Alles Liebe für Euch!


Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 69

MIT  DEM SEGELBOOT ÜBER DEN ATLANTIK

Diese Reise war eine der intensivsten Erfahrungen meines Lebens. Für den Rest meines Daseins werde ich mich erinnern und davon profitieren. Schon jetzt, während ich diese ersten  Zeilen schreibe, kehrt alles zurück: so viele Bilder, Situationen, meine Gefühle. Ich habe beschlossen, das während der Reise  geführte Tagebuch in weiten Teilen in diesem Blog zu veröffentlichen. Der Einfluß, den diese Zeit auf mein Leben und damit auch auf meine Heilung hat, ist schwierig in Worten auszudrücken. Am besten ich fange einfach mal an……….

Es ist Dienstag, der 20.November 2018. Ich sitze im Flieger von Hamburg nach Gran Canaria. Nach der Landung werde  ich mit dem Taxi in die Marina fahren und  quartiere mich  in die „Peter von Seestermühe“, unserem Schiff, ein. Bin gespannt, was für eine Koje ich haben werde.
Fühle mich nicht richtig wohl, aber auch nicht richtig schlecht. Eine Stimmung, die ich gut kenne. Leichte Unsicherheit ob meiner Position und Rolle an Bord. Habe sehr wohl einige Situationen mit unserem Skipper  im Kopf. Damit meine ich seine  überzogene Reaktion  während der Aal-Regatta anlässlich der Kieler Woche. Das  wirkte immer noch  in mir. Ich war wie alle anderen auch, schon vorher einmal mitgesegelt,um die „Peter von Seestermühe“ genauer kennenzulernen. Dies war  für alle Mitsegler die Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Atlantik-Überquerung . So segelte ich eben während der Kieler Woche einige Tage mit und erlebte den Skipper grenzüberschreitend. Mir ist klar, dass es nichts mit mir persönlich zu tun hatte. Vielmehr zeigte sich bei ihm ein Verhalten, dass wohl schon öfter da war. Nicht umsonst sprach Hanneke, eine erfahrene Seglerin auf de Peter von Seestermühe, davon, dass es klug war, sich während der Regatta auf dem Vorschiff aufzuhalten. Sie wusste anscheinend, dass die Leute im Cockpit einiges abbekommen würden, wenn er angespannt  und unter Strom stehenden  würde. So war es dann auch.  Na mal sehen, wie es wird . ??
Ob ich alles eingepackt habe? Vielleicht  zu viel?!  Gerade meine übliche Meditation gemacht. Tat, wie meistens, gut. Neben mir sitzt ein Ehepaar, denen die vielen Zigaretten anzusehen sind. Tätowierungen, Goldketten. Nur gut, dass es keinen Raucherbereich mehr gibt. Sind eher unfreundlich und wortkarg. Sie liest im E-Book, er macht nichts. Verlebte Gesichter.
Vorhin, am Gate noch viele Nachrichten geschrieben.  Gute Reise-Wünsche, geschäftliche Dinge. Schnell und konzentriert. Wollte alles erledigt haben, wenn es losgeht.  Alles geschafft.
Sehe immer noch Suse, wie sie bis zum letzten Augenblick Hamburger Flughafen  vor der Security stand und wir unsere Blicke hielten. Dann war sie weg und ich ging allein. Sie fehlt mir. Jetzt schon.
Wir waren uns so nahe.

Noch 75 Minuten Flugzeit, ich habe beschlossen, dieses Reisetagebuch ganz ausführlich zu führen. Mein Vorhaben erscheint mir als so etwas Besonderes, dass ich es dadurch entsprechend würdige und später immer wieder nachlesen kann. Komischerweise versinken doch auch die eindrücklichsten Begebenheiten, zumindest teilweise, im Vergessen.
Höre gerade Rammstein. Unglaubliche Musik. Welche Macht von ihr ausgeht! Nächstes Jahr im Sommer fahren wir nach Berlin zu einem  Rammstein-Konzert. Buntes Leben.
Jetzt höre ich, da ich Musik im I-Phone auf Zufall gestellt habe, die Rede von Susannes Bruder Thomas anlässlich des 50. Hochzeitstages seiner Eltern.  Schön! Wie lange haben Suse und ich ? Ich hoffe noch viele Jahre. Eine lange, intensive und liebevolle Reise soll es sein. Im Grunde ist Suse für dieses Abenteuer verantwortlich. Dieser Traum, über den Atlantik zu segeln, begleitet mich bereits eine lange Zeit. Doch irgendwie war es mehr ein Vorhaben, das immer in der Zukunft, doch nie konkret in der Gegenwart zu liegen schien.
Letztes Jahr im Sommer meinte ich, wir standen in der Küche, dass ich, wenn ich wieder gesund sein würde, über den Atlantik segeln würde. Quasi als Anreiz und Belohnung. Sie erwiderte, und es kam wie aus der Pistole geschossen, „mach’s vorher“. Mir war sofort klar, was sie meinte: nämlich mich ausschließlich auf die Gesundung zu konzentrieren und das geile Gefühl des Segelns dafür zusätzlich zu nutzen. Es dauerte eine ganze Zeit, mich von meiner Zielvorstellung zu lösen und ihre zu übernehmen.  Wer weiß, ob ich es jemals realisiert hätte. Doch nun ist es Realität und am Sonnabend geht es los. Danke Suse! ????
Nun mache ich das Beste daraus. Täte ich es nicht, dann wären diese 4 Wochen der Trennung von Suse nicht anderes als eine überflüssige Qual.

21.November 2018

Bin mittlerweile auf der „Peter v. Seestermühe“. Es ist 17.45 h, ich liege auf dem Vorschiff in der Hängematte und will mal ein wenig weiterschreiben. Strahlender Sonnenschein nach dem wohl schlechten Wetter der letzten Zeit. So war es auch schon gestern. René, der weißgekleidete Taxifahrer, holte mich wie bestellt am Flughafen ab, und nach 20 Minuten war ich am Schiff. Der Empfang von Hanneke war sehr herzlich, der von Christoph eher etwas unterkühlt. Irgendwie können wir nicht recht miteinander. Ich fühle mich unsicher. Beim Abendessen in einem Restaurant nahm ich mein Handy und schaute etwas nach. Als er es sah, sagte er vor allen Leuten, es wäre vereinbart, dass wenn wir in unser Handy schauen würden, dann doch nach draußen gehen sollten. Nichts dergleichen war vereinbart! Ich denke, wie ich das im Restaurant handhabe ist meine Angelegenheit.  Dennoch verspüre ich eine gewisse Angst vor ihm.   Das beschäftigt mich sehr, schon vor der Reise und auch jetzt wieder. Mir ist klar und absolut deutlich, dass mich genau dieses Gefühl schon  während meiner Kindheit begleitet hat. Angst, wenn Großvater da war, Angst vor Schlägen, hoffen, alles richtig zu machen und zu bangen, dass er gute Laune und damit nett, zugewandt und entspannt war. Und Christoph mit seiner „Du bist klein-No Diskussion“ Art triggert mich.  Meine wichtigste Aufgabe wird sein, damit  klar zukommen, also meine innere Souveränität zu entwickeln.

 

 

Montag, der 26.November 2018
Wir sind unterwegs. Vorhin haben wir Delphine gesehen. Auf einmal,  5 Stück. Mit rasender Geschwindigkeit umschwärmten sie den Bug der Peter von Seestermühe.  Sie spielten, mal zu zweit, dann zu dritt oder auch alle.  Hin und her, springend und die Seite des Schiffes wechselnd. Und so plötzlich wie sie aufgetaucht waren, verschwanden sie auch wieder. Kaum 10 Minuten waren vergangen.

Gestern, den 25. November 2018 war um 13h der  Start. Ein beeindruckendes Bild, wie alle Segelboote zunächst den Hafen verließen. Eine schier endlose Phalanx , die von den Zuschauern auf den Molen an der Hafenausfahrt verabschiedet wurden. Ich war aufgeregt und hatte Herzklopfen. Es war vorgeschrieben, dass alle den Hafen unter Motor zu verlassen hatte. Das einzige Boot, das unter Segeln den Hafen verließ waren wir! „Ein wenig Piratentum muß sein!„, meinte unser Skipper. Cool.
Das ganze Team in einheitlichen, blauen T-Shirts und roten Capps, stellten wir uns erst an Backbord dann an Steuerbord in einer Reihe auf und verabschiedeten uns von den Zuschauern.
Draußen dann die Parade der Race-Yachten, der Svans, der Oyster usw.  Und wir mit unserem schönen Klassiker mittendrin. Beim Start wird es dann hektisch, so viele Leinen und Segel. Spinnaker, Genua, Fock, Groß, Besan und Besanstagsegel.  Gut 35 verschieden Leinen. Christoph und Hanneke sind hektisch und kritisieren schnell. Dennoch machte es Spaß. Herzklopfen, alle in Aktion und schlussendlich doch gutes Gelingen.
Wir waren gestartet zu unserer Atlantiküberquerung!!
In diesem Augenblick der allgemeinen Begeisterung dachte ich urplötzlich an den November 2015 und die damalige Prognose : UNHEILBAR.   Und nun drei Jahre später befinde ich mich an Bord einer Segelyacht, um im Rahmen einer Regatta den Atlantik zu überqueren. Ich brach in Tränen aus, hatte einen richtigen Weinkrampf. Konnte mich gar nicht wieder beruhigen. Alles stürmte auf mich ein, die Erinnerung an meine Ängste, die vielen Mühen, der ganze Weg, den ich bis hier zurückgelegt hatte. Meine Suse, ohne die ich es wohl kaum geschafft hätte. Gerade in diesem Moment fehlte sie mir geradezu unerträglich.  Glück und Leid waren in diesem Zeitpunkt vereint. Alle kümmerten sich rührend um mich, nachdem die erste Unsicherheit, was den mit mir los sei, sich aufgeklärt hatte. Später sagten mir viele, als wie gut sie diesen emotionalen Ausbruch empfunden hatte. Hanneke meinte: „Für mich das Highlight dieser Reise.“
Ich blieb, nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, sehr still und war sehr erschöpft.

Das Feld der Segler zog sich schnell auseinander. Wir steuerten einen eher südlichen Kurs, entlang der afrikanischen Küste. Christoph hatte so entschieden, da er fürchtete, dass wir auf direktem Weg gen Westen in ein großes Schwachwindgebiet reinsegeln würden.  Wie sich heute zeigt, eine gute Entscheidung.  So sind wir unter Spi, mit einigen Halsen, die ganze Nacht durchgesegelt. Am Nachmittag dieses ersten Tages erfolgte dann auch die Wacheinteilung mit Hanneke, Christian, dem jungen dänischen Bootsmann und mir als Wachhabenden.. Ab 18h wird nun in dreistündigem Wachrythmus gesegelt. Die erste Wache also bis 21h, die zweite bis 24h und die dritte, das war meine erste Wache, von 0 – 3h.  Unter grandiosem Sternenhimmel mit wirklich Millionen Sternen und anschließendem Vollmond segelten wir die Nacht durch.
Ich war dennoch  angespannt, wusste ich doch, dass das Steuern schwierig ist und meine Aufgaben als Wachhabender relativ unkonkret waren.  Doch es lief alles gut und nach anfänglich schlechtem Steuern hatte ich es dann raus. Um 3 Uhr morgens dann ziemlich müde und erschöpft habe ich dann  schlecht geschlafen. Die Bewegungen des Bootes, meine schmale Koje und auch der Druck, alles richtig zu machen, sorgten für unruhige Stunden.
Montagmorgen, der erste volle Tag auf See. Alles spielt sich ein. Immer zwei Leute sind für „Backschaft“ eingeteilt. Neben ihrem normalen Wachdienst machen sie das Frühstück, waschen dann ab, putzen die Kajüte und die Toilette, sorgen dafür, dass immer eine gefüllte große Thermoskanne Tee bereitsteht. Mittags machen sie einen Salat oder ähnliches für alle. Dann wieder abwaschen. Nachmittags Kekse und Kaffee. Wieder abwaschen. Um 8 Uhr abends dann warmes Abendessen. Zum letzten Mal an diesem Tag abwaschen. Echt harte Arbeit. Gegessen wird morgens in der Kajüte. Mittags und nachmittags  dann alle zusammen im Cockpit und abends wieder in der Kajüte. Das Ganze immer für 2 Tage hintereinander und dann wird gewechselt. Es gibt einen „Backschaft-Plan. Ich war gleich am Anfang im Hafen dran.  Da sind wir abends jeweils essen gegangen. Glück gehabt.  Na ja, später komme noch mal dran.
Den ganzen Tag unter Spi gesegelt. Knapp 5 Windstärken.  Durch die Wellen von hinten gilt es tierisch achtzugeben, auf Kurs zu bleiben. Um 9h morgens dann der nächste Wachdienst.  Unsere Wache besteht aus Alex, dem 49-jährigen Urologen aus Eppendorf und Klaus, dem 68-jährigen Juristen im Ruhestand aus Holland. Wir funktionieren gut zusammen.

Klaus redet sehr viel und vergisst manchmal, dass es auch etwas zu tun gibt. Doch er ist  bisher von uns dreien der beste Steuermann.
Mittwoch, 28. November 2018
Viel passiert. Unsere Wache, die sogenannte Hundewache, ging von 3 – 6 Uhr. Als wir rauskamen war gerade Hektik an Bord. Es sollte gehalst werden. Windstärke 5. Alles in gleißendem Mondlicht! Ein surreales Bild.  „Peter, geh ans Steuer. Kurs 270.“ Ich schaffte es nicht, den Kurs zu halten.  Abweichungen von bis zu 30 Grad in beide Richtungen. Christoph sah es sofort und löste mich ab.  Ich hatte auch sofort eingeräumt, dass ich schlecht steuern würde und es nicht schaffte. Stress!!
Die restliche Zeit, nachdem die Manöver beendet waren, steuerte Klaus. Und er machte es viel besser. Christoph kam immer wieder raus, da die Bedingungen mit dem Spi, den Wellen und dem vielen Wind wirklich schwierig wäre. Erleichtert und erschöpft ging es um 3 h ins Bett. Wiederum unruhig und wenig  geschlafen. Schlechte Träume. Bis jetzt erst ab und zu das reine Vergnügen

Morgens nach dem Frühstück um 9h die nächste Wache.  Ich hatte beschlossen, die kompletten 3 Stunden zu steuern, um es endlich zu lernen. So war es dann auch. Ich begriff und fühlte, dass es sich mit kleineren Bewegungen und schnellerem Ausgleich wesentlich genauer steuern ließ. Hohe Konzentration, ohne Unterlass   Am Ende der Wache, schnell noch die Einträge ins Logbuch und bis zum Mittagessen um 13.30 in die Koje. Ausruhen.
Freiwache heißt, nichts tun müssen. Erst langsam begriff ich, wie wichtig es ist, sich zwischendurch immer wieder ins Bett zu legen und zu ruhen,  zu schlafen und auch meine Übungen zu machen. Suse fehlt mir sehr. Immer wieder lese ich gerade ihre letzte Nachricht und schaue Bilder von ihr an.
Nachmittags dann helle Aufregung. Wir haben eine große Dorade gefangen. Seit Montagmorgen schleppen wir zwei Angelleinen hinterher. Nun zwei Fische, die gleichzeitig angebissen hatten. Während die eine Angelschnur leider riss, konnte die andere über Hand eingeholt werden. Am Ende dieser wunderschöne, große Fisch.  Ganz schlank, goldgelb, mit Zacken. Auf mich wirkte er wie ein edles Rennpferd. Komisch, aber so empfand ich es. Mit dem Bootshaken wurde er reingeholt und dann, das hatte ich  noch  nie gesehen, wurde ihm etwas Rum in den Hals geschüttet. Er war sofort ruhig und Christian, unser dänischer Bootsmann, tötete ihn schnell. Das ganze Heck war voll Blut.  Christoph nahm ihn aus und schnitt die Filets heraus. Abends gab total leckeren Fisch. Mehr als genug für alle. Beste Stimmung.
Wir hatte Wache von 21h bis Mitternacht.  Der Wind nahm immer weiter zu, und das Steuern mit dem Spinnaker wurde immer schwieriger. Ständig verlor er den Wind, fiel ein, versuchte sich um das Vorstak zu wickeln. Christoph kam mehrmals hoch, wenn wir Schwierigkeiten hatten.  Ich übernahm dann und konnte das, was ich mir am Vormittag angeeignet hatte, direkt umsetzten. Endlich blieb er stehen und wir segelten in stockdunkler Nacht mit brausender Fahr. Doch nach einer Stunde war ich mental komplett fertig und verlor zunehmend die Kontrolle. Alex steuerte für den Rest der Zeit. Immer wieder überlegten wir, Christoph zu wecken und zu fragen, ob der Spi nicht runter solle. Wir taten es nicht, doch um Mitternacht, dem Ende unserer Wache, kamen Christoph und Hanneke und sagten, wir sollen oben bleiben, um mitzuhelfen, den Spi zu bergen und stattdessen den Klüver zu setzen.  Gerade als es losgehen sollte flog der Spinnaker am Kopfbrett beginnend aus den Lieken und ging komplett  ins Wasser!
Alle Mann zogen und zerrten ihn aus dem Wasser. Nachdem er geborgen war, ging es ans Aufräumen des Leinenchaos an Deck und das Setzen des Klüvers.  Zwischenzeitlich war die dabei wichtigste Person, Christoph, ausgefallen, weil er sich mehrmals übergeben musste. Der Fisch vom Abendessen? Hanneke hat das Kommando  prima übernommen.
Nach einer Stunde ging es dann ins Bett. Keiner konnte sofort einschlafen.
Wecken am nächsten Morgen um 5.45 für die nächste Wache von 6-9!  Kein Zuckerschlecken!
Ich hatte angenommen, der Spi wäre komplett kaputt, doch Christoph meinte beim gemeinsamen Frühstück, es wäre nicht schlimm. Das ließe sich gut reparieren, und außerdem hätten wir ja noch zwei Spinnaker.  Irgendwie gut, ihn zu reparieren, denn ich kann nicht einschätzen, wie es ihm finanziell geht.  Zumindest ist deutlich, dass er auch schwierige Zeiten hinter sich hatte.
Wir waren erstmal froh, ohne spi zu segeln
2. Dezember 2018
Die Tage sind einförmig und dennoch nie langweilig.  Geprägt durch die Wachen und deren Wechsel, die gemeinsamen Essenszeiten, Wäsche waschen, eigene Salzwasser-Duschen und dem Schlafen, miteinander reden und auch den eigenen Zeiten. Stundenlang kann ich in der Sonne liegen und das Meer beobachten. Ich brauche kein Buch, keine Musik, nur die sich bewegende See.

Die letzten beiden Tage bestanden bei mir aus Wache (Freitag: 3h -6h  ;   12h -15h;  21h-24h;  dann Sonnabend  6h -9h;  15h-18h;  21h-24h), außerdem Backschaft am Freitag von 7h- 10h von 12h-14h, von 16h-17h und von 19h-22h. Sonnabend genau das Gleiche. Jede Minute dazwischen nutze ich zum Schlafen. Glühende Hitze in der Küche sowie die Bewegungen des Schiffes unter Deck bringen mich zum Schwitzen ohne Unterlass. Allen hat mein Essen, heute Guacamole, Gemüsepfanne mit Tandori und Kokosmilch richtig gut geschmeckt. Jetzt alles überstanden. Heute ist ein normaler Tag. Das Essen von gestern wurde gerade verdrückt. Dazu Salat und noch Bananen von unserer Staude vom Besanmast. Alex hat die Angel wieder ausgelegt.  Wir fangen viele Doraden, einige kleinere von 40 cm, aber gestern auch von 1 Meter. Alex nimmt sie aus. Eine elende Plackerei . Macht ihm wohl Spaß!!?
Gleich  gebe ich Frauke Reiki auf ihre verbrannte Hand und mit dem anderen Claus nähe ich meine Messertasche.
Heute Vormittag, ich saß gerade am Steuer, ist mit einem peitschenartigen Knall der Achterholer des Spinnakers gerissen. Kurze Hektik, dann Spi aus dem Wasser geholt, verpackt, Klüver gesetzt, neuen Achterholer eingeschoren, Klüver wieder runtergenommen, Spinnaker wieder gesetzt, alles aufgeklart. Fertig. Weitergesegelt. Kurs liegt jetzt genau aus St. Lucia. Hohe, wahrlich beeindruckende Dünung aus Norden. Sehr gute Stimmung!

Wir liegen auf Kurs „Karibik“ Saint Lucia

3. Dezember 2018
Heute Nacht um 3 Uhr hatten wir Wache. Als ich deshalb um 2.45 aufstand, putzte sich Christoph im Salon die Zähne und meinte, ich könne wieder schlafen gehen, er würde die Wache übernehmen. Auf mein Danke sagte er, ich danke ebenfalls. Also wieder in die Koje. Alex und Claus ließ ich schlafen. Noch einige positive Gedanken zum Thema Dankbarkeit und ich schlief bis 7.30. Herrlich. Übrigens: Christoph ist dann die ganze Wache allein gesegelt. Dabei hat er den Kompass mit seiner Jacke abgedeckt, die Geschwindigkeitsanzeige (Logge) ausgeschaltet und ist nur nach den Sternen gesegelt. Beeindruckend ! Er meinte am Morgen: „So bin ich eins mit mir, dem Schiff und dem Universum!“ Ich verstehe ihn
Nach dem wie immer leckeren Frühstück, Müsli und eine Scheibe Brot mit Käse und Tomate, verbunden mit meiner Frage „Wer teilt sich mit mir eine Tomate?“, bestaunte ich die immer größer werdende Dünung aus Norden. Wahre Berge in langen Ketten. Von Kamm zu Kamm 400 m Entfernung. Eine Zeitlang waren wir in der Nähe einer italienischen Grand Soleill 43. Ein seltener Anblick. Sie lag vielleicht 1 km vor uns. Wir optimierten die Segelstellung, machten an Bord Klarschiff und hofften nun , sie einzuholen, um uns dann gegenseitig zu photographieren. Leider fiel sie ab, sodass wir sie verpassten.

Näher kamen wir nicht heran….


Der kaputte Spi soll wieder zusammen genäht werde. So ist der Plan von Christoph. Kann ich mir gar nicht vorstellen.  Der ganze obere Teil ist komplett abgerissen. Auch sonst ist er stark beschädigt. Insbesondere alle vier Lieken sind ausgerissen.Er fragte, ob wir uns daran beteiligen würden. Habe sofort zugestimmt.  Will wissen, ob das geht und wenn ja, wie. Zunächst haben Hanneke und ich überall, wo die Rissstellen sind, alle Fusseln abgeschnitten. Stundenlang. Auch bei dieser eher öden Tätigkeit machte es Spass, im Team zu arbeiten. Hilfsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung erleben wir alle zu jeder Zeit und jeder Gelegenheit. Ich fühle mich damit sehr wohl. Bin Teil eines tollen Teams. Später fingen wir an, den zerrissenen Spi zu reparieren. Erschien mir unmöglich, dies mit Bordmitteln zu bewerkstelligen. Doch natürlich hatte auch hier Christoph eine genaue Vorstellung, wie dies geschehen sollte. Die zerfetzten Ränder wurden begradigt, mit den Lieken zusammengelegt und mit einem Edding gekennzeichnet. Danach fing auch ich an zu nähen, stellte mich dabei allerdings eher ungeschickt an. Dreimal habe ich mich mit der Nadel richtig gestochen. Spaß macht das nicht. Habe mir dennoch vorgenommen, weiterhin mitzumachen, denn lernen tue ich dabei eine ganze Menge.

Alle nähen zwischendurch mit.


Heute ist Bergfest. Mehr als die Hälfte der Strecke haben wir zurück gelegt! Unglaublich!!
Auf dem Tracker lässt es sich genau verfolgen. Wir sind mitten auf dem Atlantik. 2500 km Wasser hinter uns, 2500 km Wasser vor uns und 5 km Wasser unter uns. Ein tolles Bild. Heute Abend gibt es eine Lammkeule. Zur Feier des Tages.  Wir sind gespannt, ob es ein Glas Wein oder ein Bier dazu gibt. Reise, Reise  wurde gerade ausgerufen.
Und es gab zum Essen Rotwein! Für jeden , wie Christoph sagte, ein homöopathische Dosis. Genau ein Viertel Glas!  Danach fühlte ich mich etwas betrunken.  Gibt’s gar nicht, und doch war es so. Marcus ging es ähnlich, die anderen spürten nichts.  Schönes Abendessen bei guter Stimmung. Schlafen bis zur Wache um 21h. Sternenhimmel und Sternschnuppen. Habe mir schöne Dinge gewünscht.  Um Mitternacht zu Bett, die nächste Wache dann wieder um 6h morgens.  Es wird mehr zu steuern sein, da Alex für die nächsten 2 Tage Backschaft hat und deswegen nur zeitweise beim Steuern dabei sein kann. Während der Nacht bockte das Schiff wie verrückt. Schlafen ist schwierig. Auf der Seite liegen geht hier gar nicht. Da das Bett so schmal ist, kann ich mich nicht abstützen. Zwangsläufig schlafe ich immer auf dem Rücken.
5. Dezember 2018
Gestern morgen beim Frühstück wollte ich von einem Artikel in der Süddeutschen erzählen. Christoph unterbrach mich sofort und meinte, ich hätte doch erzählt, ich würde nie Zeitung lesen. Als ich meinte, damit hätte ich sagen wollen, dass…..Er unterbrach mich wiederum und fragte, ob ich denn morgen wieder etwas anderes erzählen würde und man sich dann fragen würde, was denn überhaupt von meinen Erzählungen wahr sein würde . Ich war konsterniert und fühlte mich sehr unwohl. Auf meine Frage, wozu dieses Gespräch dienen würde, gab es keine  Antwort. Vielmehr ritt er weiterhin auf meinem vermeintlichen mal so mal so herum.  Betretenes Schweigen am Tisch.
Ich erzählte noch meine Geschichte von der Süddeutschen, war jedoch innerlich wie geschockt. Wieso versucht er, mich vorzuführen? Nach dem Frühstück zog ich mich in meine Koje zurück und machte ausführlich meine Übungen. Etwas beruhigter, oberflächlich gesehen. Christoph überzieht manchmal völlig. Weshalb macht er das bloß? Später sprachen Christoph und ich darüber, während wir zu zweit an dem zerrissenen Spinnaker nähte. Ich sprach darüber, wie schlecht es mir, mit seinem Verhalten gehen würde. Er meinte:“Verstehen könne er mich schon, doch eigentlich sei es doch ein Spaß von ihm gewesen“. Ich ritt nicht weiter drauf herum. Hauptsache war, dass ich es angesprochen hatte!  Darum ging es mir. In früheren Zeiten hätte ich eher ängstlich geschwiegen. Friedlich saßen wir dann zu dritt, Hanneke kam noch dazu, und ich erzählte meine Lebensgeschichte. Überhaupt lernten Christoph und ich uns immer besser kennen. Viele sehr offene Gespräche, teilweise sehr privat. Unsere Lebenslinien. Nicht immer einer Meinung. Gut so. Seine Aufgaben als Skipper erfüllt er in überragender Art und Weise. Höchste Kompetenz. Er hat alles im Blick und kümmert sich um alles.
Erstmalig segelten wie nicht mehr permanent unter Spi. Vorn sind die Genua und der Klüver jeweils mit einem Spi-Baum ausgebaumt. Das ist ein wenig langsamer, doch bei dem Wellen, die von schräg hinten, das Boot immer wegdrücken, ist das wesentlich stressfreier. Unter Spi muss man aufpassen wie ein Schiesshund. Nachts höchste Konzentration im Zustand von Müdigkeit. Dazu kommt, dass das Steuern oft in einem Korridor erfolgt. Immer wenn wir unter Spi und Besanstagsegel segeln, müssen wir darauf achten, nicht zu hoch zu steuern. Sonst fällt der Spi ein. Oft abrupt und schnell. Nachts oftmals schwer zu sehen. Segeln wir allerdings ein wenig zu tief, was für den Spi kein Problem wäre, fällt das Besanstagsegel zusammen. Zusammen mit den Wellen und starkem Wing eine Herausforderung. Ich glaube, Christoph hatte auch die Befürchtung, der zweite Spi könnte ebenfalls kaputt gehen. Na, auf jeden Fall ist es jetzt einfacher und wir sind alle froh darum.
Die Tage im einzelnen zu beschreiben ist nicht sinnvoll. Morgens um 8h ist immer Frühstück. Danach ist frei, wenn nicht gerade Wache ist. Nach dem Frühstück nach oben zu gehen und auf den blauen Atlantik mit seiner beeindruckenden Dünung zu schauen, die Schaumkronen, das Schiff und die wärmende Sonne wahrzunehmen, ist unbeschreiblich. Ich bin auf der Mitte des Atlantiks, sehe fliegende Fische, Delphine und lerne Stück für Stück dieses Schiff kennen. Intensität pur.


So etwas trägt zu meiner Gesundung bei!

9. Dezember 2018

Abend hatten wir die Wache vor Mittnacht von 18 – 21h   und anschließend die Wache von 3-6 Uhr. Das ist schon anstrengend genug. Bei der Hitze geht das Vorausschlafen nicht richtig. Alle haben die Decken aus den Bezügen genommen, denn auch nachts herrschen hohe Temperaturen.  Die Karibik kommt eben näher. Wir segeln wieder Tag und Nacht mit Spinnaker. Es besteht die reelle Möglichkeit die ARC zu gewinnen. Momentan ist Neumond und damit wirklich sehr dunkel. Entweder man starrt wie hypnotisiert auf den Kompass, der schwach rötlich leuchtet, oder aber man sucht sich einen Stern als Referenz-Punkt für den zu steuernden Kurs. In unserer Wache ist es üblich, mit demjenigen, der steuert nicht zu sprechen. Zu leicht verliert man den rechten Kurs.
Erste Wache, schöner Wind, 15 Knoten, relativ ruhiger Atlantik. Ging gut durch. In der Regel steuere ich dir erste halbe Stunde und danach jeweils Alex und Claus.
In der Wache von 3-6 h machten wir es ebenso.  Claus und ich hatten  urplötzlich eine kurze, aber sehr scharfe Auseinandersetzung. Details sind hier nicht wichtig. Nur so viel, dass ich in diesem Moment verblüfft und sehr verletzt war. Konnte ich mich verhört haben, spürte jedoch seine unglaubliche Wut und beschloss zu schweigen. Alex erzählte mir am Tag, dass er sehr wohl das gleiche vernommen hatte. Meine Entscheidung zu schweigen, es weder zu thematisieren noch auch sonst jemandem davon zu erzählen, war genau richtig. Zu was hätte es führen sollen?  Unsere Wachen liefen ab wie bisher. Es war auch wieder leichter zu steuern. Aber die Stimmung war nunmehr eine andere. 

12.Dezember 2018

Gestern Abend gegen 21h sind wir angekommen. Nach 15 Tagen und 9 Stunden! Die Stunden zuvor waren nochmals sehr intensiv. Wiederum unter Spinaler, dem größten, segelten wir in den Abend hinein. Alle hatten sich im Cockpit versammelt. Christoph steuerte. Schon einzigartig, wie er lässig er das macht. Viel Wind, ständig um 10 Knoten Fahrt, er redet viel, eine intensive Atmosphäre, Hanneke immer unten am Funkgerät und am Plotter, um im Kontakt mit der Regatta-Leitung den richtigen Einfahrtskorridor zu besprechen. Alle sind aufgeregt, das Ende unserer Reise  ist nahe. Freude auf die Ankunft, aber auch melancholische Trauer, dass nun ganz bald das Ende unserer Reise kommt. Zumindest bei mir.                                                                               An unserem Anlegeplatz in der Rodney Bay Marina, Saint Lucia empfing uns ein Empfangskomitee, mit Limbo-Spielern und einem Tablett mit Rum-Punsch. Wir umarmen uns, alle sind überdreht, der Alkohol tut ein übriges. Die halbe Nacht feiern wir, weiter mit Rum-Punsch, in einer Hafenkneipe direkt am Wasser. Sehr lustig, alle reden durcheinander und wir lachen ohne Unterlass. Ein Segler eines anderen Schiffes erzählt von miserablem Essen und fast durchgängig schlechter Stimmung  bei ihnen. Na, da haben wir wohl Glück gehabt. Bis auf wenige Situationen war die Kameradschaft bei uns ganz prima und das Essen hervorragend!

Am nächsten Morgen, es ist noch früh, ich sitze hinten an der Heckreling, habe gerade eine Orange gegessen, vorher, noch in der Koje, ausführlich meine Übungen gemacht. Endlich gut geschlafen. Nicht mehr dieser Schlaf der Erschöpfung, immer zu kurz oder dies nicht schlafen können, weil es einfach zu viel Bewegung des Schiffes gab. Eigentlich wollte ich jetzt in Ruhe schreiben, doch Christoph, Christian, Alex sind schon oben und räumen auf. Werde mich  beteiligen. Segel mit Süßwasser abspülen, alle Leinen ordentlich aufschießen, Schlauchboot aufpusten, Dingi ins Wasser, Kissen abspülen Spinnaker zusammenlegen usw. usw..
Dann endlich zum Strand. Florian hat uns, Alex und mich hingerudert. Falscher Weg, aber nach langer Ruderei sind wir angekommen. Schöne Bucht mit vielen ankernden Yachten davor. Ganz hinten am Ende war es noch so, wie ursprünglich es wohl überall gewesen ist. Kaum Liegen, keine Sonnenschirme, sondern nur MARIE’s BAR. Eine schäbige, bunte Holzhütte, wo Marie, eine enorm dicke, ununterbrochen redende Frau, über einem Holzfeuer Fische brät, mit Gemüse und Brotfrucht. Wasser sehr warm, eine halbe Stunde geschwommen. Endlich wieder Bewegung. Obwohl ich natürlich wie immer anfangs keine Lust hatte. In der Sonne geschlafen. Herrlich.

Auch schön. Segeln ist aber noch besser.

Später zum Dinghi zurück, habe ich dann Klaus und Alex zum Schiff zurück gerudert. Dort war endlich wunderbarerweise die ganze frisch gewaschene Wäsche bereits da. Welch ein Genuss. Alles weich und gut riechend. Schnell zum Café, mit Suse sprechen. Wie gut das tut. Ihre Stimme.  Wenn sie so erzählt, was alles zu tun ist, Eisschrank kaputt und andere Dinge, will ich schnell zu ihr und es ihr abnehmen. Weiß noch genau, wie sie mir von ihren Kämpfen mit Heizung und ähnlichem in ihrem Haus im Lerchenwinkel  erzählte. So ganz allein.

14. Dezember 2018.
Marigot Bay


Nach einer ruhigen Nacht in dieser wunderschönen Bucht liege ich wieder mal in der Hängematte auf dem Vorschiff. Sonne und Wolken wechseln sich und ein stetiger, wärmer Wind umschmeichelt mich.
Gestern nach der Ankunft in dieser wunderschönen Bucht, wir waren nur mit Klüver gemütlich die Küste entlang gesegelt, war ich zum ersten Mal wieder eine ganze Stunde schwimmen. Anschließend sind wir mit dem Schlauchboot und einem stotternden Außenbordmotor zu einer Strandbar gefahren, um einen Sundowner zu nehmen.  Habe alle eingeladen. Hatte Lust, ein kleines Signal von Dankbarkeit zu senden. Leider ist es hier schon relativ vollgebaut. Dennoch lässt sich sehen, weshalb hier ein Teil eines James Bond Films gedreht wurde.
Zurück wurde dann gerudert, von Hanneke.. Der Motor sprang gar nicht mehr an. An Bord dann die Vorbereitung des Abendessens. Wir waren zu dritt, Alex als Chefkoch, Frauke und ich.  Lammkoteletts mit Zucchini und Knoblauch-Kartoffelsalat. Und als Krönung Rotwein.. Gegessen wurde in der Kajüte, danach saßen wir noch lange im Cockpit zusammen. Auch die vierte Flasche Rotwein wurde noch geleert. Später herrliches Schlafen im sich sacht bewegenden Schiff.
Vorgestern waren wir abends auf der TITANIA, einer SVAN 64, eingeladen. Eine Einladung an alle Mannschaften der teilnehmenden SVAN’s und eben an uns, weil es scheint, dass wir nicht nur unsere Division sondern  „over all“ gewonnen haben. Was für eine Yacht! Kann ich nicht beschreiben, einfach edel und schön in Vollendung. Dazu gute Getränke und Pizza.  Habe mich lange mit Manfred, dem 82 jährigem Eigentümer einer Oyster 825 unterhalten. Ein echter Typ, knorrig, interessiert, lebendig. Er erzählte seine Lebens-und Seglergeschichte.  Seine erste SVAN 48, neu gekauft. Wir verstanden uns von Anfang an. Ich hatte mir sein Schiff am Tag vorher angeschaut. Oyster, SVAN , alles unglaublich. Mal segeln? Gern. Besitzen? Nein. Jedenfalls nicht diese Größe.  Mal sehen.
15. Dezember 2018
Gestern Nachmittag ging es zurück an den vorgelagerten Strand vor der ARC-Marina. Wieder geankert. So schön es alles ist, so ist doch die Luft raus, wie Holland-Klaus ganz richtig bemerkte. Schlafen und lesen in der Hängematte. Der Bericht der damaligen „Peter von Danzig“, jetzt Peter von Seestermühe, als Teilnehmer des Whitbread-Race um die Welt. Unvorstellbare Anstrengungen und Strapazen bei fürchterlichen  Stürmen und schrecklichen, engen und primitiven Bedingungen an Bord. Dagegen ist unsere Reise wahrlich der reinste Kindergeburtstag gewesen.
Abends dann mit den beiden Beibooten an den Strand zum dortigen Restaurant „Spinnaker“. Die beiden Beiboote waren mit einer Leine verbunden, so dass das Schlauchboot mit Motor das kleine Dinghi gezogen hat. Das war, im Dunkeln, eine extrem kipplige Geschichte. Ich sah mein Handy schon im Wasser. Bei der Anlandung schmiss uns eine hohe Welle direkt auf den Strand. Wir alle wurden etwas nass. Das Restaurant  schön gelegen, karibische Musik, a la carte oder BBQ. Ich habe Fisch vom BBQ genommen. Superlecker. Leider sehr laut, sodass eine Unterhaltung am ganzen Tisch unmöglich war. Anschließend wieder wackelige Rückfahrt und ein gemeinsames Nachtbier im Cockpit.
Am Samstag dann die ersten Beiden, die abfahren. Das Schiff bleibt sozusagen auf Reede und wir fahren wieder mit zwei Dhingis in den Hafen. Hammer-Klaus und Alex fahren weg. Es geht nun auf den Rest. Wir anderen leihen uns einen Wagen und fahren über die Insel. Ein toller Ausflug. Erst jetzt erschließt sich uns die Schönheit von St. Lucia. Wuchernder Pflanzenwuchs, Berge, immer wieder von der Straße das Meer, bunte Häuser in kleinen Orten.

So wie ich mir die Karibik vorgestellt habe. Überall Musik. Karibik-Rock in teilweise unvorstellbarer Lautstärke.  Autos als fahrbare Lautsprecher, die sich in einer Straße mit ihrer Musik gegenseitig Konkurrenz machen. Unerträglich , aber nicht für die Einheimischen.  

Holland-Klaus ist die ganze Zeit gefahren, Linksverkehr, teilweise war er soweit links, dass ich immer wieder echt fürchtete, er würde in den Abwasserkanal fahren. Wir haben wieder einen guten Draht. Als wir alle in einem schönen, bunten Restaurant zu Abend aßen, sprachen wir über die verschiedenen Wachen während der Überfahrt. Bei uns lief es wohl am besten, und Klaus meinte dabei, dass ich es sehr gut gemacht hätte, auch eine schwierige Situation gut gelöst hätte.  Ich wusste, was er meinte. Sehr schön.  Ach, und dann sagte er noch in der Runde, dass er sehr viel von mir halten würde. Na prima.  Die Anderen waren mit ihrer Wache nicht immer glücklich. Kann ich mir gut vorstellen.  Abends dann noch hinter der Marina auf einem karibischen Familienfest gewesen und draußen an großen Tischen den leckersten Fisch der ganzen Reise gegessen. Man muss sich nur trauen.  Viel besser als dieser Touristenscheiss !
Sonntagmorgen das letzte Backschaft und letztes gemeinsames Frühstück.  Sachen zusammen gepackt. Langes Gespräch mit Christoph in einem Kaffee. Wir sind uns echt näher gekommen. Meine Art des Umgangs mit ihm hat funktioniert.  Er hat mir zum wiederholten Male sein Herz ausgeschüttet. Würde mich freuen, wenn daraus eine Freundschaft entstehen würde.
Bin dann mit seinem Fahrrad und meinem Gepäck in das Hotel gefahren, dass ich für einen Tag gebucht hatte. Einfach aber im Vergleich zum Schiff bequem mit viel Platz.
Das mit dem Fahrrad war ein netter Zug von Christoph, denn so konnte ich noch losfahren und ein wenig einkaufen. Mit meiner Fußhebe-Parese wäre das doch mühselig gewesen. Nachmittags noch am Strand und abends wiederum sehr nett und sehr lecker mit Frauke essen gewesen. Garlic Shrimps in einem einheimischen Restaurant.
Lange geschlafen, Sachen nochmals sortiert und gepackt, noch auf einen Kaffee mit Christoph in die Marina, ihm sein Fahrrad gebracht. Dann mit dem Taxi zum Flughafen in den Süden. Zwei Stunden Fahrt, glücklicherweise nicht die viel befahrene Hauptstraße sondern mitten über die Insel auf Nebenstraßen. Tolle Fahrt. Einfach wunderschön. Ankunft um 13h. Leider machte der BA-Schalter erst um 17h auf. Und ich mit meiner sehr schweren Tasche!  Mein Plan war ursprünglich, das Gepäck abzugeben und dann zu Fuß zu einem neben dem Flughafen liegenden Strand zu laufen. Nun also mit dem Gepäck. Das war grenzwertig anstrengend. Brutale Hitze. Am Strand dann aber sehr schön, Coconut Bay.  Der Rückmarsch stand mir bevor. Doch nach der Hälfte der Strecke hielt ein alter Toyota-Bus und der Typ fragte, ob er mich mitnehmen soll. Ich antwortete: No more EC-Dollars. War ihm egal, er nahm mich mit und da er sah, wie durchgeschwitzt ich war, bot er mir an für mich noch eine Flasche Wasser zu kaufen.  Wie nett ist das denn?

Jetzt bin ich fast zu Hause, im Flieger nach Hamburg.  Ich freue mich so.
Die Reise, ein echtes Abenteuer, ist zu Ende.  Wie gut, dass ich es gemacht habe!!!!

Suse, ich komme! ?

Fazit:

Letztlich war es so schön, nein schöner, wie ich es mir erträumt, gewünscht hatte und gleichzeitig so anders. Diese Zeit war Balsam für meine Seele und eine Wohltat für meinen Körper. Regelmäßig habe ich diszipliniert meine mentalen Übungen gemacht und die ganze Zeit sehr auf meine Ernährung geachtet. Meine Absicht war es, mich sehr reflektiert im Team einzugeben. Ich glaube, es ist mir gelungen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, wie anstrengend es sein würde. Den Raum, den die Wachen einnehmen würden, hätte ich völlig unterschätzt. Den Stress des Steuerns, auch die körperliche Anstrengung, immer wieder gegenzusteuern.  Halbstündlich zu wechseln, war goldrichtig. Selbst nach dieser halben Stunde war ich oft schweißgebadet.  Es hat mir Spaß gemacht, für die Wache die Verantwortung zu tragen. Auch wenn sich dies mit der Zeit verwischte und wir mehr und mehr ein Team wurden. Ein wesentlicher Faktor war meine Entscheidung, den verbalen Aussetzer von Klaus unkommentiert stehen zu lassen. Obwohl die direkte Zeit danach doch ziemlich verkrampft war, dies fiel sogar anderen auf, war doch ein Bemühen von uns beiden zu spüren, zu der vormaligen Entspannung zurückzukommen. Was dann ja auch gelang. Den Dialog mit Christoph habe ich gesucht. Trotz oder gerade wegen meiner Ängste. Das war ein wesentlicher Schritt für mich.
Völlig unterschätzt habe ich die Backschaft. Noch in Hamburg machte ich mir vor allem Gedanken darüber, was ich wohl kochen könne. Christoph hatte uns bei dem Kennenlerntreffen im Februar mit auf den Weg gegeben, ein Gericht für unsere Backschaft-Zeit zu beherrschen. Und bitte nicht alle Spaghetti Bolognese! Schade, gerade Spaghetti Bolognese kann ich wirklich gut. Schlussendlich gab es kein Mal Spaghetti Bolognese!  Jeder hatte sich diese Aufforderung zu Herzen genommen. Doch wie unglaublich anstrengend diese Backschaft dann wirklich gewesen ist, davon hatte ich keine Vorstellung. Ich war einer der wenigen, die vor dem Beginn, noch in Gran Canaria einmal und dann während der Reise zweimal Backschaft hatten.  Während es im Hafen noch ziemlich moderat abging, eben kochen, Tisch decken, abwaschen, aufräumen und unter Deck sauber machen, war dies doch auf See eine gänzlich andere Nummer. Die enormen Bewegungen des Schiffes, verbunden mit der immer größer werdenden Hitze unter Deck und gleichzeitige Wachen, machten es zu einer  wahrlichen Strapaze. Ich hatte mir beschlossen , nichts als zu viel zu empfinden und egal was kommt, alles mit vollem Einsatz zu machen. Also rutschte ich morgens nach dem Frühstücksabwasch auf Knien durch das lange Schiff, fegte alles mit Handfeger und Kehrblech aus, jede Ecke, um dann mit einem Lappen, mit Essigreiniger getränkt, auch noch den Boden nass aufzuwischen. Das machten nicht alle. Doch ich wollte es richtig machen. Dazu gehörte auch die sorgfältige Reinigung von Toilette und dem kleinen Waschraum. Doch auch das Kochen auf dem Herd für 10 Personen, den Tisch so zu decken, dass nichts herumfliegt und insbesondere der Abwasch mit lauwarmen Meerwasser und dem Abtrocknen mit ewig feuchten Handtüchern war eine wenig freudvolle Tätigkeit. Doch es gab auch lustige Episoden. Ein Beispiel: Hanneke und ich hatten einen wirklich großen Topf Guacamole fürs Mittagessen zubereitet. Durch eine abrupte Bewegung des Schiffes flog er vom Tisch und ergoß seinen Inhalt komplett in eine große, offen stehende Geschirrschublade. Nach einem spontanen „Ach du Scheiße!“ grinsten wir uns an und holten mit den Händen alles wieder aus der Schublade zurück in die Schüssel . Keiner hat etwas gemerkt. Alle aßen mit großem Appetit ?

Jetzt am Schluß dieser Reise geht es mir, körperlich und mental, so gut wie seit langem nicht mehr. Alles richtig gemacht.  Ich bin sehr, sehr dankbar. ??

Das Leben ist schön

Alles Liebe für Euch!

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 68

Reisen

Am 28.Januar 2015 habe ich meine Suse am Flughafen kennengelernt. Von der ersten Minute an haben wir uns auf eine gemeinsame Reise begeben. Ohne jeglichen Zweifel, voller Freude, Zuversicht und gegenseitigem Vertrauen. Haben geheiratet, unsere Häuser verkauft, sind zusammengezogen, segeln zusammen, haben unsere Finca auf Lanzarote mit viel Liebe renoviert. Diese Reise ist auch durch meine Krankheit nicht beendet worden. Im Gegenteil, alles ist noch enger, vertrauensvoller und mit mehr Liebe erfüllt. Ohne Suse wäre diese Reise nicht weitergegangen.  Ich bin voller Glück und Dankbarkeit und diese Worte drücken nur unvollkommen aus, was ich denke und fühle.

Im Sommer letzten Jahres meinte ich zu Suse: „Wenn ich wieder gesund bin segele ich über den Atlantik“. Ihre prompte und lapidare Antwort lautete: „Machs vorher.“  Wie Recht sie hatte.

Und nun geht’s los. Heute fliege ich nach Gran Canaria. Dort treffen wir uns zu zehnt auf der „Peter von Seestermühe, einem Zweimaster. Und am Sonnabend den 25.11. stechen wir dann in See Richtung Karibik. Ich freue mich sehr. Meine Werte sind weiterhin bei 0. Alles ist gut. 

Auch diese Reise hätte ich ohne Suse nicht so schnell gemacht. Wenn überhaupt.  Es ist eine Reise innerhalb unserer Reise.  

Das Leben ist schön.

Ich werde berichten.

 

Alles Liebe für Euch.

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 67

Das Leben mit allem — Voll und ganz

Gestern abend waren Susanne und ich im Kino. Seit langem mal wieder.  „Kindeswohl“ mit Emma Thomson. Ein Film mit vielen Themen, vielschichtig und facettenreich.  Echtes Schauspieler-Kino.

Im Kern geht es, zum einen, um eine Frau, erfolgreich und enorm beschäftigt. Mit  Kompetenz und Klarheit geht sie hochprofessionell und direkt die Fälle, die sie  als Familienrichterin zu entscheiden hat, an. Sie trifft Entscheidungen auf hohem Niveau. Ist in der Lage, sie exzellent zu begründen. Nur wenn es um sie selbst geht, ist sie zu dazu außerstande. Gravierende Eheprobleme mit ihrem Mann führen bei ihr zu kompletter Gesprächsverweigerung , Wut und Rückzug. Gleichzeitig ist in vielen Situationen wahrzunehmen, wie  wie  betroffenste sie ist. Sie versucht, mit ihrem scharfen Verstand die Kontrolle über alles zu behalten. Wie sich zeigt, mißlingt ihr das im Laufe des Films, trotz aller Bemühungen,  mehr und mehr.

Zum anderen geht es um einen Jugendlichen, der an Krebs erkrankt ist und  dessen  möglicherweise lebensrettende Behandlung von ihm und seien Eltern abgelehnt wird. Als Zeugen Jehovas gehen sie davon aus, dass Gott ihnen eine Bluttransfusion verbietet. Nun muss die Richterin entscheiden……….Mit aller Macht versucht sie die ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten und rein rational und vernünftig zu handeln.

Bis auf den Ehemann kann keiner der Protagonisten  aus seinem Innern, aus seinem Herzen, also aus sich selbst heraus, entscheiden!  Im Ergebnis münden Konventionen, Ängste, sowie fehlgeleiteter Glauben  in ein Kaleidoskop von Unglück.

Am Schluß stirbt der Junge und sie ist weiß, wie falsch sie, in der Unterdrückung ihrer Gefühle,  lag. Schieres Unglück.

Weshalb schreibe ich das?

Ganz plötzlich  gegen Ende des Films fühlte ich  Betroffenheit, wurde  traurig. Mir wurde deutlich, dass auch ich meine Gefühle unterdrücke!  Ich kontrolliere meine Gedanken und Handlungen.  Im Grunde ist mein Leben darauf ausgerichtet, wieder gesund zu werden. In wirklich sehr vielschichtiger Art und Weise bin ich das angegangen und tue es immer noch.  Einige Beispiele:

Ich mache täglich meine Visualisierungsübungen. Diejenigen, die meine Seminare besucht haben, wissen, was ich meine. Dabei habe ich den Grundsatz:  Diese Übung einmal pro Tag ist gut, zweimal  ist besser und dreimal ist ausgezeichnet. Also morgens, mittags und abends.

Ich habe einen Haufen Bücher, die sich mit dem Kampf gegen den Krebs beschäftigen, gelesen, immer auf der Suche nach neuen Wegen und Ideen.

Seit nunmehr 3Jahren gehe ich zur Lympfdrainage, trage tagsüber immer einen Kompressionsstrumpf. Meinem Bestreben, dass mein Bein wieder wirklich besser wird, widme ich jeden Tag viel Zeit und Mühe. Die Liste meiner Tätigkeiten liesse sich noch sehr lang fortführen……………….Meditationen, Healing-Code, Reiki, Tagebuch, Schwimmen, Radfahren, Umstellung Ernährung, Atemübungen, andere Krankenhäuser, monatliche Untersuchungen……

All dies mache ich gern. Nicht nur weil es mich in meinem Weg zur Heilung unterstützt, sondern weil es auch Freude macht und im Moment des Geschehens guttut. Dennoch gilt es oft auch, mich zu überwinden und Fünfe eben nicht gerade sein zu lassen.

Manchmal bin ich morgens, direkt nach dem Erwachen noch sehr müde, oder abends vorm schlafengehen . Habe dann keine Lust auf Disziplin.  Manchmal habe ich einen solchen Heißhunger auf Süsses.  Manchmal stehe ich bei der Physio-Therapie vor einem bodentiefen Spiegel und sehe mein dickes Bein. Bin dann betroffen von diesem  hässlichen Anblick. Manchmal denke ich an meine früheren Laufstrecken, die ich nicht mehr nutzen kann. Und manchmal………. Ach einfach vieles!

So vieles in meinem Leben geht nicht mehr. Diese Gedanken, wenn sie dann auftauchen, verdränge ich sofort, lasse sie nicht zu.  Bloß immer positiv sein. Jeder negative innere Impuls darf nicht sein. Schadet mir nur auf dem Weg zu Gesundung.  Weg damit!

Jedoch sind sie, auch wenn ich sie verdränge, weiter da. In mir. Und wirken, wie auch immer. Selbst an dieses Verdrängen wollte ich nicht denken.

Und am Ende dieses Filmes wurde mir das schmerzlich bewußt. Empfand meinen Verlust und meine schon so lang andauernden Anstrengungen. All das, was ich nicht zugelassen hatte. Diese andere Seite meines Lebens. Echtes Mitgefühl mit mir selbst erfüllte mich und trotz aller Traurigkeit begriff ich, wie wichtig es ist, dass auch dieser Aspekt meines Lebens nun seine angemessene Würdigung erhalten wird. Schluß mit dem so tun als ob.

Zunächst jedoch war ich erfüllt von dieser Betroffenheit und dem Wissen um den Verlust so vieler Dinge meines Lebens, die ich vielleicht niemals wieder zurück erlangen würde. Mit Susanne an meine Seite, intensive Gespräche und wieder mal absolutes Verständnis von ihr. Viele Tränen. Wie glücklich ich sein darf, sie an meiner Seite zu haben.   Selbst jetzt, wenn ich dies schreibe, berührt es mich ganz enorm. 

Mir wurde klar, wie bedeutsam es für mich ist, auch diese Seiten meines Lebens zu akzeptieren und dadurch zu integrieren. Nur in der Anerkennung und der damit verbundenen Trauer kann ich sie wohl hinter mir lassen. Auch wenn ich es so gern anders hätte. Tue ich dies nicht, leide ich auf einer sehr unbewußten Ebene. Mittlerweile ist ja bekannt, dass verdrängte negative Gedanken und Gefühle sich körperlich auswirken.                                                                                       Doch das ist nicht der alleinige Grund.    Gut erinnere ich mich noch an das Gespräch mit dem Psychoonkologen im Krankenhaus unmittelbar nach meiner Operation. Wie er mich fragte, ob ich denn Mitgefühl mit mir selbst hätte. Wie ich ihm nicht antworten konnte, die Frage in ihrem Sinn nicht verstand und gleichzeitig einen dicken Kloß im Hals hatte.  Mir wurde urplötzlich klar, dass ich da ein Thema habe. Seither habe ich intensiv das Thema Selbst-Mitgefühl erforscht, habe unter anderem ein einwöchiges Seminar, bei dem es um die Entwicklung von „Mindful-Self-Compassion“ ging, besucht. Völlig neu war mir, dass ich einen Umgang mit mir selbst in liebevoller Güte finden kann. Viele Übungen, um diesen Umgang geradezu kognitiv zu lernen und dann auch zu fühlen. Ein langsames Hineinwachsen. 

Und nun spürte ich es am Ende des beschriebenen Filmes unmittelbar und uneingeschränkt. Ja, es ist so schade, dass ich so viele nicht mehr kann. Ich bedauere es sehr. Doch ich akzeptiere es, und  fühle ich, wie diese Last von mir abfällt und ich leicht und frei mein weiteres Leben gestalten kann.  Diese Akzeptieren gibt mir eine Entlastung, die ich vorher nicht kannte. 

Besser kann ich es nicht beschreiben. Ich hoffe, Ihr versteht mich!

 

Alles Liebe für Euch!

 

 

 

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 66

3 Jahre…..Eine Reflektion

Am 7. Mai 2015 erfuhr ich, dass ich an Krebs erkrankt bin!

Zeit innezuhalten, die 3 Jahre in Gedanken Revue passieren zu lassen. Was war schwierig? Was hat sich geändert? Was habe ich getan, geändert? Erste Schritte, Erfolge, Krisen. Erkenntnisse über das, was hilft. Viele Versuche. Try and Error. Freunde und meine Erfahrungen.

Weshalb schreibe ich dies? Schon während ich diese paar Zeilen „zu Papier bringe“ spüre ich mein Stocken. Frage mich, gehe in mich.  Tue ich es für mich? Oder für all die anderen, die meinen Weg verfolgt haben, Anteil genommen und mir Mut zugesprochen haben?  Unwichtig!  Mein Beweggrund ist Freude!! Freude, diesen Blog zu schreiben und mich dadurch mitzuteilen. Anderen Menschen und auch mir selbst. Schon kurz nach der Diagnose „KREBS“, dem Schock, der Todesangst und dem kaum zu beschreibenden Entsetzen ahnte ich, dass die Art meines bis dato geführten Lebens einen wohl wesentlichen Einfluß auf die Entstehung meiner Erkrankung gehabt haben könnte. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine Beschäftigung mit Krebs, zwar unbewußt, aber dennoch schön vermieden.  Jedes Mal, wenn ich von der Krebserkrankung eines mir bekannten Menschen erfuhr, erfüllte mich Grausen. Die beste Art damit umzugehen, schien mir darin zu bestehen, jeglichen Gedanken daran zu unterdrücken.  Dann würde mir schon nichts passieren. Dass Krebs eine Krankheit ist, die nullkommanull ansteckend ist, soweit habe ich nicht gedacht  Allein schon der Gedanke an Krebs, schien mir, ist gefährlich!  Und doch traf es mich.                                                                                                Irgendwo habe ich Bezug auf Krebs gelesen „Wen es trifft, den trifft es.“     Wohl wahr. Ins Herz. In jeden Gedanken. Bis in jede Zelle meiner Existenz.

Nachdem ich meine niederschmetternde Diagnose auf eine so gefühllose Art mitgeteilt bekommen hatte, verließ ich die Praxis und stand schluchzend draussen auf dem Gehweg. Die Sonne schien.  Menschen gingen achtlos an mir vorbei. Für alle ging das Leben seinen normalen Gang. Nur ich war aus dieser Normalität ausgeschlossen. Denn ich hatte gerade meine Diagnose „Krebs“ bekommen, war in einer pechschwarzen Wolke, ganz allein.  Am liebsten wäre es mir, wenn jedermann auf mich zugegangen wäre und mich tröstend in den Arm genommen hatte. Doch niemand nahm Notiz. Ein Zustand der von Angst erfüllten Einsamkeit hatte sich für mich ins absolut Extremste gesteigert. Schon lange Zeit, im Grunde mein ganzes Leben, kannte ich dieses verzweifelte Alleinsein, von dem niemand etwas wissen durfte. Hier war ich nun am Endpunkt dieser Entwicklung angelangt.  Mein so sorgfältig, auch vor mir selbst,  unterdrücktes Gefühl von „ich gehöre nicht dazu“ hatte sich nun auf schreckliche Art und Weise bewahrheitet!!       Dann passierte etwas, das mir lange zu denken gab.  Nachdem ich Susanne angerufen hatte, telefonierte ich auch mit meinem Zwillingsbruder. Er arbeitet als Chefarzt in einer Hamburger Klinik.  Kaum hatte ich zu Ende geredet, meinte er, „ich komme sofort zu Dir“.  Es war um die Mittagszeit, und er hatte bestimmt viel zu tun. Auf meine Frage, ob er denn einfach so gehen könne, antwortete er lapidar, dass es ihm das völlig egal wäre, er würde jetzt direkt losfahren.                                        Unglaublich, wegen mir wollte er alles stehen und liegen lassen! Und ich fühlte ganz bewusst und überdeutlich, wie sehr ich mich Zeit meines Lebens als unbedeutend wahrgenommen hatte. Ein Gefühl, dass ich vor mir selbst und auch allen anderen immer versteckt hatte.  Dieses Thema und solche ähnlicher Art beschäftigen mich seitdem.

Doch zunächst ging es darum, einen Umgang mit dieser Furcht einflößenden Krankheit zu finden. Sofort beginnende erste, mir fremde Untersuchungen, Anrufe von betroffenen Freunden, viele Ratschläge, meine Arbeit. All das forderte viel von mir. Zu der immer wiederkehrenden schrecklichen Angst erfüllte mich ein bohrendes Gefühl von Versagen. Diese Krankheit zu bekommen war in meiner Sicht ein wirklicher Makel.  Schnell begann ich eine Überforderung wahrzunehmen.  Zu viele Aspekte gleichzeitig. Es galt, einige Entscheidungen zu treffen.  Meine Arbeit wollte ich weiterführen. Bis auf ein großes Seminar, 3 Wochen nach meiner OP, das ich absagte, habe ich bis zum heutigen Tag normal weitergearbeitet.  Eine extrem gute und meine Genesung unterstützende Entscheidung. Tiefe Befriedigung, oftmals echtes Glück und die Erkenntnis, dass mir diese Erkrankung  viel mehr Sensibilität und intuitives Verstehen für mich und andere schenkte. Ein weiterer wesentlicher Punkt war die Entscheidung , einen Blog über meine Erkrankung zu beginnen. Ursprünglich wollte ich damit lediglich die vielen gutgemeinten Anrufe und damit einhergehenden Ratschläge vermeiden. Mir war klar, dass ich  einen sehr schwierigen Weg vor mir hatte und dafür meine gesamte Kraft brauchen würde. Also fing ich mit diesem Blog an. Bei der Einrichtung und den ersten Schritten war mir mit viel Geduld  mein Freund Niels behilflich. Im Grunde war meine Absicht, mich mit diesem Blog zu schützen und gleichzeitig weiterhin alle meine Freunde über mich zu informieren.  Dabei machte ich eine unerwartete Erfahrung, nämlich, dass dies Schreiben mir gut tat, mir zusätzliche Ideen und Impulse gab. Es machte Spass zu berichten. Ich tauchte in Themen ein, die sich mir sonst nicht erschlossen hätten. Der Blog selbst wurde zu einem Teil meiner Genesung. Ich erhielt zu Herzen gehende Kommentare, die ich auch noch  heute immer wieder lese.

Gleichzeitig brach eine Lawine an Untersuchungen, Gesprächen und dann auch sehr schnell an Behandlungen über mich herab. Nichts war angenehm,  doch alles notwendig. Richtig war, alles offensiv anzugehen. Wenn also ein MRT anstand, ging es darum,  gut zu finden, dass es durchgeführt wird. Wenn ich zur Bestrahlung ging, so stieg ich die ganzen 8 Wochen, jeden einzelnen Tag, in der Zuversicht, dass mir dort geholfen wird, in das zweite Untergeschoß der Uniklinik in Hamburg. Richtig war, mich im Wartezimmer niemals hinzusetzen. Mich damit abzugrenzen, von all denen, die dort mit leerem Blick und trostloser Miene die Verantwortung für ihr Schicksal anderen  übergaben. Doch es wurde immer schwieriger. Mit Harndrang zur Bestrahlung zu gehen, war eine Qual, die ich manchmal kaum zu händeln wusste. Da ich keine Ahnung hatte, was auf mich zukommen würde, überschätzte ich  mich immer wieder. Hier Geduld und auch Demut zu lernen war eine schwierige Übung. Was mir am meisten zu schaffen machte, war die Gedankenlosigkeit, die Unehrlichkeit und mangelnde Kompetenz vieler meiner Ärzte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Eigentlich sollte es wohl so sein, dass der Arzt bei einer so schrecklichen Erkrankung wie Krebs, hilfreich und unterstützend wirklich an der Seite seines Patienten steht. Auch Trost in manchen Situationen hatte ich erwartet. Mitnichten!  Ich begriff, dass es nicht nicht dieser unsensible Umgang der Ärzte war, der  mir schadete, sondern meine Reaktion auf dieses Verhalten. Solange ich darüber jammerte, mich als Opfer ihrer emotionalen Inkompetenz sah, war ich es, der sich selbst schadete.   Stück für Stück löste ich mich ganz bewusst von dieser emotionalen Abhängigkeit. Heute sehe ich Ärzte eher als Techniker, die mich in bestimmten, eng gefassten Bereichen, auf dem Weg zu meiner Heilung unterstützen. Dennoch gibt es auch unter ihnen Ausnahmen, die sich als wirkliche Freunde gezeigt haben. In den Notzeiten meiner Erkrankung, wenn es kritisch wurde, standen sie mit ganzem Herzen und großer Kompetenz an meiner Seite. Ich bin  Euch auf ewig dankbar, liebe Freunde.

Immer klarer wurde mir, wie wesentlich es sein würde, eigene Entscheidungen zu treffen, also selbstverantwortlich zu handeln. Und es fühlte sich gut an, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen! Dadurch trat ein Zustand von Selbstbestimmung zutage, durch den ich zu mehr innerer Kraft gelangte. Diese vermehrte, innere Kraft  wiederum befähigte mich zu weiteren eigenen Entscheidungen. Ein Kreislauf in der richtigen Richtung. Selbst  Entscheidungen, die sich im Nachhinein als falsch herausstellten, ließen mich nicht erstarren. Im Gegenteil, durch intensive Reflektieren war ich in der Lage zu lernen und mich weiterzuentwickeln. Ein Prozeß, in dem ich mich seitdem permanent befinde. Manchmal mit viel Leid verbunden und doch immer wieder ins Licht führend. Den Themen ausweichen und mich ablenken, war und ist kein Thema mehr. 

Folgende Themen beschäftigten mich: 

  • Wie gehe ich mit Ärzten um, die sich wenig Mühe geben und nur Standart abliefern
  • Wie gehe ich mit meiner Krankenversicherung um, die mit allen Mitteln versucht, sich bei einer Vielzahl von Rechnungen vor der Bezahlung zu drücken. In all ihren Broschüren stellt sie sich da, als läge ihr das Wohl ihrer Versicherten am Herzen. Eine glatte Lüge. Anfangs bin ich am Telefon regelrecht ausgeflippt. Mittlerweile gehe ich mit diesem verachtenswertere Verhalten gelassen und dennoch zielgerichtet um.
  • Seit drei Jahren habe ich nun ein Lympfödem im rechten Bein. Dranbleiben, um eventuell doch eine signifikante Verbesserung zu erreichen, ist mühselig. Kein Arzt kümmert sich drum, geschweige denn er hätte eine Idee. 
  • Abbruch der schulmedizinischen Behandlungen und die Entwicklung eigener Wege?
  • Was hilft mir noch? Was kann ich noch tun, um meine Gesundung voranzutreiben? So viele Ratschläge und Empfehlungen von lieben Freunden. Dafür offen sein und dennoch einzugrenzen. gar nicht so einfach!
  • Und so vieles mehr………………..

Damit gelassen und souverän umgehen.  Eine echte Herausforderung.  Peu à peu gelang es mir.

Im Laufe der Zeit begriff ich, dass es eine Leitschnur gab, die mir half, Orientierung zu finden. Ich hatte gelernt, wie wesentlich es ist, mich wohlfühlen. Dieses „mich innerlich wohlfühlen“ trägt, das sagen auch viele Studien, als ein wertvoller Bestandteil zu meiner möglichen Genesung bei. Wenn man Krebs hat, gibt es zwei grundlegende Betrachtungsweisen im Umgang mit dieser Krankheit. Die eine würde ich  als „nicht sterben wollen„, und die andere als „leben wollen“ bezeichnen. Ich sehe diese beiden Sichtweisen als die zwei Seiten einer Medaille. Sie gehören zusammen, und können doch nicht unterschiedlicher sein. Mir war immer klar, dass „leben wollen“ ein kraftgebender Ansatz , während dies „nicht sterben wollen“ eher ein Nährboden für Furcht und Schrecken ist.  Bis auf ganz wenige Zeiten ist es mir gelungen, in diesem wunderbaren Gefühl des intensiven Lebens zu bleiben. 

Mittlerweile hat sich, ausgehend von dieser schrecklichen Krankheit, ein sehr schönes, sehr intensives Leben entwickelt.  So viel mehr als zuvor!

Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Doch in der Gegenwart ist es schön.  Das ist in gewisser Weise mein Werk!  So mache ich weiter…… 

 

Alles Liebe für Euch!

 

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 65

Was so gedanken-und gefühllos gesagt wird und welche Auswirkungen es hat. 

Am Montag war ich zur monatlichen Blutabnahme in der Praxis meines Urologen. Wie schon so oft. Neue PSA-Wert Feststellung. Das macht immer eine Arzthelferin. Dauert nur wenige Minuten. Diesmal war es  anders. Der Urologe, der mich 2015 diagnostiziert hat, sah mich, fragte, weshalb ich denn da sei und meinte dann zur Arzthelferin, er würde mir schnell das Blut abnehmen. Es entwickelte sich folgendes Gespräch.

Er: „Wie geht es Ihnen, Herr Krankenberg?“  

Ich: „Danke, es geht mir sehr gut.“

Er: „Wieso?“

Ich: „Nun, mein PSA-Wert ist schon seit längerem auf 0 und im Juni letzten Jahres habe ich meine letzte Anti-Hormon-Injektion bekommen. Ich bekomme keinerlei medizinische Behandlung mehr. Und der PSA-Wert ist weiterhin bei 0.“

Er:“Haben Sie denn noch Hitzewallungen?“

Ich: „Ja, doch glücklicherweise viel weniger. Vielleicht einmal am Tag und dann auch wesentlich schwächer als früher.“

Er: „Sie wissen, Herr Krankenberg, dass die Anti-Hormon-Therapie den PSA-Wert unterdrückt. Wirkt sie nicht mehr, beginnt der PSA-Wert üblicherweise wieder zu steigen. Alles andere wäre ein Wunder. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“  

Ende unseres kurzen Dialogs. 

Früher wäre ich, ob dieser Worte geschockt und es ginge mir schlecht. Diesmal war es anders!  Vielmehr war ich, nachdem sich  meine Verblüffung über seine gedanken-und gefühlose Aussage gelegt hatte, sofort in dem Modus: Ich zeig es Euch, Ihr Ignoranten, Ihr Medizin-Techniker!! Mit noch mehr Herz, Freude und Einsatz gehe ich meinen Weg und sorge selbst für meine Heilung!

Im Grunde tat er mir Leid, denn es war offensichtlich, dass er nicht besser konnte. Er sah überarbeitet und müde aus. In seiner Hetze von einem Patienten zum nächsten schien er sich und sein Herz verloren zu haben. Doch darum kann ich mich nicht auch noch kümmern.

Fakt ist, dass seine unbedachten Worte mich motiviert haben.  

Mein PSA-Wert ist wieder bei 0.

Das ist doch schön, oder?

Alles Liebe für Euch.

Von der Krankheit zur Heilung 64

Jeden Monat

 

Immer um die Mitte eines jeden Monats lasse ich mir Blut abnehmen und den PSA-Wert prüfen. Bin vorher immer ganz ruhig. Erst wenn ich auf meinem Handy die Nummer meines Arztes sehe, verändert sich meine Gefühlslage abrupt.  Er ruft mich an, um mir meinen neuen, aktuellen Wert mitzuteilen. Die ganze Außenwelt verschwindet dann schlagartig. Es existiert nur noch das Handy und die Nachricht, die jetzt kommt. Die Zeit steht still. 

Ähnliches habe ich bei Henning Mankell, dem Schriftsteller und Erfinder von Kurt Wallander, dem Protagonisten seiner großartigen Kriminalromane, gefunden. Bei ihm wurde Anfang  2014 Krebs diagnostiziert. Aufgrund dieser Diagnose schreibt er ein ganz anderes, sehr persönliches Buch „TREIBSAND, Was es Heißt, ein Mensch zu sein“.  Er schreibt: Plötzlich kam es mir vor, als ob sich das Leben verenge. An diesem frühen Morgen kurz nach Neujahr 2014, an dem ich meine Krebsdiagnose erhielt: Da war es, als schrumpfte das Leben. Die Gedanken setzen aus, eine Art öder Landschaft schien sich in meinem Kopf auszubreiten.“                                                                                            Genau so ist es mir auch ergangen und es kommt bei diesen Anrufen  jedes Mal wieder. Doch beim letzten Test kam kein Anruf. Weder am gleichen Tag noch, wenn der Urologe sich meldet, um mir einen guten Wert zu vermelden, noch im Laufe des nächsten Tages. Das kam noch nie vor! Also beschloss ich am Nachmittag anzurufen. In dem Augenblick, als ich beschloss, dies zu tun, schoss, völlig überraschend in seiner brutalen Intensität, eine Welle blanker, schierer Angst in mir hoch. Herzrasen, nicht denken könnend, wählte ich die Praxis an. Und landete in der Warteschleife…… Nach einigen Minuten hieß es, ich solle doch zu einem späteren Zeitpunkt anrufen. Auf den Anrufbeantworter zu sprechen war ich nicht fähig. Das wiederholte sich dreimal. Beim letzten Anruf schaffte ich es dann doch, eine Nachricht zu hinterlassen. Erst am Abend, Susanne  und ich waren essen gegangen, rief der Urologe an und erzählte, dass sie zu viel zu tun hätten und es deshalb bis zum darauffolgenden Montag dauern würde, bis es den neuen Wert geben würde.  Doch auch am Montag gab es keinen Anruf!  Auf meine erneute, bange Rückfrage wurde mir nur lapidar mitgeteilt, sie wären wegen Krankheit unterbesetzt und vielleicht würde es  morgen klappen. Also tief durchatmen und weiter warten. Erst am Dienstag, gegen 11h kam dann der erlösende Anruf.

Weiterhin bei Null.  Welch eine Erleichterung!! Mir kamen spontan die Tränen.   

Gestern war ich wieder da. Blutabnahme und: „Wir rufen Sie morgen an.“ 

Darauf warte ich jetzt…………..

Übrigens: Die Schmerzen in der Leiste sind deutlich weniger geworden.  

 

Soweit für heute.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

 

Alles Liebe für Euch!

 

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 63

Nebenwirkungen

Im letzten Beitrag kündigte ich an, über meine Knochen-und Muskelschmerzen zu berichten.

Diese Schmerzen sind massiv.  Dabei ist das schwer zu beschreiben. Schmerzen sind eine sehr subjektive Wahrnehmung.  Viele sagen, Männer würden wehleidiger  sein als Frauen. Weiß ich nicht. Kann ich auch nicht beurteilen. In Wahrheit kenn ich nur meine Schmerzen, und in diesem Fall sind sie teilweise schwierig zu händeln. Was passiert da?

Die am Knochen (Schambein) sitzenden Muskeln ziehen sich beim Sitzen zusammen. So ist das bei jedem Menschen. Da sie bei mir durch die Bestrahlung vernarbt sind, tut es weh, wenn sie anschließend  durch Bewegung wieder auseinander gezogen werden. Sitze ich lange, wie beispielsweise fast 5 Stunden während meines letzten Fluges nach Lanzarote, bin ich anschließend nahezu bewegungsunfähig. Doch gerade dann gilt es, mich aktiv zu bewegen und zu strecken. Das kann schon dauern, bis es wieder besser wird. Manchmal zwei Tage. Und manchmal reicht eine halbe Stunde am Schreibtisch um den Rest des Tages zur Qual werden zu lassen. Doch eine feste Regel, die mir Orientierung gibt, scheint es dabei nicht zu geben. Also einfach viel Bewegung, insbesondere Schwimmen tut mir richtig gut.  

An Tagen, die besonders qualvoll sind, merke ich, wie kraftraubend dieser Zustand ist. Meine Bewegungen sind dann schwerfällig und langsam.  Ab und zu ertappe ich mich  bei dem Wunsch, mich einfach nur ins Bett zu legen und Ruhe zu haben. Manchmal fällt es mir schwer, meine Moral und Motivation hoch zu halten. Was mir dabei hilft, ist die nimmermüde Unterstützung von Susanne und meine mentalen Übungen, eine Wärmflasche, ein Wärmepflaster  und eben Schwimmen.  Da bin ich eisern.

Anfang März fahren wir mit Freunden zum Skifahren. Freue mich sehr. 

Schon komisch, dass ich eigentlich unter meiner Primarerkrankung, dem Krebs, nie wirklich gelitten habe. Es ging und geht immer nur um die Nebenwirkungen der verschiedenen Behandlungen.

Na besser so als umgekehrt.  

Meine Zuversicht, auch das hinzubekommen ist stärker den je.  Diese Zuversicht unterstützt mich weiterhin sehr.

Alles Liebe für Euch und ein gesundes und glückliches 2018!!

Von der Krankheit zur Heilung Mein Weg 62

Achterbahn;  Gürtel und Hosenträger

Lange nichts geschrieben.  Dabei ist soviel passiert.

Irgendwie fehlte mir der Elan, mich um meinen Blog zu kümmern.  In gewisser Weise führt mich diese Krebserkrankung an die Wurzeln meines Seins. Immer weiter tauche ich ein in meine Gefühlswelt, meine Glaubenssätze, in meine gesamte Existenz. Die Beschäftigung mit dem Außen,  dem Bedürfnis  „mich mitzuteilen“ wird geringer.  Immer mehr konzentriere ich mich auf die Dinge meines Leben, die akut wesentlich sind, die mich aktuell interessieren und mir Freude bereiten. Dabei gibt es so vieles, dass neu und interessant ist, dass ich, zunächst unbewusst, dann jedoch absichtsvoll, manches schiebe.  Dazu gehört eben auch dieser Blog.  Trotz des Wissens, dass viele Freunde und mittlerweile auch viele mir unbekannte Menschen mitverfolgen, wie es mir geht, empfand ich es für mich als wichtiger,   einen anderen Weg zu gehen. Alle, die meinen bisherigen Weg begleitet haben und die ich in der Luft hängen ließ: Verzeiht mir?!!

Wie ist denn nun der aktuelle Stand? 

Nachdem ich mich von der Information, wie im vorherigen Beitrag beschrieben, erholt hatte, wurde ich wieder aktiv. Wunderbarerweise erfahre ich dabei geradezu lebensrettende Unterstützung von lieben Menschen.

Einige Tage später saß ich im Wartebereich eines noch relativ jungen onkologischen Chirurgen in der Nähe von Berlin. Diesen so kurzfristigen  Termin hatte mir mein Leipziger Freund besorgt, der seine einzigartigen Beziehungen dafür nutzte. Er hatte mich auch in die Klinik nach NY begleitet.

Es ging bei diesem Gespräch darum, zu besprechen, ob eine chirurgische Entfernung der Knochenmetastase im Schambein möglich sei. Im Vorweg hatte ich den Arzt gegoogelt. Habe ich wichtige Termine, tue ich dies, um mich, soweit es möglich ist, gefühlsmässig auf den Termin  vorbereiten.  Ein knochentrockener Typ, der auf meine Bemerkung, „Von Ihnen wird ja nur Gutes berichtet“ nur erwiderte „Das will ich hoffen“. Auch als ich ihm zu seiner erst vor kurzem erfolgten Ernennung zum Chefarzt und einer nun eigenen Abteilung gratulierte, waren seine Worte:“Wurde auch Zeit!“        Doch so knapp er sich dazu äußerte, so klar und prägnant waren seine Aussagen zu vorliegenden Pet-CT. 

Zusammengefasst teilte er uns, Susanne war mitgekommen, mit, dass aus seiner Sicht meine Schmerzen und das schlechte Knochenbild lediglich ein Ergebnis der hohen Strahlungsdosis sei. Eine Dosis, die weit über der Strahlungsreserve liegen würde , die ich noch zur Verfügung gehabt hatte.  Es hätte nun, aus seiner Sicht, zu einer Nekrose, auf Deutsch, einem Absterben des Knochens geführt.  Zusammen mit einer Fibrose (Vernarbung) der anliegenden Muskeln würde zu den Schmerzen führen. Auch dass diese Schmerzen je nach Art meiner Bewegungen unterschiedlich seien, spräche dafür. Dass es im CT immer noch leuchten würde, sei ein Ergebnis der hohen Strahlendosis. Aber kein Krebs. 

Überrascht, etwas zittrig, fragten wir ihn, ob dass denn sicher sei. Lakonische Antwort: „Kein Arzt auf der Welt kann Ihnen das sicher sagen. Aber ich operiere Sie nicht!“ Da saßen wir nun. Wagten kaum, ihm zu glauben. Es klang zu schön, um wahr zu sein. Ob denn zur Absicherung eine weitere Knochen-Biopsie sinnvoll wäre?  Er wieder: “ Wenn Sie zum Gürtel zusätzlich Hosenträger brauchen, dann machen Sie das.“ 

So gingen wir. Das Gespräch hatte vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Stück für Stück wagten wir es, uns zu freuen. Was er gesagt hatte, klang schlüssig und klar. Auch mein Urologe, dem ich am nächsten Tag davon berichtete, stimmte dieser Einschätzung zu. Wir beschlossen die Anti-Hormon-Behandlung abzubrechen und nunmehr monatlich (bisher vierteljährlich) meinen PSA-Wert zu checken.  Mein persönlicher Einsatz, zu meiner Gesundung beizutragen, intensivierte sich weiter. Jetzt machte es erst richtig Spaß. Was Freude und Zuversicht doch bewirken können!

Einen Monat später der erste PSA-Wert ohne jegliche medikamentöse Behandlung.   Bei  0 !!  Uff, welche Erleichterung. 5 Wochen später der nächste. Wieder bei 0. Zu sagen, mir wäre ein Stein vom Herzen gefallen, ist wohl die Untertreibung des Jahres. Zu genau wußte ich, was es bedeuten würde, wäre der Wert auf einmal bei 0,5 .  Ist er aber nicht!!  

Nun beschäftige ich mich mit den Knochen-  und Muskelschmerzen in der Leiste. Davon berichte ich in den nächsten Tagen. 

Alles Liebe für Euch